Meersalz: Was es für Haut und Atemwege kann
Inhalt
- Meersalz und seine Wirkung auf die Haut
- Meersalz bei Psoriasis und Neurodermitis
- Salz und seine Wirkung auf die Atemwege
- Diese Mineralstoffe stecken im Meersalz
- Wann Meersalz die Haut reizen kann
- Salzlösung für die Nase
- Short Talk: Salz unter der Lupe
- Mythencheck: Was Meersalz nicht kann
Ein Bad im Meer, salzhaltige Luft oder eine Portion Meersalz in der Badewanne werden oft mit positiven Effekten für Haut und Atemwege verbunden. Ganz unbegründet ist dieses Gefühl nicht. Einige Wirkungen lassen sich medizinisch erklären. Besonders gut untersucht sind mineralreiche Salzlösungen, etwa aus dem Toten Meer. Allerdings kommt es stark auf Konzentration, Mineralstoffgehalt und Anwendung an.
Meersalz und seine Wirkung auf die Haut
Mineralreiche Salzlösungen können bei bestimmten Hautzuständen die Feuchtigkeit verbessern, die Barrierefunktion der Haut unterstützen und entzündliche Reaktionen reduzieren. Dermatologe Markus Dawid betont allerdings, dass Meersalz nicht gleich Meersalz ist. Die Zusammensetzung entscheidet wesentlich darüber, welche Effekte zu erwarten sind.
Auch von einem allgemeinen Entgiftungseffekt durch Meersalz kann keine Rede sein. Salz sollte vielmehr als mögliche Ergänzung der Hautpflege betrachtet werden.
Meersalz bei Psoriasis und Neurodermitis
Besonders interessant ist der Einsatz von Salz- und Solebädern bei Psoriasis, also Schuppenflechte, und atopischer Dermatitis. Hier gibt es vielversprechende Daten. Die Anwendungen können Beschwerden lindern, ersetzen eine medizinische Behandlung aber nicht.
Gerade bei Schuppenflechte lässt sich außerdem nur schwer feststellen, welchen Anteil das Salz selbst an einer Verbesserung hat. Bei der Balneo Phototherapie wird ein Salzbad beispielsweise mit UV-Licht kombiniert. Am Toten Meer spielen zusätzlich Sonne und die besonderen klimatischen Bedingungen eine Rolle.
Studienergebnisse lassen sich deshalb nicht automatisch auf ein Salzbad zu Hause übertragen. Neben der Zusammensetzung des Wassers können auch Temperatur, Dauer des Bades und weitere Begleitumstände die Wirkung beeinflussen.
Salz und seine Wirkung auf die Atemwege
Auch bei Beschwerden der Atemwege wird Salz therapeutisch eingesetzt. Gut untersucht sind vor allem medizinisch definierte Kochsalzlösungen. Je nach Konzentration können sie die Schleimhäute befeuchten. Bei bestimmten Lungenerkrankungen können sie außerdem dazu beitragen, zähen Schleim zu lösen und dessen Abtransport zu erleichtern.
Der oft beschriebene wohltuende Effekt von Meeresluft lässt sich dagegen nicht allein auf das darin enthaltene Salz zurückführen. Auch Luftfeuchtigkeit, Klima sowie eine geringere Belastung durch Pollen oder Staub können eine Rolle spielen.
Diese Mineralstoffe stecken im Meersalz
Eine wichtige Rolle spielt Magnesium. Der Mineralstoff kann Wasser binden und Prozesse beeinflussen, die für die Regeneration der Hautbarriere relevant sind. Kalzium ist an der Differenzierung der Zellen in der Oberhaut beteiligt. Kalium unterstützt wiederum den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt der Zellen.
Welche Wirkung tatsächlich erzielt wird, hängt jedoch davon ab, in welcher Konzentration und Zusammensetzung die Mineralstoffe vorhanden sind.
Wann Meersalz die Haut reizen kann
Mehr Salz bedeutet nicht automatisch mehr Wirkung. Salzwasser kann die Haut auch austrocknen und reizen. Besonders trockene, sensible oder akut entzündete Haut kann mit Brennen, Spannungsgefühl oder Rötungen reagieren.
Nach einem Salzbad kann eine feuchtigkeitsspendende oder rückfettende Pflege dabei helfen, die Hautbarriere zu unterstützen. Offene Wunden sollten zudem nicht gezielt im Meer behandelt werden. Meerwasser ist nicht steril und eignet sich daher nicht zur Desinfektion.
Salzlösung für die Nase
Nasenspülungen können Schleim, Staub und Allergene aus der Nase entfernen und damit unter anderem Beschwerden bei allergischem Schnupfen lindern. Dafür sollten vorgesehene Salzportionen und hygienisch geeignetes Wasser verwendet werden.
Short Talk: Salz unter der Lupe
Was bewirken die Mineralstoffe im Meersalz?
Markus Dawid: Besonders interessant ist Magnesium. Es kann Wasser binden und Prozesse unterstützen, die für die Regeneration der Hautbarriere wichtig sind. Kalzium spielt eine Rolle bei der Erneuerung der Oberhaut, Kalium beim Flüssigkeits und Elektrolythaushalt der Zellen.
Bei welchen Hautproblemen kann Meersalz helfen?
Markus Dawid: Vor allem bei Psoriasis und atopischer Dermatitis gibt es vielversprechende Daten. Salz und Solebäder können Beschwerden lindern, sind aber nur eine ergänzende Maßnahme und ersetzen keine Therapie.
Heilt Baden im Meer offene Wunden?
Markus Dawid: Nein. Meerwasser ist nicht steril. Eine offene Wunde sollte deshalb nicht gezielt im Meer „desinfiziert“ werden.
Mythencheck: Was Meersalz nicht kann
Entgiften: Für einen generellen Detox-Effekt von Meersalz gibt es keine belastbaren Belege.
Heilen: Salz- und Solebäder können Beschwerden unterstützen, ersetzen aber keine medizinische Behandlung.
Desinfizieren: Meerwasser ist nicht steril und eignet sich daher nicht zur gezielten Behandlung offener Wunden.
Mehr hilft mehr: Eine höhere Salzkonzentration bedeutet nicht automatisch eine stärkere Wirkung. Zu viel Salz kann Haut und Schleimhäute sogar reizen.