"Plastik-Actionfigur": Scharfe Kritik an Jackson-Biopic
Das kürzlich veröffentlichte Biopic "Michael" über den 2009 verstorbenen Popstar Michael Jackson steht im Zentrum einer heftigen Kontroverse. Während der Film an den Kinokassen weltweit Erfolge feiert, bemängeln Kritiker, dass zentrale Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs ausgeblendet werden.
Kontroverse um die Darstellung
Das von Antoine Fuqua inszenierte Biopic konzentriert sich auf die frühen Jahre des Künstlers, seine Zeit bei den Jackson Five sowie seinen Aufstieg zum internationalen Superstar, wobei die Handlung mit dem Londoner Solo-Konzert 1988 endet. Dokumentarfilmer Dan Reed kritisierte scharf, dass der Film eine Version der Ereignisse erschaffe, welche die Vorwürfe von Betroffenen als Lüge darstelle.
Kritik von Dan Reed
Reed, Regisseur der Dokumentation "Leaving Neverland", bemängelt in einem Interview mit Variety, dass der Film jeglichen Einblick in die Persönlichkeit von Jackson vermissen lasse. Seiner Ansicht nach werde Jackson als "asexuelle Plastik-Actionfigur" porträtiert und das kontroverse Naheverhältnis zu Kindern als Engelhaftigkeit uminterpretiert. Auch Jacksons Tochter Paris äußerte sich bereits kritisch über das Drehbuch und merkte an, dass der Film eine Fantasie für bestimmte Fans bediene.
Haltung der Filmemacher
Regisseur Antoine Fuqua äußerte im Vorfeld Zweifel an den Vorwürfen. Er deutete im New Yorker an, dass Teile der öffentlichen Debatte rassistisch motiviert sein könnten und hinter den Anschuldigungen auch finanzielle Interessen stünden. Trotz der Spannungen erzielte der Film am Startwochenende Rekordzahlen und spielte weltweit bereits 217 Millionen Dollar ein.
Reaktionen im Forum
Die Reaktionen auf die Veröffentlichung fallen auch beim Publikum sehr unterschiedlich aus. Während einige User den Freispruch im Missbrauchsprozess von 2005 betonen und die Würdigung des Künstlers im Vordergrund sehen, fordern andere eine transparente und kritische Aufarbeitung der Schattenseiten.