Trauerbewältigung für Tierhalter: Abschied vom geliebten Haustier

Der Familienhund, die Hauskatze, der Wellensittich, das Meerschweinchen oder das Kaninchen – es sind Freunde, die einen ein Leben lang begleiten. Doch eines Tages ist es so weit und der Abschied naht. Der Tod eines geliebten Haustieres stellt für jeden Besitzer ein einschneidendes Erlebnis dar. Zu verhindern ist es leider nicht. Besonders in Zeiten, in denen immer mehr Menschen Single sind oder ohne Kinder leben, kann das Haustier ein treues Familienmitglied sein. Ein Verlust ist daher nur schwer zu ertragen.

Wann ist es Zeit, sein Haustier gehen zu lassen?

Leidet der tierische Mitbewohner an einer unheilbaren Krankheit oder hat zunehmend starke Schmerzen, steht man irgendwann vor der schwierigen Entscheidung, den geliebten Freund gehen zu lassen. Denn mit der Aufnahme eines Haustieres wird eine große Verantwortung eingegangen. Schließlich muss sich der tierische Wegbegleiter auch in schweren Situationen und vor allem in den letzten Stunden seines Lebens auf seinen Besitzer verlassen können. Angst vor dem Verlust und dem Schmerz darf einen Halter niemals daran hindern, die richtige Entscheidung für sein Tier zu treffen. Das allgemeingültige Zeichen, wann das Leben des Tieres zu Ende geht, gibt es nicht. Es ist immer eine Frage der Lebensqualität.

Mann mit Hund auf Wiese | Credit: iStock.com/Chalabala

Wie verabschiedet man sich von seinem Haustier?

Wenn das treue Haustier stirbt, bricht für jeden Besitzer die Welt zusammen. Und ja, es ist vollkommen legitim, um seinen tierischen Freund genauso zu trauern wie um einen menschlichen. Und nein, um ein Tier zu trauern ist nicht einfacher. Der erste Schritt zu einer hilfreichen Trauerbewältigung für einen Tierhalter ist deshalb eine würdevolle Bestattung, denn dann gibt es einen Ort, wo getrauert und erinnert werden darf.

Jedoch gilt es zu beachten, dass es eine Reihe von Vorschriften gibt, wo ein Haustier begraben werden darf und wo nicht. Meist ist das Gesetz auch von Region zu Region verschieden. Manchmal ist auch eine Bestattung im Garten nicht erlaubt oder aufgrund der Größe des Tieres nicht möglich. Außerdem will niemand seinen Tierfreund bei einem Umzug zurücklassen. Mittlerweile wurden vieler Orts eigene Tierfriedhöfe errichtet, um den Abschied zu erleichtern. Zusätzlich haben sich in den letzten Jahren etliche Firmen darauf spezialisiert, Särge, Urnen und Grabinschriften für Tiere anzubieten. Im Zweifelsfall kann auch Ihr Tierarzt helfen und Ihnen ein Tierkrematorium empfehlen. Dann können Sie die Asche Ihres Weggefährten mitnehmen und eine Trauerfeier nach Ihren Vorstellungen abhalten.

Meerschweinchen in Wiese | Credit: iStock.com/Galyna0404
  1. Trauerbewältigung: Was tun, wenn der Schmerz zu groß wird?

Die Trauerbewältigung für einen Tierhalter ist niemals einfach und geht auch nicht schnell. Ein Tier, das lange ein treuer Begleiter war, kann nicht einfach vergessen werden. Das Wichtigste im Sinne der Trauerbewältigung ist es, den Schmerz zuzulassen und das geliebte Haustier in Erinnerung zu behalten, und zwar so, wie es zu Lebzeiten war – gesund und munter. Vielleicht können Sie ein Fotoalbum zusammenstellen oder Sie haben Videos auf Ihrem Smartphone. Eventuell haben Sie sogar ein Porträt oder einen Pfotenabdruck in Auftrag gegeben. Es ist zwar nicht jedermanns Sache, aber manchen Besitzern hilft es auch, sich den Namen des Tieres zu tätowieren. Oder Sie haben eine Fellsträhne oder die Asche Ihres Tieres und können daraus ein Schmuckstück als schönes Andenken anfertigen lassen. Egal, was Ihnen hilft, sich zu erinnern und den Schmerz zu bewältigen, tun Sie es.

Menschenhände und Hundepfote | Credit: iStock.com/Vasyl Dolmatov

Wie lange um sein Haustier trauern?

Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um sich zu verabschieden. Einen genauen Zeitrahmen gibt es für Trauer nicht. Vielleicht haben Sie in Ihrem Freundeskreis Menschen, die ebenfalls diese schmerzhafte Erfahrung machen mussten, als der Tierfreund gegangen ist. Den Schmerz zu teilen, kann bei der Trauerbewältigung sehr hilfreich sein, denn viele Menschen sind im ersten Moment überrascht, wie tief die Gefühle für den vierbeinigen Freund tatsächlich waren. Nach dem Tod des Haustieres kann es durchaus sein, dass Sie eine Reihe von unterschiedlichen Gefühlen durchleben. Ja, auch eine depressive Verstimmung ist möglich und ganz normal.

Wichtig ist es, keines der Gefühle zu unterdrücken, weil es „nur“ ein Tier war. Denn Sie wissen es besser: Sie trauern nicht um irgendein Tier, Sie trauern um einen Freund!

Autor: Jacqueline Klein, 10.01.2022