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Warnsignale des Körpers | Credit: iStock.com/yodiyim
Spürt man das Herz regelmäßig heftig pochen, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Spürt man das Herz regelmäßig heftig pochen, sollte man einen Arzt aufsuchen.
iStock.com/yodiyim

Warnsignale: Der Körper schlägt Alarm

30.05.2022 um 11:06, Simone Reitmeier
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Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tumore kündigen sich häufig mit vermeintlich harmlosen „Wehwehchen“ an. Verspüren Sie eines dieser Symptome, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen.

Das ultimative Alarmsignal des Körpers ist Schmerz. Damit macht der Organismus auf sich aufmerksam und warnt, dass etwas nicht stimmt. Allerdings hat der Körper auch andere Mittel und Wege, um auf Unstimmigkeiten und womöglich schwerwiegende Erkrankungen hinzuweisen – dazu gehören Schwindel, Lähmungen oder Verfärbungen der Haut, um nur einige zu nennen. Jedes der folglich geschilderten Symptome kann eine einfache und harmlose Erklärung haben – aber auch ein Anzeichen für eine ernstzunehmende Krankheit sein.

Schwindel

Gründe für Gleichgewichtsstörungen sind vielfältig und können u. a. auf eine Innenohrerkrankung oder im schlimmsten Fall auf einen Schlaganfall zurückgeführt werden. Kommt es zu wiederkehrenden Schwindel-Attacken, die einer Karussellfahrt (Drehschwindel) gleichen und in Kombination mit Erbrechen auftreten, ist vermutlich eine Entzündung oder Durchblutungsstörung im Ohr der Übeltäter. Bei Schwankungsschwindel, ähnlich wie bei einer Bootsfahrt, ist die Ursache eher im Gehirn zu orten. Kommt es zeitgleich zu Lähmungserscheinungen, Seh- und/oder Sprechstörungen, ist ein Schlaganfall nicht auszuschließen.

Schwindel | Credit: iStock.com/SIphotography
Tritt Schwindel wiederholt und heftig auf, kann eine Innenohrerkrankung dahinterstecken. In Verbindung mit Lähmungen, Seh- und/oder Sprechstörungen auch ein…

Herzklopfen

Obwohl das Herz unaufhörlich im Körper arbeitet, nimmt es der Mensch im Normalfall nicht wahr – man hört und fühlt es nicht. Spürt man den Herzschlag wiederkehrend und unregelmäßig in Form eines heftigen Pochens im Halsbereich und geht das mit Brustenge und Schmerzen einher, sollte man Rat suchen. Unter Umständen kann es sich um Herzrhythmus- oder Elektrolytstörungen handeln, die lebensbedrohlich werden können.

Gelbe Haut

Nimmt die Haut innerhalb weniger Tage eine gelbe Verfärbung an, ist das ein relativ sicheres Anzeichen für Gelbsucht (Hepatitis). Das heißt, die Funktion der Leber ist gestört und filtert Giftstoffe nicht mehr aus dem Körper.

Melanom

Wächst ein Muttermal rasch und/oder asymmetrisch stark in eine Richtung, ist der Rand gezackt und/oder weist der „Leberfleck“ verschiedene Farben auf (von Dunkelbraun über Schwarz bis hin zu Rot), sollte beim Hautarzt eine Kontrolluntersuchung vereinbart werden. Bei diesen Hautveränderungen handelt es sich um typische Anzeichen von Hautkrebs.

Melanom | Credit: iStock.com/ Malikov Aleksandr
Bemerkt man bei Muttermalen eine Veränderung, sollte die Ursache in jedem Fall medizinisch abgeklärt werden.

Nachtschweiß

Leichtes Schwitzen bis zu 1,5 Liter pro Nacht ist in der Regel normal. Wer allerdings häufig so stark schwitzt, dass Bettlaken und Schlafklamotten durchnässt sind und regelmäßig gewechselt werden müssen, sollte die Ursache dafür medizinisch abklären lassen. Dahinter könnte sich eine schwere Krankheit verbergen, dazu zählen u. a. eine Fehlfunktion der Schilddrüse (vor allem bei Männern) und im Worst Case auch Tumorerkrankungen wie Leukämie und Lymphomen.

Blut im Stuhl

Während Blut auf dem Toilettenpapier und Schmerzen beim „täglichen Geschäft“ meist klare Anzeichen für Hämorrhoiden sind, weist Blut direkt im Stuhl auf weitaus schlimmere Krankheiten hin. Es könnte sich um Darm- oder Magenblutungen sowie im schlimmsten Fall um Darmkrebs handeln. Der Gang zum Arzt ist auf alle Fälle anzuraten.

Steifer Nacken

Fühlt man sich mit grippeähnlichen Symptomen krank, treten starke Hinterkopfschmerzen auf und ist insbesondere eine Nackenbeugung bis zur Brust ohne extreme Schmerzen nicht mehr möglich, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Dabei handelt es sich um ein typisches Anzeichen für eine Gehirnhautentzündung (Meningitis), die im Extremfall tödlich sein kann.

Steifer Nacken | Credit: iStock.com/Aleksej Sarifulin
Schmerz beim Beugen des Nackens bis in den Brustbereich sind ein Anzeichen für Gehirnhautentzündung.

Akute Brustschmerzen

Verspürt man im Brustkorb brennende Schmerzen, die in den linken Arm, Oberbauch, zwischen die Schulterblätter, in den Rücken und/oder in Hals und Kiefer ausstrahlen sowie Atemnot und ein Beklemmungsgefühl, zählt jede Minute. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Herzinfarkt handelt, ist hoch und es sollte umgehend der Notruf 144 gewählt werden. Kommt es zu Kammerflimmern, arbeiten die beiden Herzkammern nicht mehr ausreichend und die Pumpfunktion versagt – die Folge ist Atem- und Kreislaufstillstand.

Augen-Blitze

Nimmt man am Rande des Gesichtsfeldes kleine Lichtblitze wahr, die auch bei geschlossenen Augen auftreten, besteht akute Gefahr, dass sich die Netzhaut im Auge löst. In weiterer Folge sehen Betroffene „Rußflocken“ oder „schwarze Mückenschwärme“. Erfolgt keine schnelle Behandlung, kann ein erheblicher Verlust des Sehvermögens oder sogar vollständige Erblindung die Folge sein.

Starke Bauchschmerzen

Anhaltende Schmerzen im Unterbauch in Kombination mit Krämpfen können Warnzeichen für eine Blinddarmentzündung sein. Abwarten sollte man keineswegs, da ein Blinddarmdurchbruch droht, der tödlich enden kann. Ist der obere Bauchbereich betroffen, kann eine entzündete Speiseröhre der Grund sein und verbunden mit Übelkeit könnten auch Gallensteine oder eine entzündete Bauchspeicheldrüse vorliegen.

Starke Bauchschmerzen | Credit: iStock.com/ ipopba
Anhaltende bzw. wiederkehrende Bauchkrämpfe können Begleiterscheinungen einer Entzündung oder von Gallensteinen sein.

Starker Durst

Die Temperaturen befinden sich im Normalbereich, es wurde kein Sport getrieben und auch die Nahrung war nicht stark salzhaltig? Trotzdem kann der Durst nahezu nicht gestillt werden und der Körper verlangt nach immer mehr Flüssigkeit. Tritt das über einen längeren Zeitraum in Kombination mit Gewichtsverlust, ständiger Müdigkeit und vermehrtem Wasserlassen auf, kann die Ursache womöglich Diabetes sein.

Ameisenkribbeln

Verspürt man wiederholt ein Taubheitsgefühl an Armen, Rumpf oder Beinen in Kombination mit krampfartigen Lähmungen und Koordinationsstörungen, kann es sich unter Umständen um Erstsymptome einer Multiplen Sklerose (MS) handeln. Bei Menschen zwischen 25 und 40 Jahren können nicht erklärliche Sprechstörungen ebenfalls ein Anzeichen sein.

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