Laufen Sie sich gesund

Eines steht fest – Laufen beflügelt.

Und auf wen das nicht zutrifft, der liebt zumindest das Gefühl nach einer Laufeinheit. Ein klarer Kopf, die Lungen sind mit frischem Sauerstoff versorgt und der Körper fühlt sich an, als ob er in seinen Soll-Zustand zurückgeführt wurde. Egal, wie alt oder fit man ist, um mit dem Laufsport zu beginnen, ist es nie zu spät. Es stellt das menschliche Urbedürfnis dar, denn der Mensch ist dazu konzipiert, sich zu bewegen. Alle unsere Körperfunktionen sind auf Bewegung ausgelegt. Und dennoch tun wir uns häufig schwer, mit dem Laufen anzufangen und als fixen Bestandteil in unseren Alltag zu integrieren. Stundenlanges Sitzen vor dem Computer oder in der Schule, abends dann vor dem Fernseher. Unsere moderne Zivilisation verlangt oft von uns, still zu sitzen, denn vieles gibt es bekanntlich schon per Knopfdruck. Der Mensch von heute bewegt sich somit nur noch durchschnittlich 950 Meter am Tag, während unsere Vorfahren, die Urmenschen, täglich bis zu 40 Kilometer zu Fuß zurücklegten.

Der Entschluss, anzufangen.

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“ (Demokrit, Philosoph, 460 – 371 v. Chr.). Und tatsächlich braucht es oft nicht mehr, als einfach den Entschluss zu fassen, dass man anfangen möchte. Doch wie sollte man am besten an die Sache rangehen? Die Antwort darauf lautet schlichtweg: Laufen Sie einfach los! Bewegung ist uns naturgegeben und obendrein kostet es nichts, außer ein paar guten Laufschuhen und einer Laufbekleidung. Also rein in die Laufklamotten, Schuhe an und los!

Motivation

Die Beweggründe, um mit dem Laufen zu beginnen, fallen oft sehr unterschiedlich aus. Für die einen steht selbstverständlich die gesundheitliche und Figur formende Wirkung im Vordergrund, für die anderen ist es eine wunderbare Art, den Kopf nach einem langen Tag frei zu bekommen. Andere wiederum sehen es als Möglichkeit, seinen Körper an die Grenzen der Fitness zu bringen. Doch egal, welche Motivation man daraus zieht, wichtig ist es, erst mal anzufangen, nicht zu übertreiben und dennoch kontinuierlich dranzubleiben.

Ein Mann der läuft

Ausstattung für den Laufsport

Es gibt bekanntlich kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Und das sollte man sich für jeden Sport als Leitsatz einprägen. Denn hier besteht die Gefahr, Ausreden wie „Es regnet“ und „Es ist so nass draußen“ für das Nichtsporteln vorzubringen. Daher investieren Sie in gute Laufschuhe und lassen Sie sich unbedingt von einem Profi beraten. Denn dieser kann mittels einer Laufanalyse Ihren Laufstil erkennen und genau feststellen, welcher Lauf-Typ Sie sind und ob Sie eventuell Fußfehlstellungen, die sogenannten Pronationen, haben.

Pronation, bitte was?

Als Pronation wird das Einwärtsrollen des Fußes bezeichnet, durch das beim Aufsetzen die Aufprallkräfte verteilt werden. Sie gehört zum natürlichen Bewegungsablauf des Körpers, ist aber individuell verschieden. Es werden drei Haupttypen der Pronation unterschieden. Umso wichtiger ist es, festzustellen, wie der Fuß beim Laufen auf den Boden trifft. Denn nicht korrigierte Fußstellungen können mit der Zeit zu unterschiedlichen Problemen, wie Knieschmerzen oder zu Schmerzen in der Achillessehne, führen.

Supination

Bei dieser Fußstellung tritt die Ferse mit der Außenkante in einem höheren Winkel auf und rollt kaum oder nicht nach innen, wodurch die Aufprallkräfte größtenteils auf den Unterschenkel übertragen werden. Klar erkennbar auch am hohen Fußgewölbe und an der Abnutzung der Außenkante des Schuhs.

Überpronation

Der Fuß landet auf der Außenkante der Ferse, rollt dann übermäßig nach innen, proniert und verlagert das Gewicht auf die Innenkante anstatt auf den Fußballen. Dieser Fußtyp ist erkennbar durch ein flaches Fußgewölbe oder einen Plattfuß. Der Schuh ist meistens nah am großen Zeh, an der Innenkante der Ferse, aber auch unter dem Fußballen stark abgenutzt.

Neutral

Bei der neutralen Fußstellung landet der Fuß außen auf der Ferse und rollt dann nach innen, um die Stoßkräfte aufzufangen und das Körpergewicht zu tragen. Dieser Fußtyp weist ein normal ausgebildetes Fußgewölbe und bei der Abnützung vom Schuh ein S-förmiges Muster von der Außenferse zum großen Zeh aus.

Eine Frau die auf Ihre Sportuhr blickt.

Die Laufklamotten

Ein einfaches Shirt und Hose reichen, dennoch ist man mit einer sogenannten Funktionsbekleidung besser bedient. Denn diese transportieren den Schweiß nach außen und sorgen während des Laufens für ein trockenes Gefühl auf der Haut. Für Frauen, egal mit welchem Brustumfang, gilt: Ziehen Sie unbedingt einen Sport-BH an, denn dieser sitzt enger, hat keine störenden Bügel oder Nähte und bietet mehr Halt, als normale Büstenhalter es tun. Da die Brust kaum Muskeln hat, kann nur der Sport-BH diese bei jedem Schritt optimal stützen. Schmerzen in der Brust, Verspannungen im Nacken sowie das Erschlaffen vom Brust- Gewebe können unerwünschte Folgen sein. Wie bei vielem entscheidet hierbei nicht der Preis, sondern die Qualität.

Dann kann‘s losgehen!

Aus übersprudelnder Motivation und einem Über- Elan spurtet man los. Und bekommt die Quittung entweder schon nach ein paar Metern oder wenn man sich anschließend ins Bett fallen lässt. Der schnelle Start kann den Körper oftmals überfordern. Denn wer einige Jahre keinen Sport getrieben hat, der riskiert Schmerzen oder gar Verletzungen. Frust und Trainingsabbruch können die Folge sein. Daher lieber in moderatem Tempo loslegen und dieses über die gesamte Strecke beibehalten. Als moderat gilt, wenn man sich während des Laufens noch unterhalten kann. Nur wer sich schonend an die neue Anstrengung gewöhnt, wird langfristig Erfolg haben. Für Laufprofis gilt, unbedingt Zeit für die Regeneration einplanen. Nur so kann der Körper wichtige Reparaturarbeiten an Muskeln, Sehnen und Bändern vornehmen.

Die Kilos purzeln lassen.

Regelmäßiges Laufen ist tatsächlich eines der besten Abnehmprogramme. Wer keine Sportwatch trägt oder mittels einer Lauf-App die Läufe trackt, der kann seinen Kalorienverbrauch auch selbst relativ genau berechnen. Das Körpergewicht in Kilogramm multipliziert mit der Anzahl der Kilometer ergibt den Energieumsatz. Das Training wird sich dennoch nicht sofort auf der Waage bemerkbar machen. Wer fleißig läuft, verspürt natürlich mehr Hunger, was dazu führt, dass man automatisch auch etwas mehr isst oder sich dadurch belohnen möchte. Wiederum nichts zu essen, ist auch nicht der richtige Weg. Im Grunde ist es ganz einfach: Wer abnehmen will, muss mehr Energie verbrauchen, als er zu sich nimmt.

Autor: Violeta Danicic, 24.03.2021