Preisexplosion bei Wohnungen und Häusern

Wien und der Westen noch teurer: Durchschnittshaus in Tirol kostet knappe Million.
Autor: Rudolf Grüner, 14.01.2022 um 12:43 Uhr

Betongold boomt: Schon im letzten Jahr stieg die Immobilien-Nachfrage, 2022 ist kein Ende des Hypes in Sicht, wie die Experten von Engel & Völkers prognostizieren.

Egal ob als sicheres Investment in turbulenten Zeiten oder als neue Heimat: Der Marktüberblick über das abgelaufene Jahr zeigt, dass sowohl die Preise für Eigentumswohnungen wie auch die Kosten für im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser noch einmal einen kräftigen Sprung nach oben gemacht haben.

Wohnungen: Teuerungs-Turbo im Burgenland

Vor allem in der Ostregion, muss immer tiefer in die Tasche gegriffen werden. Als Spitzenreiter bei der Preisschraube hat sich das Burgenland herauskristallisiert. Wenig Angebot im Bereich der Eigentumswohnungen bei stetig steigender Nachfrage führte zu einem Plus von satten 20,5 Prozent, wie die Immo-Profis vorrechnen. Platz zwei in Sachen Kostenexplosion hält Tirol (plus 17 Prozent), gefolgt vom Bundeland Salzburg, wo um 15,6 Prozent mehr für die Wohnung im Eigentum hingeblättert werden musste.

Die Inflation, das knappe Angebot und die weiter steigenden Preise führen bei Kunden dazu, noch intensiver und rascher in Immobilien zu investieren.“,Geschäftsführer Philipp Niemann vom Engel & Völkers Market Center Wien.

Preis: Tirol bei Eigentumswohnungen on top

Blickt man allein auf die Landeshauptstädte ist die Tiroler Landeshauptstadt an der Spitze der Preiszuwächse (17,4 Prozent). Auch die Plätze zwei und drei gehen in den Westen des Landes: Salzburg wurde um 17,3 Prozent teurer, für die Wunsch-Wohnung musste in Bregenz um 16, 7 Prozent bezahlt werden. Am Ende der Skala rangiert St. Pölten, wo Eigentumswohnungem „nur“ um 10,3 Prozent teurer wurden. Wien zählt laut den für das erste Halbjahr 2021 von Immoservice Austria und der terravistor GmbH erhobenen und Engel & Völkers für das Gesamtjahr hochgerechneten Daten ein Plus von 14,3 Prozent.

Wien und Westen: Die teuersten Wohnungspflaster

Wien bliebt im Bundesländervergleich trotz verhältnismäßig kleineren Zuwächsen im Jahr 2021 das teuerste Pflaster. Eine Eigentumswohnung kommt im Schnitt auf 5.417 Euro pro Quadratmeter. Dicht dahinter liegt schon das Ländle. In Vorarlberg werden 5.218 Euro fällig. Ebenfalls über der 5.000 Euro-Marke findet sich Tirol. Auch die teuerste Stadt des Landes liegt in Tirol. Innsbruck ist hier mit 6.374 Euro je Quadratmeter klarer Spitzenreiter. Vor Wien liegt auch noch Salzburg Stadt mit einem Quadratmeterpreis von 5.595 Euro.

Park und Häuser in Wien | Credit: iStock.com/RossHelen

Hauskauf: In Tirol ein Millionen-Investment

Auch bei den Häusern ging die Preisrallye bundeweit munter weiter. Und auch hier dominiert Tirol das Ranking. Wer sich in Österreichs Westen einen Wohnsitz mit Garten zulegen wollte, musste im Vergleich zu 2020 um satte 72,9 Prozent mehr berappen. Laut Experten ist die dortige Preisexplosion vor allem auf die starke Nachfrage im Luxussegment zurückzuführen.

Einfamilienhäuser vor dem wilden Kaiser | Credit: iStock.com/3000RISK

2,6 Millionen Euro für ein Durchschnittshaus

Das Durchschnittshaus kostet in Tirol jetzt knapp eine Million Euro, in Innsbruck schon 1,26 Millionen Euro. Hotspot in Tirol wie auch national ist der Bezirk Kitzbühel, wo die eigene Bleibe auf rund 2,6 Millionen Euro kommt. In Wien müssen durchschnittlich 855.000 Euro bezahlt werden. „Durch diese enormen Preissteigerungen entwickelt sich die eigengenutzte Immobilie zunehmend zu einem Luxusgut“, sagt Philipp Niemann, Geschäftsführer vom Engel & Völkers Market Center Wien.