Aperol-Betrug: Dreiste Abzocke im Italien-Urlaub
- Mogelei in Venedig: Billigschnaps in Markenflaschen umgefüllt
- Auch Lignano betroffen: Abzocke trotz stolzer Preise
- Doppelter Schaden für Gäste und ehrliche Gastronomen
Ein erfrischender Aperol Spritz gehört für viele Urlaubsgäste in Italien einfach dazu. Doch in bekannten Hotspots wie Venedig und Lignano deckten Polizei und Finanzbehörden nun einen dreisten Betrug auf, wie die Tageszeitung "Il Gazzetino" berichtet: Zahlreiche Lokale schenkten billigen No-Name-Likör aus oder füllten minderwertige Spirituosen heimlich in originale Markenflaschen von Aperol und Campari um.
Mogelei in Venedig: Billigschnaps in Markenflaschen umgefüllt
In Venedigs beliebtem Ausgehviertel Cannaregio lockten einige Betriebe zuletzt mit vermeintlichen Schnäppchenpreisen von nur 2,50 Euro pro Glas – während der reguläre Marktpreis in der Lagunenstadt gewöhnlich bei mindestens vier Euro liegt. Bei Kontrollen der Stadtpolizei in einem Imbiss in der Salizada San Geremia flog der Grund für die Dumpingpreise auf: Die Beamten beschlagnahmten zahlreiche Markenflaschen, deren Siegel offensichtlich manipuliert oder abgelöst worden waren.
In die Leerflaschen bekannter Erzeuger war billiger No-Name-Likör umgefüllt worden, da echter Campari oder Aperol im Einkauf bis zu viermal so viel kostet wie die No-Name-Ersatzware. Neben der Täuschung der Gäste deckten die Ermittler verheerende Zustände auf: Es wurden Strafen für hunderte Lebensmittel ohne Herkunftsnachweis verhängt sowie massive Hygienemängel mit Schmutz und Schädlingsbefall in der Küche festgestellt.
Auch Lignano betroffen: Abzocke trotz stolzer Preise
Die Vorfälle beschränken sich keineswegs nur auf die Venezianer Kanäle. Auch im norditalienischen Badeort Lignano Sabbiadoro stieß die italienische Finanzpolizei auf dieselbe Masche. In zwei kontrollierten Betrieben wurden auf Werbeaufstellern und Getränkekarten Marken-Spritz angepriesen, beim Ausschank kam jedoch systematisch ein preiswertes Konkurrenzprodukt ins Glas, wie die Kleine Zeitung berichtet.
Besonders dreist: In Lignano kassierten die Betreiber trotz des minderwertigen Inhalts stolze zehn Euro pro Glas – ein Vielfaches des eigentlichen Warenwerts. Die Finanzpolizei erstattete Anzeige gegen die Lokalbesitzer wegen Irreführung und Verbrauchertäuschung.
Doppelter Schaden für Gäste und ehrliche Gastronomen
Venedigs Handelsstadtrat Sebastiano Costalonga verurteilt die betrügerischen Machenschaften scharf und betont den doppelten Schaden für die Region. Einerseits werden Urlauber und Einheimische um ihr Geld gebracht und mit Billigware abgespeist. Andererseits geraten ehrliche Gastronomen in Verruf, die aufgrund gestiegener Einkaufspreise faire Preise kalkulieren müssen und sich zu Unrecht dem Vorwurf der Abzocke ausgesetzt sehen.
Die Behörden in Venetien und Friaul-Julisch Venetien kündigten an, die Kontrollen in Bar- und Gastronomiebetrieben intensiv fortzusetzen, um den Konsumentenschutz zu gewährleisten und die Qualität der heimischen Gastronomie zu sichern.