Mailand goes Wels: Wohntrends

Nach dem langen Winter der Epidemie gibt es endlich enen Lichtblick", so der Architekt Stefano Boeri, der gemeinsam mit seinem Dream-Team von Mitgestaltern den "supersalone" kuratierte. Auf insgesamt 68.520 Quadratmetern wurden über 1.900 Projekte präsentiert: von 425 Marken-Ausstellern, 39 selbst produzierenden Designern und 170 jungen Hochschulabsolventen. Das Rahmenprogramm bildeten unter anderem mehr als 40 Referenten (darunter Architekten, Innovatoren, Visionäre, Unternehmer, Künstler und Politiker), ein Filmzyklus in Zusammenarbeit mit dem „Milano Design Film Festival“ und vier sogenannte Food Courts, in denen neun der größten Interpreten der italienischen Küche aufkochten.

Modulor von Rimadesio

Grün, grün, grün.

Übergeordnete Hauptthemen des „supersalone“ waren, kurz gesagt, Innovation, Umweltverträglichkeit, Kreativität, kultureller Austausch und Digitalisierung. Dass es den Verantwortlichen mit dem Themenkreis Umwelt und Nachhaltigkeit sehr ernst war, zeigte sich auch beim Aufbau der Veranstaltung selbst. Wiederverwendung, Recycling und Kreislaufwirtschaft standen bei der Planung im Vordergrund, um Materialabfälle so weit als möglich zu vermeiden. Die von Andrea Caputo entworfene Ausstattung und die von Stefano Boeri Interiors gestalteten Gemeinschaftsbereiche wurden aus Materialien hergestellt, die schließlich in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden können. Um Materialverschwendung zu vermeiden, wurden für den „supersalone“ keine Broschüren und Infomaterialien aus Papier erstellt. Der grüne Impetus wurde auch durch 200 Bäume bekräftigt, die der Salone gespendet hat und von denen einige in den Park von Mailand-Nord verpflanzt werden sollen. Eine ebenso wichtige Rolle spielte das Thema „Digitalisierung“ in Form der neuen digitalen Plattform des „Salone del Mobile.Milano“. Die machte es möglich, die ausgestellten Produkte zu betrachten, sie für den späteren Kauf zu reservieren und Ausstellungen virtuell zu besuchen, Vorträge und Debatten zu verfolgen, während man sich vielleicht gerade am anderen Ende der Welt befand.

Patrick Goldbeck, dipl. Wohnraumberater bei Almhofer Architektur + Wohnen:

Das Wandverkleidungssystem Modulor von Rimadesio setzt seine Entwicklung durch neue Kompositionselemente fort: eine ebene Fläche, betont durch horizontale und vertikale Strukturprofile, auf denen Glaselemente, Regale befestigt werden. Modulor passt sich jedem komplexen Raum an, verwandelt sich in eine Tür, einen Fensterdurchgang oder zeigt eingerichtete Aufbewahrungsmöbel.

Modulor Rimadesio

Wohntrends.

Die Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen. Das allgemeine Motto scheint zu lauten: „Feeling good at home!“ – Wohnen soll also so schön und komfortabel wie möglich sein. Kein Wunder, dass gerade Sofas und Sitzgruppen ziemlich großzügige Ausmaße angenommen haben. Einige der Möbelhersteller präsentierten ihre Neuheiten in genopptem Bouclé, geschmeidigem Wildleder oder luxuriösem Samt. Die Modelle waren vorzugsweise „bodennah“ ausgeführt – wer es sich einmal auf ihnen bequem gemacht hatte, kam so schnell nicht wieder hoch.

Supersalone

Neue Steinzeit.

Ein Trend, der sich bereits in der Küche angekündigt hat, ist eine Vorliebe für das Material Stein. Naturstein trat tatsächlich überall in Erscheinung, gerne als Tischplatte, wiederum als Küchenoberfläche, aber auch als massive Badewanne oder als hauchdünnes Furnier hinterleuchtet, um die erstaunliche Schönheit der natürlichen Muster zu zeigen. Passend, dass ausgerechnet in Italien, der Heimat einiger der schönsten Marmore der Welt, dem Material Stein eine im wahrsten Sinn des Wortes tragende Rolle zukam. Stein-Spezialisten wie Antolini setzten neben edlem Marmor auch auf Kristalle, Quarzite und Edelsteine aus aller Welt. Neben Stein erfreut sich auch Bambus immer größerer Beliebtheit. Dank seiner Stärke, Leichtigkeit und Flexibilität wird Bambus schon seit vielen Jahrhunderten als Material geschätzt, mittlerweile auch für Küchengeräte, Möbel und sogar in der Konstruktion von Gebäuden. Und auch Aluminium liegt voll im Trend. Das leichte, recyclingfähige und langlebige Metall ist ausgesprochen wandelbar und eignet sich gleichermaßen für In- und Outdoormöbel.

Emu

Aus alt mach neu.

Apropos recyclingfähig: Das Thema „Nachhaltigkeit“ beschränkte sich natürlich nicht auf den Salone an sich. Viele Teilnehmer hatten sich offenbar intensiv mit Forschung und Entwicklung von nachhaltigen Technologien beschäftigt. So fanden sich in den Messehallen unter anderem Outdoor-Kollektionen aus recyceltem Aluminium, Tischplatten, die mit wiederaufbereitetem Glas überzogen waren, umweltfreundliche Polsterungen aus hundert Prozent recyceltem und biologisch abbaubarem Polyester, Kissen aus alten PET-Flaschen, Möbel aus Marmorabfällen – und vieles mehr.

Rolf Benz-Sofa LIV

Klassisch.

Ein Trend, mit dem wohl jeder gut leben kann, ist die Wiederentdeckung bzw. die Reinterpretation von Klassikern. So war der berühmte Eames Chair ebenso zu sehen wie der unverwechselbare Sessel F51 von Bauhaus- Ikone Walter Gropius, neu interpretiert von der jungen Katrin Greiling. Der Sessel wird übrigens bis heute von der Firma Tecta hergestellt. Gleich 17 Mal wurde der Medallion-Stuhl von Christian Dior reinterpretiert und zwar von den unterschiedlichsten Künstlern und Designern. Der Stuhl symbolisiert den „Louis XVI“-Stil und gilt als Emblem des Hauses Dior. Dior ist übrigens nicht die einzige „Maison“, die man in erster Linie mit Mode in Verbindung bringen würde, welche in Mailand aber mit Interior Design und Möbeln vertreten war. Auch Marken wie Hermès, Armani, Versace und Roberto Cavalli haben allesamt ihre Wohnkollektionen erweitert und im Zuge der Design Week präsentiert.

Egg Chair

Mailand goes Wels.

Wer nicht bis nach Mailand fahren möchte, um schöne Möbel zu sehen, der ist auch in Wels gut bedient. Almhofer Archi- tektur + Wohnen arbeitet beispielsweise gerne mit Rimadesio zusammen, einem Hersteller, der seine Produktion in der Nähe von Mailand hat, mit einem Showroom mitten in der Stadt. Auf dem „Salone del Mobile“ hat er seine Neuheiten präsentiert. „Innovative Oberflächen und Materialien kennzeichnen die neue individualisierbare Kollektion von Rimadesio, die nach strengen Nachhaltigkeitsprinzipien durch einen solarbetriebenen Produktionsprozess hergestellt wird. Die Verwendung recycelter und recycelbarer Materialien – wie Glas und Aluminium – beschleunigt den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel, den Abfall auf null zu reduzieren. Ausgestattet mit Ecolorsystem- Wasserlacken können die neuen Systeme am Ende ihrer Lebensdauer leicht demontiert werden: eine Besonderheit, die die ordnungsgemäße Rückgewinnung jeder Komponente gemäß den internationalen Umweltstandards gewährleistet“, so Patrick Goldbeck, diplomierter Wohnraumberater bei Almhofer. Bruckmüller Wohnen in Wels führt Möbelserien internationaler Designer und namhafter Markenhersteller. Ob Vorhänge oder Lampen, Holzböden oder Teppiche, Betten, Matratzen, Wohnaccessoires oder hochwertige Gartenmöbel – alles echt und vor Ort, nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Begreifen. Und dafür muss man gar nicht weit fahren.

Der letzte Schliff.

Damit man sich zu Hause wirklich wohlfühlen kann, braucht es nicht nur die richtigen Möbel, sondern auch die richtigen Pflanzen. Sie geben unserem Heim sozusagen den letzten Schliff. Leider ist nicht jeder von uns mit einem grünen Daumen gesegnet. Deshalb ist man in Bezug auf die Pflanzenwahl bei der Gärtnerei seines Vertrauens am besten aufgehoben. Ob man Grünes für den Balkon, den Garten oder einfach nur fürs Zimmer sucht, jede Pflanze hat ihre eigenen Reize und Bedürfnisse. Die Gärtnerei Dopetsberger ist in Wels gleich mit drei Standorten vertreten: der Erlebnisgärtnerei, der Friedhofsgärtnerei und einem Blumenkiosk. Erhältlich sind hier nicht nur die verschiedensten Pflanzen, sondern auch jede Menge hilfreiche Tipps.

Thomas Dopetsberger, Inhaber Gärtnerei Dopetsberger:

Das Wandverkleidungssystem Modulor von Rimadesio setzt seine Entwicklung durch neue Kompositionselemente fort: eine ebene Fläche, betont durch horizontale und vertikale Strukturprofile, auf denen Glaselemente, Regale befestigt werden. Modulor passt sich jedem komplexen Raum an, verwandelt sich in eine Tür, einen Fensterdurchgang oder zeigt eingerichtete Aufbewahrungsmöbel.

Pflanzen
Autor: Sarah Estermann, 21.10.2021