Tech-Blog: Xiaomi Mesh System AX3000 im Test

Gutes WLAN gehört mittlerweile zur Infrastruktur wie Strom und Heizung. Oft sind die Verhältnisse in Wohnungen und Häusern aber kompliziert. Xiaomi verspricht mit dem Mesh System AX3000 Abhilfe. Ob das gelingt?
Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 28.03.2022 um 13:00 Uhr

Bevor ich mich um das Gerät kümmere ganz kurz ein Exkurs zum Thema Mesh. Das englische Wort steht für vermaschen/ineinandergreifen und genau so funktioniert ein Mesh-WLAN. Mehrere Router spannen ein WLAN-Netz am gesamten Wohnort. Neue, intelligente Systeme checken dann welcher Router näher zum Gerät ist, welches WLAN benötigt und versorgen es optimal. 

Die Vorteile: Ein WLAN-Name im ganzen Haus, keine separaten Netze mehr. Oft sind das langsamere 2,4 Ghz und das schnellere 5 Ghz-Netz zusammengelegt und der Router entscheidet, welches Gerät welche Frequenz nutzt. Es ist im Grunde ein einfaches aber effektives System um die ganze Wohnung / das ganze Haus nahtlos mit WLAN zu versorgen. Aber jetzt zum Xiaomi Mesh System AX3000:

Design und Handhabung - super einfach!

Ja über Geschmack lässt sich streiten, aber ich finde die beiden schwarzen "Routerziegel" gelungen. Sie sind dezent, leuchten nicht wie ein Christbaum und sind platzsparend aufzustellen. Beide Router bieten jeweils 4 LAN-Ports, wer also sensiblere Geräte wie Fernseher oder Standrechner lieber noch per Kabel ansteckt, hat dazu die Möglichkeit. A propos anstecken: Das Xiaomi Mehs System AX3000 ist kein Standalone-System! Heißt: Es hat kein Modem eingebaut. Dieses braucht man separat, hat aber zu 99% sowieso eines vom Internetprovider.

Das Setup des Mesh ist superschnell erledigt. Einen Router stellt man zum Modem, verbindet das Modem mit dem WAN-Port und richtet ihn samt App ein. Man vergibt WLAN-Name usw... Leuchten dann am ersten Router beide LEDs weiß, nimmt man den anderen Router, steckt ihn an und drückt an beiden Routern die Mesh-Taste. Die beiden Geräte verbinden sich und spannen das Mesh im Wohnraum. Es kann so einfach sein. In der Xiaomi Home App lassen sich sodann beide Geräte verwalten, wobei ein Router als Mesh-Master, also Hauptgerät und das andere als Satellit fungiert und die Einstellungen des "Meisters" übernimmt.

Technik und Durchsatz - sehr gut mit einem Hinkebein!

Das Mesh System ist am Puls der Zeit: WLAN6 (ax), 2,5 Ghz WAN-LAN Port, 160 Mhz-Technologie und eine gesamte Durchsatzrate von bis zu 3.000 Mbit werden versprochen. Wer also einen weit verbreiteten Internetanschluss mit maximal 100 Mbit hat, kommt mit dem Mesh System mehr als durch. Einzig ein kleines Hinkebein ist vorhanden: Wird das Mesh genutzt, dann ist die Bandbreite geteilt und die Kommunikation zwischen den beiden Routern damit auch. Andere, meist teurere, Mesh-Systeme nutzen oft ein Frequenzband um mit diesem exklusiv eine stabile Verbindung zwischen den beiden Routern herzustellen. Die gesamte Bandbreite wird dadurch zwar niedriger, aber die Verbindung zwischen den Mesh-Geräten ist stabiler. Diese Technik beherrscht das Xiaomi System nicht.

Die Durchsatzraten sind aber, auch dank der hohen möglichen Bandbreite von bis zu 3.000 Mbit, wirklich gut. In meinem gesamten Reihenhaus (70 qm2, 2 Stockwerke) hatte ich hervorragenden WLAN Empfang und starkes Internet. Ich selbst nutze 5G-Mobilfunk mit rund 300 Mbit samt Außenantenne (da in Graz an meinem Standort über die Leitung maximal 20 Mbit durchkommen würden). Das Zyxel Outdoor-Modem harmonierte perfekt mit dem Xiaomi-Router. Eingesteckt und fertig. Ich hatte sogar am rund 100-Meter entfernten Carport noch WLAN-Empfang. 

Fazit - für große Wohneinheiten und mehrstöckige Wohnungen!

Wer sagen wir eine 50-100 Quadratmeter Wohnung auf einer Ebene hat, braucht normal kein Mesh-System. Hier würde z.B. einer der beiden Router völlig ausreichen. Problematischer wird es bei größeren Wohnungen/Häusern oder kleineren Einheiten mit zwei Stockwerken. So ist z.B. mein Reihenhaus mit 70-Quadratmeter nicht gigantisch, aber eben zweistöckig und der Router in einem Stockwerk versorgt das andere Geschoss nicht wirklich gut. Hier schafft Mesh definitiv Abhilfe und das Xiaomi System macht es sehr sehr gut.

Die Chinesen versprechen bis zu 4.000 qm2 WLAN-Abdeckung und bis zu 254 verbundene Geräte die möglich sind. Außerdem beherrscht das Mesh System AX3000 Beamforming für besseren Empfang. Ich war mit dem Mesh-System mehr als gut versorgt und hatte nirgendwo im Haus ein Funkloch. Für mich gibt es, ob der einfachen Handhabung und den starken Übertragungswerten 8 von 10 Bewertungspunkte. Dazu trägt auch der niedrige Preis von unter 100 Euro bei (Straßenpreis derzeit rund 80 Euro). Für dieses Geld gibt es derzeit keine vergleichbare Mesh-Leistung mit WLAN6.

Foto: ©Weekend/Steinberger-Weiß

Bis zum nächsten Mal.

Hinweis: Das Testgerät wurde mir von Xiaomi für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt.

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger-Weiß ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben.

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