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Marian Gold von der Band Alphaville beim Rainbow Festival 2026 am Fühlinger See
Alphaville-Frontmann Marian Gold lehnt die Wiedereinladung zum Glücksgefühle Festival nach dem Streit um Kunstfreiheit ab.
Alphaville-Frontmann Marian Gold lehnt die Wiedereinladung zum Glücksgefühle Festival nach dem Streit um Kunstfreiheit ab.
APA-Images / Action Press / Panama Pictures

"Performance unmöglich": Alphaville lehnt Wiedereinladung ab

04.09.2026 um 09:43, Marcel Toifl
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Erst ausgeladen, dann wiedereingeladen: Alphaville verzichtet auf den Auftritt beim Glücksgefühle Festival. Alle Hintergründe zur Ausladung und Absage.

Die Posse um den Auftritt der Synth-Pop-Pioniere Alphaville beim Glücksgefühle Festival am Hockenheimring findet einen endgültigen Schlussstrich: Trotz einer öffentlichen Entschuldigung und einer offiziellen Wiedereinladung durch den Veranstalter Markus Krampe wird die Band nicht auf dem Festival auftreten. Nach einer vorangegangenen Ausladung wegen politischer Äußerungen sieht die Band die notwendige Atmosphäre für eine Show als nachhaltig beschädigt an.

Ausladung wegen politischer Äußerungen

Auslöser der Kontroverse war eine Entscheidung der Glücksgefühle-Festivalleitung unter Markus Krampe. Die Veranstalter hatten Alphaville im Vorfeld ausgeladen, da im Vorfeld keine Einigung darüber erzielt werden konnte, „politische Äußerungen auf unserer Bühne zu unterlassen“. Die Band um Frontmann Marian Gold hatte sich in der Vergangenheit wiederholt öffentlich für Demokratie und Vielfalt sowie gegen Rechtsextremismus positioniert.

Sänger Gold bezeichnete das Bitten des Veranstalters als versuchten „Maulkorberlass“ und machte die Ausladung öffentlich. Dies löste innerhalb kürzester Zeit eine bundesweite Debatte über Meinungs-, Redefreiheit und die Unabhängigkeit der Kunst aus.

Öffentlicher Druck und Entschuldigung des Veranstalters

Die Entscheidung des Veranstalters stieß auf massive Kritik in der Öffentlichkeit und in der Musikbranche. Unter anderem solidarisierten sich namhafte Musiker wie Campino, Frontmann der Toten Hosen, mit Alphaville.

Angesichts der Welle der Entrüstung ruderten die Veranstalter zurück. Markus Krampe räumte öffentlich ein, dass die Ausladung ein klarer Fehler gewesen sei. Er entschuldigte sich bei der Band und sprach eine offizielle Wiedereinladung aus. Krampe betonte dabei rückwirkend: „Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen.“

Warum Alphaville trotz Wiedereinladung absagt

Trotz des Bitten des Veranstalters lehnten Alphaville den Auftritt am Hockenheimring nun endgültig ab. In einem offiziellen Statement auf Social Media und gegenüber Medienvertretern begründet die Band ihre Entscheidung präzise.

„Wir nehmen die Entschuldigung und Wiedereinladung des Veranstalters Markus Krampe zur Kenntnis und hoffen, dass er von nun an die Bedeutung von Rede- und Kunstfreiheit beim Glücksgefühle Festival gebührend respektiert“, teilte Sänger Marian Gold mit. Dennoch sei durch die vorangegangenen Vorkommnisse eine Stimmung entstanden, die eine Performance unmöglich mache: „Ungeachtet dessen haben die vorangegangenen Äußerungen eine Atmosphäre geschaffen, in der wir von einem Auftritt absehen.“

Marian Gold im Interview: „Die Kunst ist frei“

In einem Interview mit tagesschau24 legt Marian Gold die grundsätzliche Haltung der Band dar. Eine Einschränkung von Inhalten auf der Bühne sei mit dem demokratischen Grundverständnis unvereinbar.

„Musik ist Teil der Kunst – und die Kunst ist frei“, unterstrich Gold. „Wenn man sagt, politische Themen dürfen nicht verwendet werden, dann ist das eine Einschränkung der künstlerischen Freiheit und vollkommen inakzeptabel in einem Land wie Deutschland, das auf einer Demokratie und unserem Grundgesetz beruht. Das kann man so nicht hinnehmen.“

Klare Haltung gegen rechts und Kritik an der AfD

Gold ordnet seine politischen Ansichten im liberalen bis linken Spektrum ein und warnte eindringlich vor dem Erstarken rechtsextremer Kräfte, insbesondere dem „Sammelbecken AfD“. Diese Gruppierungen verträten „widerliche politische Vorstellungen“ und steuerten im Falle einer Machtübernahme auf eine Diktatur zu.

„Das gilt es mit allen Mitteln zu verhindern – nicht nur durch uns Künstler, sondern durch alle Menschen hier in Deutschland, die auf dem Boden unseres Grundgesetzes stehen“, forderte der Sänger. Zwar seien in den vergangenen 20 Jahren Versäumnisse der etablierten Politik im sozialen Bereich spürbar geworden, dennoch bleibe die demokratische Mehrheit in der Pflicht. Künstler hätten dabei die Aufgabe, die Bevölkerung aufzuwecken und für die errungenen Freiheiten zu kämpfen.

Hintergrund der Band Alphaville

Der Vorfall rund um das Glücksgefühle Festival reiht sich in eine Serie von Debatten ein, in denen sich Alphaville politisch positioniert. Erst kürzlich wehrte sich die Band gerichtlich und öffentlich gegen die Nutzung ihres Hits „Forever Young“ in Wahlkampf-Videos von Donald Trump.

Alphaville gehört zu den international erfolgreichsten deutschen Pop-Exporten der 1980er-Jahre. Mit zeitlosen Synth-Pop-Klassikern wie „Big in Japan“ und „Forever Young“ erlangte die Gruppe weltweite Bekanntheit und setzt sich bis heute aktiv für gesellschaftspolitische Themen ein.

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