Abenteuer Winter: Außergewöhnliche Aktivitäten
Inhalt
- Auf der sanften Schneeseite
- Gas geben gefragt?
- Tierisch tolle Erlebnisse
- Eiskalte Euphorie
- Eis, Stein, Feuer
Es ist ein seltener Gänsehaut-Moment: Die Rotoren kreisen, der Helikopter hebt ab und unter einem breitet sich das weiße Meer der Arlberger Alpen aus. In Lech-Zürs, Vorarlberg, wartet auf mutige Skifahrer ein exklusives Erlebnis. Österreichweit ist es der einzige Ort, an dem Heliskiing offiziell erlaubt ist. Unberührte Tiefschneehänge, die man sonst nur aus Kanada kennt, werden hier zur „Piste der Freiheit“, bei der jede Kurve für Nervenkitzel, aber auch pures Glücksgefühl sorgt. Natürlich nur mit staatlich geprüften Guides und Lawinenausrüstung.
Auf der sanften Schneeseite
Wer die Ruhe sucht, findet sie etwa beim Schneeschuhwandern. Kein Lift, kein Motor, kein Trubel – nur das Knirschen unter den Füßen und der eigene Atem, der vor der winterlich unberührten Natur sichtbar wird. Reizvolle Touren finden sich beispielsweise im Raurisertal, im Nationalpark Gesäuse oder in der Region Seefeld. Viele Tourismusverbände bieten geführte Wanderungen an, oft auch bei Vollmond. Wenn Körper und Geist im Gleichgewicht bleiben sollen, ist Skiyoga das neue Zauberwort. In Bad Gastein oder auf der Schmittenhöhe in Zell am See (Salzburg) verschmelzen sowohl für Anfänger als auch für Geübte Dehnübungen, Atemtechniken und sanfte Schwünge zu einer meditativen Erfahrung.
Gas geben gefragt?
Für alle, die lieber aufdrehen als abschalten, ist Snowmobil-Fahren der ultimative Kick. Bekannt aus Skandinavien erfreuen sich die Motorschlitten auch hierzulande immer größerer Beliebtheit. Dabei können Abenteuerlustige unter Anleitung mit PS-Power durch verschneite Landschaften und Wälder düsen. Solche Touren lassen sich unter anderem in Reichenau im Mühlkreis (OÖ), in der Region Turracher Höhe (Kärnten/Steiermark) oder in Saalbach-Hinterglemm (Salzburg) buchen. An einigen Orten ist schon das Hinfahren zu den Motorschlitten ein Erlebnis für sich – denn da geht‘s schneidig mit Quads durch den Schnee, was mindestens genauso cool ist. Eine noch sportlichere Adrenalin-Alternative ist Fatbiken. Ob klassisch oder mit E-Motor – auf bis zu zwölf Zentimeter dicken Ballonreifen mit Noppenprofil cruist man dabei über Schnee und Eis downhill die Piste hinunter oder auf Almhütten hinauf. Fatbikes kommen ursprünglich aus Alaska und sind speziell für das Fahren auf Schnee gebaut. Der Trick: Weniger Tempo, mehr Balance. Geführte Touren kann man unter anderem in der Region Schladming-Dachstein (Steiermark), am Weissensee in Kärnten oder im SalzburgerLand buchen.
Tierisch tolle Erlebnisse
Ein Hauch von Alaska in den Alpen: Im Mühlviertel, in Faistenau bei Salzburg, oder am Weissensee in Kärnten kann man sich von Huskys durch die Winterwildnis ziehen lassen. Spätestens nach einer halben Stunde hat man das Gefühl, Teil des Rudels zu sein. Wer will, kann sogar selbst zum sogenannten Musher werden, den Schlitten lenken und den Hunden Kommandos zurufen. Neben romantischen Pferdeschlittenfahrten, die in sehr vielen Regionen angeboten werden, findet sich ein weiteres tierisches Wintererlebnis auf der Beliebtheitsskala der Österreicher aktuell ganz weit vorne: Alpaka-Wanderungen. Kaum ein Tier schaut schließlich so süß drein! Entsprechende Angebote werden aufgrund der hohen Nachfrage, insbesondere durch Familien, seit einigen Jahren immer mehr. Fündig wird man unter anderem im Salzkammergut, im Mostviertel, rund um Innsbruck oder im kärntnerischen Lavanttal.
Eiskalte Euphorie
Eine weitere Winteraktivität, die seit ein paar Jahren regelrecht boomt, ist Eisbaden. Mit seinen zahlreichen Seen ist Österreich die perfekte „Spielwiese“ dafür. Zoomen wir in Richtung steirischen Altausseer See: Eine kleine Gruppe steht im Bademantel am Ufer. Die Außentemperatur liegt knapp über null, das Wasser ist noch kälter. Schritt für Schritt nähern sie sich und dann... Wie fühlt sich das an, dieser „Sprung“ ins eiskalte Wasser? Erst sticht es, dann brennt es, dann wird es ruhig. Das Hochgefühl, das nach der Überwindung kommt, ist einzigartig, sind sich Geübte einig. Wichtig: Gerade am Anfang keinesfalls alleine Eisbaden gehen. Es gibt auch eigene Workshops, weil es dabei viel ums richtige Atmen geht, wie Daniel Fetz, Kälte-Coach in der Donauregion OÖ, erzählt: „Wenn du ins eiskalte Wasser gehst, ist dein Gehirn sofort im Alarmzustand. Durch gezieltes Atmen lernst du, dein Gehirn in dieser Extremsituation zu beruhigen.“ So lerne man, sich auf Knopfdruck zu entspannen, wodurch man jede Stresssituation besser meistern könne.
Eis, Stein, Feuer
Noch mehr Action-Kick gefällig? Wie wäre es mit Eisklettern?! Etwa im Maltatal oder im Pitztal, wo gefrorene Wasserfälle zu kristallblauen Wänden erstarren. Unter Anleitung von Profis lernt man, wie man mit Steigeisen und Pickel sicher aufsteigt. Wenn die Finger vor Kälte zittern und es knackt, wenn das Eis unter dem Hammer splittert, ist das zwar nichts für schwache Nerven. Doch der Moment, wenn man dann oben steht, ist unbezahlbar. Etwas weniger Nervenkitzel, aber nicht minder spektakulär: Bauen Sie doch einfach mal selbst ein Iglu! Dazu gibt‘s auch eigene Workshops, zum Beispiel in Kühtai, Tirol: Schnee schaufeln, Blöcke schneiden, Wände setzen, bis aus dem Chaos eine perfekte Kuppel entsteht. Am Abend liegt man im Schlafsack im Eis-Wunderwerk, das man mit eigenen Händen erschaffen hat. Wie Sie sehen, bietet der Winter weit mehr als „nur“ Skifahren und Eislaufen. Abseits von gewohnten Pfaden lässt sich viel Außergewöhnliches erleben. Genau so entstehen Geschichten, die man irgendwann den Enkerln erzählt.