Tech-Blog: Huawei Freebuds 4i im Test

Die Chinesen wollen jetzt mit Wearables und Soundables den Markt in Österreich aufmischen, nachdem die geopolitische Lage den Verkauf von Smartphones zunehmend schwierig macht (Stichwort: fehlende Google Services). Aber um es mit den Worten eines gescheiterten deutschen Schlager"stars" zu sagen: EGAL! Denn die Wearables und Soundables laufen hervorragend und sind eine Bereicherung im Sortiment. Auch ich war von Anfang an mit dabei und fand vor allem für FreeBuds Pro und FreeBuds Studio viel Lob, aber auch die Vorgänger der hier getesteten TWS-Kopfhörer haben mir bis auf die Telefoniefunktion gut gefallen. Die FreeBuds 3i hatten hervorragenden Sound. Ist das so geblieben?

 

Handhabung und Qualitätsanmutung - passt!

Die FreeBuds 3i hatten ein hochwertiges und praktisches Ladecase und auch die FreeBuds 4i können hier punkten. Das Design orientiert sich laut Huaweis Aussage an einem isländischen Kieselstein. In Ermangelung eines realen isländischen Kiesels in meinem Repertoire nehme ich das jetzt so hin. Im "Kieselstein" stecken die zwei Ohrhörer drin und die lassen sich wieder nur mit einer speziellen Grifftechnik entfernen (wie bei den FreeBuds Pro). Das gefällt mir weniger, denn bei den 3i wurden die Ohrhörer nur eingelegt und waren flugs entnommen. Das Case hat außerdem eine flache Seite und liegt auf der sehr gut auf, aber wenn die Klappe offen ist lässt sich das Case nicht hinlegen ohne, dass die Klappe zugeht. Vor allem bei Updates, wo die Klappe ständig offen sein muss nervig und auch ein kleiner Rückschritt im Design (verglichen zu den 3i).

Die Handhabung der Buds, so sie aus dem Case gekommen sind, ist sehr gut, es handelt sich wieder um In-Ear Hörer die bombenfest sitzen. Wenn das nicht so ist liegen im Lieferumfang andere Silikonpolster bei (L und S). Montiert sind die "M"-Pölster. Auch die Bedienung per Touch an den Hörern selbst ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kein Problem. Noise-Cancelling lässt sich z.B. auch ohne App direkt per "Touch" aktivieren. Das gefällt mir.

Sound und Noise-Cancelling - etwas ambivalent!

Ich gebe zu, meine Ohren sind von Pro, Studio und Co. verwöhnt, die bieten nämlich wirklich herausragenden Sound. Da können die 4i leider nicht ganz mithalten. Trotz Koppelung mit AI.Life App und neuestem Update kam nicht so recht Partystimmung in meinen Ohren auf. Vor allem der Bass hat mir gefehlt, insgesamt klingen mir die 4i etwas zu dumpf. Um Fehler und Probleme mit der Quelle auszuschließen habe ich mehrere Smartphones (darunter ein Huawei) und andere Quellen ausprobiert. Das Ergebnis hat sich aber nicht massiv verändert. Insgesamt geht die Soundqualität in Ordnung, im Vergleich zu den Vorgängern ist es für mich aber ein Rückschritt.

Auch das Noise-Cancelling hat mich diesmal nicht besonders vom Hocker gerissen. Sowohl Straßenlärm als auch andere Geräusche waren doch stets präsent, auch im stärksten Modus. Verglichen zu den FreeBuds Pro eine eher kosmetische Sache. Positiv ist diesmal aber des Telefonieerlebnis. Gesprächspartner sind laut und klar hörbar und auch ich wurde von allen problemlos verstanden.

Die Akkulaufzeit geht für mich total in Ordnung, an die Grenzen bringen konnte ich die FreeBuds 4i nie. Huawei wirbt mit bis zu 10 Stunden Laufzeit mit einer Ladung und bis zu 22 Stunden mit dem Case. Das sind Traumwerte, vor allem für die Buds. Da ich aber selten bis nie 10 Stunden am Stück Buds verwende konnte ich diese Angabe nicht verifizieren. 1-2 Stunden schaffen die Dinger problemlos. Sehr positiv ist die schnelle Ladegeschwindigkeit. Mit einer 10-minütigen Ladezeit sollen die FreeBuds 4i ganze vier Stunden durchhalten. Tatsächlich laden die FreeBuds 4i superschnell. Wireless-Charging wird nicht unterstützt.

Fazit - Jo eh, ABER!

Irgendwie hinterlassen die FreeBuds 4i einen etwas gemischten Eindruck. Anmutung und Qualität sind gelungen, auch das Case ist schön und funktionell und die Akkulaufzeiten sind gigantisch. Leider patzen die Buds bei der für mich wichtigsten Kategorie: der Soundwiedergabe. Bei den meisten Musikstücken hatte ich nicht das Gefühl, dass die 4i jetzt wenig Freude daran haben, mir dieses Stück ordentlich zu präsentieren. Das ist schade, sind die FreeBuds 4i mit 99 Euro UVP doch günstigere Vertreter ihrer Gattung. Ich würde die FreeBuds 4i mit 5 von 10 Bewertungspunkten beglücken. Damit sind sie solides Mittelfeld.

Ich muss aber eine Lanze für Huawei brechen. Die FreeBuds Pro des Herstellers sind zwar schon vor einiger Zeit erschienen, bieten aber TOP-Sound, hervorragendes Noise-Cancelling und ebenso lange Akkulaufzeit (inkl. Wireless-Charging). Und da sie schon etwas am Markt sind ist der Straßenpreis mittlerweile auf rund 130 Euro gesunken (Stand: 18.03.2021). Damit sind sie für mich No-Brainer und definitiv eine Empfehlung! Wer 30€ mehr zur Verfügung hat und Huawei-Sound will, sollte definitiv zu den Huawei FreeBuds Pro greifen.

Weitere Bilder der FreeBuds 4i:

Hinweis: Das Testgerät wurde mir von Huawei zur Verfügung gestellt. Der Testbericht entsteht unabhängig und wird vor Veröffentlichung nicht an Huawei zur Freigabe gesendet.

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger-Weiß ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 15.03.2021