Top 3: Die teuersten Schulen der Welt

Eine öffentliche Schule kommt für Kinder aus Königshäusern und angesehenen Politikerfamilien nicht infrage. Viel zu hoch ist die Gefahr, dem privilegierten Kind seine Zukunftschancen zu vermasseln, weil es nicht in den richtigen Kreisen verkehrt. Deshalb wird lieber viel Geld in Schweizer Internate, britische Eliteschulen und ­luxuriöse internationale Ausbildungsinstitute gesteckt. Aber sind diese ihr Geld wert?

Platzhirsch

Als teuerste und begehrteste Schule der Welt wird mit Abstand das Institut Le Rosey in der Schweiz ­gehandelt, das auch als die „School of Kings“ bekannt ist. Wer hier lernen will, muss jährlich allerdings 108.900 Schweizer Franken (ca. 100.000 Euro) investieren. Gemeinsam mit 419 anderen Schülern aus 67 Ländern kann man dafür im ältesten internationalen Internat der Schweiz luxuriöse Räumlichkeiten nutzen: Während am Sommercampus unter anderem mehrere Außenpools, ein weitläufiger Reitstall, eine Bogenschießanlage sowie ein Konzertsaal mit 900 Plätzen zur Verfügung stehen, wird im Winter an einem Campus in Gstaad unterrichtet. Dort steht vier- mal pro Woche Skifahren auf dem Programm.

Hemd statt T-Shirt

Allerdings müssen sich die Kids an jede Menge Regeln halten, um ihre Ausbildung an der elitären Schule abschließen zu können. Eine Schuluniform gibt es zwar keine, dafür müssen Hemden in die Hose gesteckt werden, Kleider sowie Röcke ausreichend lang sein und Oberteile die Taille sowie die Schultern bedecken. T-Shirts sind nur außerhalb des Unterrichts und der Essenszeiten erlaubt. Angeblich werden sogar unangekündigte Urintests durchgeführt, um die Schüler auf Drogen zu testen. Aber die Disziplin zahlt sich wohl aus: 30 Prozent der Schüler gehen nach dem Abschluss auf eine der besten 25 Universitäten der Welt.

Prunkvolle Alternativen

Da es jedes Jahr allerdings vier Bewerbungen pro Studienplatz gibt, müssen sich manche mit einer ebenso edlen Alternative zufrieden geben. Im Lyceum Alpinum im schweizerischen Zuoz gibt es beispielsweise sechs Tennis- und zwei Fußballplätze, ein ­Cricketfeld sowie einen Golfplatz. Ski­gefahren wird auf allerhöchstem Niveau in St. Moritz, das um die Ecke liegt. Da kann aus den betuchten Kids ja nur "was Gescheites" werden, oder nicht?

Schweizer Charme

Neben der Ausbildungsqualität, Mehrsprachigkeit und Internationalität der Schweizer Internate ist aber auch die Schüleranzahl ein ausschlaggebender Aspekt, der viele Eltern überzeugt: Während es bei den Eidgenossen nur zwischen 200 und 400 Schüler pro Internat gibt, fangen englische meist bei 1.000 Schülern erst an. Weiterer Pluspunkt ist die Neutralität: Es werden nicht, wie in britischen Internaten, nur britische Werte vermittelt. Quoten für Nationalitäten sorgen in der Schweiz dafür, dass keine Kultur zu dominant wird. Und durch die Tatsache, dass relativ wenige Stipendien vergeben werden, bleibt die High Class quasi unter sich. Im Institut auf dem Rosenberg in St. Gallen (Jungs müssen täglich Anzug und Krawatte tragen) werden bei 250 Schülern nur zwei bis fünf Teilstipen­dien pro Jahr vergeben.

Limousinen-Zirkus

In England ist wohl das Eton College das bekannteste Internat: Die Privatschule für Buben zwischen 13 und 18 Jahren liegt in Berkshire und wurde 1440 von Heinrich VI. gegründet, an sich für Kinder aus armen Familien. Nun muss man jährlich knapp 40.000 Euro hinblättern, will man sich in der Eliteschule für den Ernst des Lebens vorbereiten. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt, erzählt ein deutscher Vater, dessen vier Kinder in "Top-Internaten" untergebracht sind. Sie hatten das Aufnahmeverfahren in Eton zwar bestanden, das Angebot allerdings abgelehnt. Er spricht von "grotesk schlechtem" Englischunterricht und einem Limousinen-Zirkus vor der Tür: "Selbst ein kurzer Aufenthalt in einem englischem Internat wird dazu führen, dass Kinder jeden Bezug zum Geld verlieren."

Autor: Tamara Hörmann, 20.09.2017