Ballsport reloaded

 

Für den Laien ist die Frage nach der Herkunft moderner Ballspiele leicht beantwortet. Der Fußball kommt aus England, das Tennisspiel ebenfalls, und Golf spielten wohl zuerst die Schotten. Tatsächlich fällt der Ursprung der jeweiligen Ballsportarten unterschiedlich aus: Fußball hat seinen Ursprung im Altertum. Bei den Griechen gab es ein Spiel namens Episkyros, während der Fußball der alten Römer unter dem Namen „Harpastum“ bekannt ist. Die Spielregeln ähnelten sich in beiden Ballsportarten. Zwei Mannschaften traten auf einem abgesteckten Raum, der in der Mitte durch einen Strich geteilt war, gegeneinander an. Ziel war es, mit einem kleinen harten Ball das gegnerische Team zurückzutreiben. Es ist gut möglich, dass römische Soldaten das Spiel nach England brachten, das bis heute als „Mutterland“ des Fußballs gilt. Neben Fußball haben sich aus den Bewegungsspielen des Altertums im Laufe der Jahrhunderte Ballsportarten wie Handball, Basketball und Volleyball entwickelt.

Die Wiege des Golfs

Blickt man auf die Geschichte des Golfsports zurück, so begannen die Menschen etwa im 15. Jahrhundert mit dem Golfspiel an der Südküste von Schottland. Allerdings ist bei Experten umstritten, wer als Erster mit dem Golfsport begann. Denn auch in Holland und in Belgien spielte man bereits vor dem 15. Jahrhundert ein golfähnliches Spiel. Es wurde vor allem außerhalb der größeren Städte gespielt. Als wesentlichen Unterschied zum heutigen Golf soll es dabei jedoch keine Löcher gegeben haben. Daher wird von vielen das Königreich „Fife“, in der Nähe des heutigen St. Andrews, als Geburtsort des Golfspiels angesehen.

 

Ein Golfspieler mit seinem Equipment

Lange Tradition

Auch Tennis zählt zu den beliebten Ballsportarten und kann ebenfalls auf eine lange Tradition verweisen. Erste Spiele, die dem heutigen Tennis ähneln, werden von Sporthistorikern bis ins 13. Jh. zurückverfolgt. Schläger gab es zu dieser Zeit noch nicht. Der Ball wurde damals mit der bloßen Hand geschlagen. Das sogenannte „Jeu de Paume“, was so viel bedeutet wie „Spiel mit der Hand“, wurde bevorzugt von Mönchen eines Klosters ausgeübt. Erst später drang diese Art des Spiels auch zu „normalen“ Bürgern vor, welches rasch zu einem Volkssport wurde. Zwei Jahrhunderte später spielte man Tennis mit Schlägern, die zunächst aus Holz gefertigt waren. Eine Bespannung mit Pergament oder Darmsaiten gab es erst später. Der Erfolg eines Spiels hängt daher wesentlich von der Qualität eines Schlägers ab. Das Match. Während bei Ballsportarten wie Fußball das „Team der Star“ ist, handelt es sich bei Tennisspielern um Einzelkönner, die im entscheidenden Augenblick ihr komplettes Können abrufen müssen, um ihr Match zu gewinnen. Spielen jeweils zwei Spieler gegeneinander, wird das Spiel im Fachjargon „Doppel“ genannt, ansonsten kommt ihm die Bezeichnung „Einzel“ zu.

Wahrer Jungbrunnen

Eines haben alle Ballsportarten gemeinsam: Sie sind ein wahrer Fit-Macher. Denn Fußball, Badminton und Tennis sind ein optimales Ganzkörpertraining. Obendrein wirkt das Spielen im Team als wahrer Jungbrunnen. Die gemeinsame Jagd nach einem Ball weckt wohl den kindlichen Spieltrieb in uns, und der ist ein wahrer Jungbrunnen für Körper und Geist, meinen die Wissenschaftler. Der Kreislauf kommt auf Trab; Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit werden gefördert. Auch der Kopf ist gefragt: Laufen, schlagen und dabei gleichzeitig den Gegner über den Platz hetzen, erfordert mentale Stärke sowie strategisches Denken und trainiert Reaktionsvermögen und Koordination. Ganz nebenbei haben diese Sportarten den angenehmen Effekt, dass der Körper ordentlich Kalorien verbrennt.

Eine Frauen-Fußballmannschaft
Autor: Violeta Danicic, 25.08.2021