Lebensmittel, die Schwangere meiden sollten

Ihrer eigenen sowie der Gesundheit ihres Babys wegen sollten Schwangere alle Lebensmittel meiden, die Krankheitserreger wie Listerien, Toxoplasmen oder auch Salmonellen übertragen können. Weitere No-Gos erfahren Sie hier.
Artikel von Passion-Autor: Patricia Hainz, 07.08.2022 um 15:25 Uhr

Ab dem ersten Tag der Schwangerschaft bilden Mutter und Baby eine Einheit - verbunden über die Nabelschnur. Diese liefert dem Ungeborenen alle wichtigen Nährstoffe - vorausgesetzt, dass sie auch am Speiseplan der Mutter stehen.

Denn so wichtig manche Lebensmittel für die Entwicklung des Babys sind - so sehr können andere wiederum seine Gesundheit gefährden. Immerhin kostet sein Wachstum dem weiblichen Körper viel Energie und Kraft und kann das Immunsystem werdender Mütter zunehmend schwächen, wodurch das Ungeborene insbesondere ab der 40. Schwangerschaftswoche anfälliger für Infekte, Bakterien und Viren werden kann.

Wie Schwangere sich und ihr Baby schützen

Mit folgenden Tipps dämmen Schwangere das Risiko, sich und ihrem Baby gesundheitlich zu schaden, bereits deutlich ein:

  • Lebensmittel, die kritisch sein könnten, sollten für mindestens 2 Minuten bei 70°C erhitzt werden, damit mögliche Keime oder Erreger abgetötet werden
  • Weiters sollte darauf geachtet werden, dass Lebensmittel immer ausreichend gekühlt werden, am besten bei 4 bis maximal 6°C
  • Zudem wird das Risiko einer möglichen Übertragung von Viren und Bakterien gemindert, wenn Speisen oder Getränke direkt vor dem Verzehr frisch zubereitet werden - dies reduziert das Risiko einer Verunreinigung
  • Industriell hergestellte Säfte und Smoothies aus dem Supermarkt können durchaus konsumiert werden – insbesondere Gemüsesäfte versorgen den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen und decken den steigenden Nährstoffbedarf ausreichend ab
  • Eine gute Küchenhygiene und regelmäßiges sowie gründliches Händewaschen - vor und nach der Zubereitung von Speisen - sind jetzt noch wichtiger als sonst

Ungeeignete Lebensmittel für Schwangere

Im Großen und Ganzen dürfen Schwangere essen, was ihnen schmeckt und ihren Gelüsten folgen. Doch die genannten Lebensmittel bergen ein gewisses Risiko, Erreger und Krankheiten zu übertragen, die dem Baby schaden können und sollten zum Wohlergehen des Mutter-Baby-Teams gemieden werden.

Listerien

Mit Listerien verseuchte Lebensmittel - überwiegend in rohem oder unzureichend erhitztem Zustand - können eine Listeriose-Erkrankung übertragen. Diese Erreger können bei einer infizierten Mutter sowohl während der Schwangerschaft über die Plazenta, als auch bei der Geburt - bei der Passage durch den Geburtskanal - auf das Kind übertragen werden.

Eine unbehandelte Listeriose-Infektion kann ernsthafte Folgen nach sich ziehen, denn sie erhöht die Gefahr von Fehl- und Frühgeburten sowie schweren Erkrankungen des Kindes nach der Geburt, wie beispielsweise eine Lungen- und Hirnhautentzündung sowie eine Blutvergiftung.

Lebensmittel, die Listerien übertragen können, sind:

  • rohe (nicht pasteurisierte) Milch und daraus hergestellte Erzeugnisse wie Rohmilchbutter und Rohmilchkäse
  • Rotschmierkäse, Sauermilchkäse, Blau- und Weißschimmelkäse sowie Käse aus offenen Behältern
  • rohe oder halbgare Wurst- und Fleischwaren
  • Pasteten jeder Art
  • roher oder halbgarer Fisch wie Sushi oder Sashimi
  • gesalzene, geräucherte oder gebeizte Fische jeglicher Art
  • vorgefertigte Sandwiches sowie vorgefertigte, abgepackte Salate und Rohgemüse
  • ungekochte oder nur kurz gekochte Fertiggerichte
Sushi- und Maki-Platte | Credit: iStock.com/Elena Katkova

Toxoplasmen

Toxoplasmose-Parasiten können durch den Verzehr von rohem bzw. nicht ausreichend erhitztem Fleisch infizierter Tiere sowie durch den Verzehr von ungewaschenem verseuchtem Obst und Gemüse übertragen werden. Auch der Kontakt mit Katzenkot kann eine Infektion mit dem Erreger zur Folge haben. Daher ist es für schwangere Tierliebhaberinnen essentiell, das Ausmisten des Katzenklos dem Partner zu überlassen oder dies mit einer FFP2-Maske durchzuführen.

An sich ist Toxoplasmose eine recht harmlose Infektion, die weit verbreitet ist und im Normalfall kaum bemerkt wird. Während der Schwangerschaft kann diese Infektionskrankheit jedoch im frühen Stadium zu Missbildungen beim ungeborenen Kind sowie zu einem erhöhten Risiko von Tot- und Fehlgeburten führen. Zudem kann die Infektion konnatal - also während der Geburt - auf das Baby übertragen werden und zu Wasserkopf, Verkalkungen im Gehirn und Entzündungen der Augeninnenhaut führen.

Lebensmittel, die Toxoplasmen übertragen können, sind:

  • rohe, geräucherte oder halbgare Wurst- und Fleischwaren
  • Rohmilcherzeugnisse aus Ziegen- und Schafsmilch
  • rohes ungewaschenes Gemüse
  • ungewaschener Salat und ungewaschenes, bodennah wachsendes Obst
Zwei mit Ziegenmilch gefüllte Gläser neben einer Karaffe | Credit: iStock.com/5PH

Salmonellen

Im Gegensatz zu Listerien und Toxoplasmen ist eine direkte Übertragung der Salmonellen-Erreger von der infizierten Mutter auf das Ungeborene nicht möglich. Dennoch wird Schwangeren angeraten, auf Lebensmittel, die Salmonellen in sich tragen können, zu verzichten. Denn eine schwere Salmonellen-Infektionen der Mutter kann eine Unterversorgung des Babys zur Folge haben und schlimmstenfalls zu einer Früh- oder Fehlgeburt führen. Meist werden Salmonellen durch infizierte Lebensmittel - allen voran tierischen Ursprungs - auf den Menschen übertragen.

Lebensmittel, die Salmonellen übertragen können, sind:

  • rohe oder nicht vollständig durchgegarte Eier
  • aus rohen Eiern hergestellte Speisen (z.B. Tiramisu, Mousse au Chocolat, Speiseeis oder selbstgemachte Mayonnaise)
  • rohes oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch - vor allem Geflügel
Ein Teller Tiramisu | Credit: iStock.com/Fascinadora

No-Gos für Schwangere

Welche Getränke und Gewohnheiten neben den genannten Lebensmitteln sowie Nikotin während der Schwangerschaft außerdem vermieden werden sollten.

Alkohol

Alkohol kann schon in kleinen Mengen das Gehirn und die Nerven des Kindes schädigen. Während der Schwangerschaft sollte daher komplett darauf verzichtet werden - auch auf ein noch so kleines Glaserl am Abend.

Frau weist ein Glas Rotwein, das ihr angeboten wird, energisch zurück | Credit: iStock.com/AndreyPopov

Koffeinhaltige Getränke

Kaffee, schwarzer und grüner Tee, koffeinhaltige Erfrischungsgetränke wie Cola, aufputschende Energydrinks oder Eistee sollten grundsätzlich vermieden werden. Generell sind 2 bis maximal 3 Tassen/Gläser schwacher Kaffee oder grüner sowie schwarzer Tee erlaubt. Da koffeinhaltige Getränke aber die Eisenaufnahme - sowohl bei der werdenden Mutter, als auch beim Baby - verhindern, sollten diese Getränke die Ausnahme bilden und nie ergänzend zu Mahlzeiten konsumiert werden.

Eine Tasse dampfenden Kaffees | Credit: iStock.com/Alina Rosanova

Zur Autorin

Alltagstaugliche Tipps, um das persönliche Wohlbefinden nachhaltig zu steigern - ein Herzensanliegen von Passion Author Patricia Hainz. Die Enährungswissenschaftlerin, diplomierte Gesundheitstrainerin & Fastenbegleiterin teilt ihr Wissen rund um Bewegung und Ernährung mit den Leserinnen und Lesern von www.weekend.at.