Weihnachten ohne Stress: So kann es gehen

Es könnte so schön sein, wenn es immer früher dunkel wird und der Winter naht. Idealerweise gibt es mancherorts schon Schnee. Aber auf jeden Fall steht Weihnachten vor der Tür! Das wird schon mal als die 5. Jahreszeit bezeichnet. Für einige bedeutet das eine sehr stressige und hektische Zeit. All' die Geschenke, die besorgt werden müssen, die eigenen vier Wände, die festlich dekoriert werden sollen, der Christbaum, der noch besorgt werden will. Nicht zu vergessen das Festessen, das für die Familien wieder etwas ganz Besonderes werden soll. Soviel "Muss" lässt einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Im Gegenteil! Bei so vielen Zusatzaufgaben zum üblichen Programm auch kein Wunder. Was, wenn es am Ende vielleicht viel mehr ein „hausgemachtes“ Problem ist? Vor allem Frauen neigen dazu, sich in den Weihnachtsstress rein zu manövrieren.

Kekse backen

Natürlich sind selbstgemachte Kekse köstlich! Wenn man auch die Geduld hat, dann gibt’s einen (oder mehrere) Backtage, gerne auch mit Nachwuchs. Kekse ausstechen und verzieren tun die meisten Kinder ja gern. Die einen haben mehr, die anderen weniger Ausdauer dabei. Es soll auf jeden Fall allen Spaß machen. Meine Jungs waren meist nach einer Stunde schon fertig mit Keksibacken, und der Rest vom Teig und das Chaos in der Küche blieben dann an mir hängen. Und sollte es in diesem Jahr nur zwei Sorten geben, so ist es auch nicht wirklich schlimm, denk' ich mir dann. Es gibt zum Glück Menschen, die mit Liebe und Leidenschaft und großem Zeitaufwand Gebäck machen. Das schmeckt auch gut und ist käuflich zu erwerben.

Basteln und Dekorieren

Für's Basteln und Dekorieren gilt das Gleiche. Wer es gerne macht und Talent dafür hat, für den ist es ein schönes Unterfangen und gehört zu Weihnachten dazu. Das bedeutet dann keinen Stress, sondern vielmehr Freude. Wer wie ich aber keine Bastelfee ist, überlässt das besser anderen. Einen Weihnachtsbaum gibt’s auch bei uns. Den schmücken wir gemeinsam, und er sieht jedes Jahr anders aus! Obwohl ich maximal ein bis zwei neue Kugeln oder Sterne dazukaufe. Ich bewundere jene, die dafür ein Auge haben und den Baum jedes Jahr in einem anderen Stil glänzen lassen. Meine Sache ist es nicht.

Bewährte Arbeitsteilung

Den Christbaum zu besorgen überlasse ich meinen „Jungs“ (= Söhne und Ehemann), für die Geschenkideen bin ich zuständig. Gute Arbeitsteilung, wie ich meine. Wir achten darauf, dass wir die Geschenke rechtzeitig bestellen und nicht unbedingt dafür in ein großes Einkaufszentrum müssen. Vor kaufwütigen Menschenmassen mache ich ohnehin das ganze Jahr einen großen Bogen, zur Adventszeit ganz besonders.

Weihnachtsessen

Essenstechnisch ist meine Familie zum Glück sehr unkompliziert. Es gibt schon was Besonderes, aber das muss nicht unbedingt jedes Jahr das Gleiche sein. Einzig der Heiligabend hat eine Tradition, die immer nach demselben Schema abläuft: Weihnachtsfest im engsten Familienkreis bedeutet: Wir feiern zu Hause. Anschließend gibt’s eine Feier bei einem meiner Geschwister, oder sie kommen zu uns. Dort trifft sich dann der größere Familienkreis, sprich meine Eltern, die übrigen Geschwister mit Anhang und Kinder mit Anhang. Geschenke werden ausgetauscht, es wird gegessen, getrunken, gesungen und geplaudert!

Nicht perfekt und gerade deshalb schön?

So mag ich unser Weihnachten, und zum Glück läuft es immer sehr entspannt ab. Das vor allem, wenn man den Mut hat, nicht perfekt sein zu wollen. Ist der Stress erst reduziert, zieht Gemütlichkeit in die weihnachtliche Stube ein. Und ist das nicht viel wichtiger als alles andere - der Weihnachtsgedanke, dass wir eine schöne Zeit im Kreise unserer Lieben verbringen?

Zur Autorin

Wer wie Judith Locher Mutter von drei Söhnen ist, schöpft aus einem großen Fundus, wenn es um das Thema "Männer im Alltag" geht. Mit Augenzwinkern und einer Prise feinem Humor teilt die Oberösterreicherin ihre Erlebnisse und Erkenntnisse auf www.weekend.at.

Autor: Judith Locher, 07.12.2021