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Frau betrachtet beim Frühstück skeptisch eine Packung Xylit
Wie gefährlich ist Xylit? Eine neue Studie wirft Fragen zu möglichen Auswirkungen des beliebten Zuckerersatzes auf das Herz-Kreislauf-System auf.
Wie gefährlich ist Xylit? Eine neue Studie wirft Fragen zu möglichen Auswirkungen des beliebten Zuckerersatzes auf das Herz-Kreislauf-System auf.
KI-generiert / dall.e / Stefanie Hermann

Wie gefährlich ist Xylit? Das muss man über den Zuckerersatz wissen

28.08.2026 um 10:17, Stefanie Hermann
min read

Xylit steckt in Kaugummis, zuckerfreien Lebensmitteln und Zahnpflegeprodukten. Doch wie gefährlich ist Xylit tatsächlich? Eine neue Studie bringt den beliebten Zuckerersatz mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko in Verbindung. Das Wichtigste zuerst: Eine generelle Warnung vor Birkenzucker lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Ist Xylit gefährlich? Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine neue Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen hohen Xylit-Werten im Blut und schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen.
  • In der kanadischen Gruppe ist das Risiko bei den höchsten Xylit-Werten um 57 Prozent höher gewesen, in der europäischen Gruppe um 18 Prozent.
  • Die Studie beweist nicht, dass der Verzehr von Xylit Herzinfarkte oder Schlaganfälle verursacht.
  • Für eine generelle Einstufung von Xylit als gefährlich reichen die bisherigen Ergebnisse nicht aus.

Neue Studie sorgt bei Xylit für Fragezeichen

Ein Forschungsteam um Marco Witkowski von der Berliner Charité hat Daten von 17.710 Menschen aus Kanada und Europa untersucht.

Dabei zeigt sich ein Zusammenhang zwischen hohen Xylit-Werten im Blut und schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. „Je höher die Xylitol-Blutwerte, desto höher die kardiovaskuläre Ereignisrate“, fasst die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) die Ergebnisse zusammen.

Wie gefährlich ist Xylit? Das bedeuten die 57 Prozent

Was bedeutet „57 Prozent höheres Risiko“?

Die Zahl bedeutet nicht, dass 57 Prozent der Menschen mit Xylit-Konsum einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen. Die Forscher haben Menschen mit besonders hohen Xylit-Werten im Blut mit jenen mit den niedrigsten Werten verglichen. In der kanadischen Gruppe ist das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse bei der Gruppe mit den höchsten Werten relativ um 57 Prozent höher gewesen.

In der kanadischen Gruppe haben Menschen mit den höchsten Xylit-Werten innerhalb von sechs Jahren ein 57 Prozent höheres Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse als jene mit den niedrigsten Werten gehabt. In der europäischen Gruppe ist das Risiko über einen Zeitraum von 30 Jahren um 18 Prozent höher gewesen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass 57 Prozent der Menschen, die Xylit konsumieren, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen. Verglichen worden sind Menschen mit unterschiedlichen Xylit-Konzentrationen im Blut.

Verursacht Xylit Herzinfarkte und Schlaganfälle?

Genau das ist bislang nicht bewiesen. Die Untersuchung zeigt einen statistischen Zusammenhang, aber keinen Nachweis dafür, dass der Verzehr von Xylit die beobachteten Herz-Kreislauf-Ereignisse verursacht.

Xylit kommt zudem natürlicherweise in kleinen Mengen im menschlichen Stoffwechsel und in Lebensmitteln vor. Offen bleibt, welchen Anteil der Konsum von Produkten mit zugesetztem Xylit an den gemessenen Blutwerten hat.

Frühere Untersuchungen des Teams haben allerdings einen möglichen Mechanismus aufgezeigt. Demnach kann Xylit die Fähigkeit von Blutplättchen zur Bildung von Blutgerinnseln erhöhen.

Ist Xylit damit ungesund?

Für eine pauschale Einstufung von Xylit als gefährlich reichen die bisherigen Ergebnisse nicht aus. Zuckeraustauschstoffe haben auch bekannte Vorteile: Sie liefern weniger Kalorien als Zucker, lassen den Blutzucker weniger stark ansteigen und fördern keine Karies. Zugelassene Zuckeraustauschstoffe gelten in verzehrüblichen Mengen grundsätzlich als gut untersucht.

Xylit: Vorteile und offene Fragen

Bekannte Vorteile von Xylit:

  • Xylit liefert weniger Kalorien als klassischer Zucker.
  • Der Blutzucker steigt weniger stark an.
  • Xylit fördert keine Karies.

Noch nicht abschließend geklärt:

  • Welche langfristigen Auswirkungen hohe Xylit-Werte auf das Herz-Kreislauf-System haben.
  • Welche Rolle der tatsächliche Konsum von zugesetztem Xylit für die beobachteten Risiken spielt.

Die neue Untersuchung schafft daher vor allem Forschungsbedarf bei möglichen langfristigen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Witkowski bringt die offene Frage auf den Punkt: „Unsere Langzeitergebnisse in der Allgemeinbevölkerung zeigen, wie wenig wir über die Herz-Kreislauf-Sicherheit von Xylitol wissen.“

FAQ: Wie gefährlich ist Xylit?

Ist Xylit gefährlich?

Eine neue Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen hohen Xylit-Werten im Blut und einem erhöhten Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse. Für die Aussage, dass der Konsum von Xylit diese Erkrankungen verursacht, reichen die Ergebnisse jedoch nicht aus.

Kann Xylit einen Herzinfarkt verursachen?

Das ist bislang nicht bewiesen. Die Studie hat einen statistischen Zusammenhang zwischen hohen Xylit-Werten und Herz-Kreislauf-Ereignissen gezeigt. Eine direkte Ursache durch den Verzehr von Xylit ist damit nicht nachgewiesen.

Warum könnte Xylit das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen?

Frühere Untersuchungen des Forschungsteams haben Hinweise darauf geliefert, dass Xylit die Fähigkeit von Blutplättchen zur Bildung von Blutgerinnseln erhöhen kann. Welche Bedeutung dieser Mechanismus beim Menschen langfristig hat, muss weiter untersucht werden.

Ist Xylit gesünder als Zucker?

Xylit hat einige bekannte Vorteile gegenüber klassischem Zucker. Der Zuckeraustauschstoff liefert weniger Kalorien, lässt den Blutzucker weniger stark ansteigen und fördert keine Karies. Die neue Studie wirft jedoch zusätzliche Fragen zur langfristigen Herz-Kreislauf-Sicherheit auf.

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