Tech-Blog: Xiaomi eScooter im Test - Fun on the road!

Die kleinen und praktischen eScooter haben seit der Flut an Leihfirmen in Österreichs Städten ja nicht unbedingt den besten Ruf. Viele davon sind auch in Flüssen oder Seen gelandet oder einfach blöd in der Gegend herumgestanden. Dieser Ruf ist aber nicht berechtigt, denn gerade in der Stadt ist so ein Teil wirklich das beste und platzsparendste Mikromobilitäts-Gadget. Den Fitness-Aspekt beiseite gelassen stinkt da auch jedes Fahrrad dagegen ab. Der Xiaomi Electric Scooter Pro ist einer der besten seiner Gattung.

Design und Handhabung - einfacher geht es nicht!

Der Xiaomi Electric Scooter Pro ist ein recht auffälllig designtes Kerlchen. Die Luftreifen werden durch rote Akzente unterstrichen, auf dem Hinterrad findet sich die Scheibenbremse, die per Hebel an der Lenkstange zu betätigen ist. Das matte Grau passt sehr gut zum Gerät, die farblichen Akzente heben sich hervorragend ab und geben dem Scooter einen futuristischen Look. Die Batterie ist im Unterboden untergebracht, daher ist der Schwerpunkt des Geräts sehr gut ausbalanciert. Ein Lichtsystem ist bereits eingebaut.

Die Handhabung hat Xiaomi so einfach wie möglich gestaltet. Ein Display an der Lenkstange zeigt Akkuladestand, Geschwindigkeit, Fahrmodus und Licht an. Bedient wird der Scooter über einen Druckknopf. Langes drücken aktiviert das Licht und andere Fahrmodi. Ganz langes drücken schaltet den Scooter wieder aus. Der Ladeport befindet sich auf der Unterseite, direkt bei der Batterie. Den zu erreichen ist etwas schwierig, er wird durch Plastik vor Wasser und Staub geschützt. Den Scooter zusammenzuklappen ist kinderleicht. Einfach den Spanner lösen und die Lenkstange nach hinten klappen. Dort gibt es eine kleine Arretierung, damit sich der Scooter leichter tragen lässt. Sitzt passt und hat Luft. 

Technik und Fahrleistung - ausgereift!

Die Batterie des Scooters leistet 474 Wh, das sollte für bis zu 45 Kilometer Reichweite reichen (Herstellerangabe). In der Praxis ist es wie so oft um einiges weniger, wobei das natürlich stark vom Fahrprofil und dem Gewicht des Fahrers abhängt. Ein 40-Kilo schweres Kind, welches nur geradeaus fährt wird wohl nahe an die Angabe kommen. Ein Tech-Blog Autor mit dreistelligen Werten auf der Waage schafft im selben Atemzug nur rund 25 Kilometer. Ja und ich hab mich damit gemeint. Auch der Motor tut sich mit mir etwas schwerer beim Anrollen, die 300W Leistung sind aber ordentlich. Bei 25 km/h ist allerdings Schluss. Da muss abgeregelt werden, sonst würde der Scooter als Moped gelten. Tut er aber nicht, ist somit auch nicht anmeldepflichtig und braucht keine Versicherung. Ansonsten ist die Technik simpel. Licht ist verbaut, Bremsen sind am aktuellsten Stand und der Akku lässt sich zwar nicht ultraflott laden, aber mehr als drei Stunden hing der Roller nie am Saft.

Das Fahren mit so einem Gefährt macht einfach irsinnig Spaß! Flotte 25 km/h auf einem 14-Kilo Gefährt, welches schmal und wendig ist. Vor allem an sonnigen Frühlingstagen entlang der Donau in Linz eine Freude. Auch für die engen Gassen der Innenstadt ist so ein Scooter das perfekte Gefährt. Der Fahrkomfort ist dank Luftreifen hoch, Schwellen und Randsteine werden aber trotzdem recht hart weitergegeben, da wirkt sich die geringe Größe der Reifen und die fehlende Dämpfung aus. Einzig etwas nervig sind die komischen Blicke der Radfahrer, die solche Gefährte anscheinend noch immer nicht ernst nehmen und belächeln. Ich als Fahrradfahrer werde das aber immer tun und respektiere alle Verkehrsteilnehmer, sei es Auto, Scooter, Fahrrad, Motorrad oder Fußgänger.

Fazit - FUN FUN FUN!!!

Ganz ehrlich, wäre nicht der fehlende Fitnessaspekt, ich würde mir so einen Scooter sofort zulegen. Er ist ein modernes, leichtes und smartes Bewegungsmittel für die Stadt und flache Radwege. Schnell verstaut, schnell aufgeladen und schnell fahrbereit. Mikromobilität wie sie sein muss. Aber eben ohne den eigenen Körper zu beanspruchen. Das klappt weiterhin nur mit dem Fahrrad oder Tretscootern. Der eScooter nimmt dem Fahrer alles ab! (Außer dem Nachdenken und vorsichtig fahren!).

Xiaomi hat mit dem Mi Electric Scooter Pro ein hervorragendes Gerät im Portfolio, bei dem ich im Test keine Schwächen ausmachen konnte. Einzig die Ladegeschwindigkeit und der etwas fimmelige Ladeport sind etwas nervig. Ansonsten hat Xiaomi hier ein Top-Produkt im Portfolio. Der Xiaomi Mi Electric Scooter Pro bekommt von mir daher 9 von 10 Bewertungspunkte. Was vergessen? JA! Der Preis: der liegt bei unter 500 Euro Straßenpreis! Dafür bekommt man wirklich viel geboten, andere Hersteller verlangen dafür oft um Einiges mehr. 

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Hinweis: Das Testgerät wurde mir von Xiaomi für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt. Der Testbericht entsteht unabhängig und wird vor Veröffentlichung nicht an Xiaomi zur Freigabe gesendet.

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger-Weiß ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 12.05.2021