Abschied nehmen: Verabschiedet sich mein Tier von mir?

Haustiere scheinen oft noch vor ihrem Besitzer zu spüren, wenn ihre natürliche Lebenszeit abläuft. Wie sich Ihr geliebtes Haustier in den letzten Stunden verhält, und wie Sie ihm helfen können, lesen Sie hier.
Autor: Jacqueline Klein, 05.01.2022 um 07:04 Uhr

Tiere scheinen häufig zu spüren, dass ihr Tod bald bevorsteht. Sie zeigen oft ein bestimmtes Verhalten und auch körperliche Anzeichen verraten, dass die Zeit des Abschieds naht. Wird ein altes oder krankes Haustier schwächer, ist die Angst eines jeden Besitzers groß, dass es demnächst sterben könnte. Auch wenn es schwerfällt, jeder Tierhalter muss sich auf dieses tragische Ereignis vorbereiten. Das Sterben ist für jeden Vierbeiner ein langwieriger Prozess, der den Halter viel Geduld, Kraft und Schmerz abverlangt. Wichtig ist, dass Sie die gemeinsame Zeit, die Ihnen noch bleibt, mit Ihrem geliebten Haustier nutzen, und es nicht allein lassen, wenn es dann so weit ist, dass es Sie verlassen muss.

Wie verhält sich ein Haustier vor seinem natürlichen Tod?

Jedes Haustier ist einzigartig, weshalb die Frage danach, wie es sich vor seinem Tod verhält, nicht eindeutig zu beantworten ist. Dennoch gibt es ein paar Anzeichen, die den nahenden Abschied ankündigen. Während manche Tiere – egal, ob Hund, Katze oder Meerschweinchen – unruhig sind und nicht recht wissen, ob sie sich verstecken sollen oder nicht, suchen andere bewusst die Nähe ihres Besitzers. Manchmal verkriecht sich ein Haustier aber auch an einem Ort, an dem es sich noch nie hingelegt hat – dieses Verhalten haben Haustiere von ihren wilden Verwandten. Es ist auch vollkommen normal, dass Ihr Wegbegleiter Wasser und Futter verweigert oder plötzlich einen Bewegungsdrang verspürt. Dass ein Haustier einfach einschläft und nicht mehr aufwacht, ist leider nicht die Regel. Oft müssen Sie als Tierhalter abwägen, ob ein Gang zum Tierarzt nicht die bessere Option ist, damit der vierbeinige Liebling friedlich einschlafen kann.

Katze liegt auf einer Decke | Credit: iStock.com/hamacle

So helfen Sie Ihrem Haustier

Egal, welchen Fellfreund Sie Ihr Eigen nennen, lassen Sie ihn in der Stunde seines Todes nicht allein. Mag sein, dass sich Ihr Haustier vor Ihnen versteckt und nicht bewusst Ihre Aufmerksamkeit einfordert, dennoch weiß es, dass Sie in seiner Nähe sind. Natürlich ist es ganz normal, dass Sie überfordert sind, trotzdem ist es wichtig, dass Sie jetzt geduldig und ruhig sind, damit Ihr Vierbeiner stressfrei gehen kann. Wenn möglich, bieten Sie Ihrem Tier die Möglichkeit, zu Hause sterben zu dürfen. Viele Tierärzte kommen gerne direkt in Ihr Zuhause, damit Ihr Tier in seiner gewohnten Umgebung einschlafen kann. Sollte Ihr Haustier beim Tierarzt sterben müssen, gilt auch hier– selbst wenn es schmerzt – die Regel: Lassen Sie Ihren felligen Freund nicht allein, denn in einer fremden Umgebung zu sterben, macht allen Tieren große Angst.

Hund wird gestreichelt | Credit: iStock.com/PavelRodimov

So nimmt Ihr Haustier von Ihnen Abschied

Vor allem Hundebesitzer berichten, dass ihr Hund kurz vor dem Tod besonders anhänglich war, oder dass er ihnen die ganze Zeit über in die Augen gesehen hat. Katzenbesitzer konnten beobachten, dass ihre Katze zuvor schon länger teilnahmslos auf ihrem Schlafplatz gelegen hat und kurz vor ihrem Tod noch einmal gezielt Kontakt zu ihrem Menschen suchte. Es gibt aber auch Berichte, dass Haustiere, die normalerweise ihr Leben lang sehr anhänglich gewesen sind, kurz vor dem Tod sich vor ihren Besitzern versteckten. Am besten bleiben Sie in der Nähe Ihres vierbeinigen Freundes und überlassen ihm die Entscheidung, ob er direkten Kontakt möchte oder nicht. Auf jeden Fall weiß ihr Vierbeiner, dass Sie für ihn da sind, und das ist schließlich alles, was zählt.

Katze gibt Mensch Pfote | Credit: iStock.com/dima_sidelnikov

Wie kann man sich würdevoll von seinem Haustier verabschieden?

Hat es Ihr Haustier überstanden, sollten alle Familienmitglieder die Chance haben, von ihm Abschied zu nehmen. Dazu gehören auch andere Tiere im Haushalt, denn viele Haustiere suchen nach dem verstorbenen Artgenossen, wenn sie sich nicht verabschieden konnten. Der Verlust des geliebten Haustieres ist für alle sehr schmerzhaft, deshalb sollten Sie sich überlegen, wie Sie mit Ihrer Trauer umgehen. Vielleicht hilft Ihnen eine Erd- oder Feuerbestattung mit einer Trauerfeier, um dieses schmerzhafte Ereignis durchstehen zu können. Eventuell haben Sie schon vorher Fell gesammelt – oder etwas Asche aufbewahrt – und möchten daraus ein Schmuckstück anfertigen lassen, damit Sie ihren Vierbeiner immer nahe bei sich tragen können.

Wie Sie mit dem Verlust Ihres Vierbeiners umgehen, ist Ihnen überlassen. Wichtig ist nur, dass Sie trauern, und dabei ist es Ihre Entscheidung, wie lange es dauert, um diesen Schmerz zu verarbeiten.

Tags