5 Geheimtipps für Bella Italia

Triest: Wien an der Adria

Nicht Rom oder Neapel ist Italiens Kaffeehauptstadt, sondern - Triest. Hier trinkt man im Schnitt 1.500 Tassen pro Jahr, das ist das Doppelte des italienischen Durchschnitts. Die enorme Verliebtheit der Triestiner in das schwarze Genussmittel hat historische Gründe, denn als Hafenstadt war Triest immer schon ein wichtiger Umschlagplatz für Kaffeebohnen aus Übersee. Die Stadt – Ursprungsort der berühmten Marke „Illy“ – ist mit traditionellen Cafés geradezu gepflastert, sie heißen „Pirona“, „Ginger“, „Eppinger“, „Antico Caffè San Marco“ oder „La Bomboniera“. Triest, das bis 1918 zu Österreich-Ungarn gehörte, eignet sich hervorragend für ein verlängertes Wochenende, ob man nun mit dem Nachtzug anreist oder eine Autofahrt in Kauf nimmt. Ob Shopping, Kultur, Genuss (besonders die vielen Fischrestaurants und Osterie seien empfohlen), hier kommt jeder Italienfan garantiert auf seine Kosten.

Triest | Credit: www.neumayr.cc

Bassano: ein Grappa gefällig?

Wahrzeichen der Stadt ist die den Fluß Brenta querende Ponte degli Alpini, die im 13. Jahrhundert nach einem Entwurf von Andrea Palladio erbaut und seither zig mal zerstört und wieder aufgebaut wurde. Bassano ist eigentlich kein Touristenort im üblichen Sinn, aber gerade das macht den Reiz aus – man ist quasi in einer nur von Einheimischen belebten, von malerischen Plätzen geprägten Stadt unterwegs. Bekannt ist Bassano für seine Gastronomie und natürlich für den Tresterbrand „Grappa“, der hier in vielen Destillerien hergestellt wird. Den Namen verdankt die Stadt allerdings nicht dem Schnaps, sondern dem Monte Grappa, der das Stadtbild prägt und der im ersten Weltkrieg hart umkämpft war. Heute ist er ein Mekka für Paragleiter aus ganz Europa.

Bassano del Grappa | Credit: www.neumayr.cc

Cremona: Musik liegt in der Luft

Die knapp 80.000 Einwohner zählende lombardische Provinzhauptstadt Cremona ist untrennbar mit zwei großen Namen aus der Geschichte der Musik verknüpft: Claudio Monteverdi (1567 - 1643), der „Erfinder“ der Oper und Antonio Stradivari (1644 – 1737), der berühmte Geigenbaumeister, wurden hier geboren. Das Herz Cremonas ist der Dom mit dem weiträumigen „Campo“, einer der schönsten Plätze Italiens. Unübersehbar reckt sich in der Nachbarschaft der höchste Glockenturm des Landes in den Himmel."Torrazzo" (etwa: „Turm-Trumm“) nennen die Einheimischen das 111 Meter hohe riesige Renaissance-Bauwerk. Wer die Mühen des Aufstiegs über die 500 Stufen auf sich nimmt, wird mit einer phantastischen Aussicht belohnt. Zum Vergleich: der Südturm des Wiener Stephansdoms ist 136 Meter hoch.

Cremona

Matera: Das Film-Jerusalem

Die Stadt Matera zählt etwa 60.000 Einwohner und liegt in der Basiliata, also ganz im Süden des Stiefels zwischen Apulien und Kalabrien. Matera ist eine der ältesten Städte der Welt. Berühmt ist Matera für ein System an Höhlensiedlungen, die sogenannten „Sassi“. Dabei handelt es sich um in den Felsen geschlagene Höhlen, die bis in die 1960er Jahre von den ortsansässigen Familien bewohnt waren. Heute beherbergen die renovierten Höhlen unter anderem Museen, Hotels und Veranstaltungssäle. Matera ist immer wieder Filmkulisse. Mel Gibson realisierte hier die Passion Christi, aber lange vor ihm hatte Pier Paolo Pasolini den Ort für seinen Film "Il vangelo secondo Matteo“ entdeckt. Matera war übrigens 2018 europäische Kulturhauptstadt.

Matera

Mantua: der Palast der Lust

Die Österreicher kennen Mantua, gelegen südlich des Gardasees, in erster Linie aus dem Geschichtsunterricht, als jenen Ort, in dem Andreas Hofer von den Franzosen erschossen wurde („In Mantua zu Banden). Doch die Stadt in der Lombardei hat weit mehr zu bieten. Wer Mantua besucht, findet eine wunderschöne mittelalterliche Stadt vor, die man innerhalb der historischen Stadtmauern leicht zu Fuß erkunden kann. Der Palazzo Ducale an der zentralen Piazza Sordello war die Residenz der berühmten Herzogsfamilie Gonzaga. Eines der bedeutendsten Kunstwerke dort ist die "Camera degli Sposi", die von Andrea Mantegna in den Jahren 1465-1474 mit Fresken ausgemalt wurde. Ein Muss für jeden Mantua-Besucher ist der „Palazzo del Te“, errichtet zwischen 1524 und 1534 im Auftrag von Federico II. Gonzaga. Auf wunderbare Weise haben die damals von vielen Künstlern geschaffenen Wandmalereien die Zeiten überdauert. Einer der Säle – die „Sala di Psiche“ ­ ist mit äußerst expliziten Wandmalereien ausgestattet. Sie schildern die erotischen Abenteuer von Gottvater Zeus.

Mantua | Credit: iStockphoto/adrianocastelli
Autor: Gert Damberger, 09.08.2021