Kresse: Power-Sprossen für die Gesundheit

Die schnell wachsende Kresse ist nicht nur köstlich, sondern auch ausgesprochen gesund. Der größte Vorteil: Man kann sie ganzjährig selbst ziehen. Eine Bereicherung - nicht nur geschmacklich, sondern auch gesundheitlich!
Autor: Patricia Hainz, 03.04.2022 um 06:00 Uhr

Seit Jahrtausenden bereits wird die Kresse zur Gesundheitsförderung eingesetzt. Besonders Kleinkinder, stillende Mütter, Senioren und Kranke profitieren von der enormen Wirkkraft der Kräuterpflanze. Die kleinen unscheinbaren Sprossen werden zur Behandlung von Diabetes, Lungenkrankheiten, Nierensteinen sowie Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt. Gleichzeitig liefern sie Energie bei Erschöpfungszuständen, lindern Menstruationsbeschwerden, Muskelschmerzen sowie Harnwegsinfekte und können zudem den Blutdruck senken. Eine weitere wesentliche Eigenschaft ist die antibiotische und entzündungshemmende Wirkung, die die Kresse-Sprossen erfolgreich im Kampf gegen Bakterien und Viren beweisen - und all das ganz ohne Nebenwirkungen. Frisch geerntet und verwendet haben die Sprösslinge die stärkste Heilkraft.

Was steckt in der Kresse?

Im Gegensatz zu den meisten Blattsalaten ist Kresse nicht nur dank der vielen enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe gesund, sondern auch aufgrund des verhältnismäßig hohen Anteils an hochwertigem Eiweiß. So besteht Kresse zu über vier Prozent aus pflanzlichem Eiweiß und übertrifft damit den Proteingehalt von Feldsalat, Kopfsalat und anderen grünen Sorten, was sie für vegetarisch und vegan lebende Menschen interessant macht.

Zwar unterscheidet man zwischen Garten- und Brunnenkresse - bei den Inhalts- und Wirkstoffen gibt es allerdings kaum nennenswerte Unterschiede. So stecken in beiden Sorten die Vitamine A, B1, B6 sowie C und Folsäure. Letzteres ist besonders in der Schwangerschaft für das heranwachsende Kind ein essentielles Vitamin, da es eine Schlüsselrolle bei der Bildung der Erbsubstanz sowie der roten und weißen Blutkörperchen spielt. Ebenso sind Chrom, Phosphor, Jod und Eisen, die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Magnesium sowie die wertvollen Senföl-Glykoside reichlich enthalten.

Ein Glas mit selbstgezogener Kresse | Credit: iStock.com/Pixelelfe

Natürliches Antibiotikum

Den enthaltenen Senfölen - chemisch als Isothiocyanate bezeichnet - verdanken die Kresse-Sprossen ihre Superpower. Jene gehören nämlich zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen und wirken nachweislich gegen Keime und Krankheitserreger aller Art. Aus diesem Grund wird die Kresse auch gerne als natürliches Antibiotikum ohne Risiken und Nebenwirkungen bezeichnet. Durch die antibiotische Wirkung verhindern Kresse-Sprossen, dass sich Bakterien in den Atem- und Harnwegen festsetzen. Besonders während Grippewellen oder im Übergang von Winter zu Frühling kann der regelmäßige Genuss von Kresse in dieser Hinsicht schützen. Bei der Behandlung von Harnwegsinfekten hat sich besonders die Kombination mit den Wirkstoffen aus Kren als hilfreich erwiesen. In dieser Verbindung wirken Kresse-Sprossen vorbeugend bzw. unterstützen die Heilung.

Gut bei Diabetes

Die Senföle regulieren außerdem den Blutzuckerspiegel und sorgen dafür, dass er nach dem Essen nicht zu schnell ansteigt. Diese Wirkung konnte in Studien mit Diabetes Typ 2-Patienten nachgewiesen werden. Dabei verbesserte die Einnahme von Brokkoli-Sprossen-Extrakt die Blutzuckerwerte, wodurch die Dosis der Medikamente gesenkt werden konnte.

Eine Scheibe Brot mit Frischkäse und Kresse | Credit: iStock.com/yuelan

Kresse - auf die Dosis kommt es an

Bevor Sie Kresse nun löffelweise konsumieren, sollten Sie diese in der Küche lieber öfters und dafür sparsam einsetzen, andernfalls besteht die Gefahr, dass ihr kräftiges, rettichscharfes Aroma den Geschmack anderer Zutaten überdeckt oder gar ungenießbar macht. Besonders Salaten, aber auch Gerichten mit Äpfeln oder Eiern verleiht die frische Kresse den entscheidenden, schmackhaften Pfiff. Zudem sorgen Kresse-Sprossen in einer Cremesuppe oder auf einem Vollkornbrot mit Butter für eine Geschmacksexplosion. Haben Sie schon einmal ein Räucherlachs-Brötchen mit Kresse probiert? Wenn nicht, sollten Sie dies unbedingt versuchen!

Genüsslich isst eine junge Frau ein Brot mit Kresse | Credit: iStock.com/Dima Berlin

Kresse kaufen oder selbst ziehen?

Generell können Sie das einjährige Kraut das ganze Jahr über frisch im Supermarkt kaufen, doch durch das unkomplizierte "Anbauen" ist es ratsam und kostengünstiger, Kresse auf der Fensterbank selbst zu ziehen. Dazu einfach Watte oder etwas Erde großzügig anfeuchten, diese auf einen Teller oder eine Schale geben und die Kresse-Samen darauf verteilen. Dann noch regelmäßig gießen oder besprühen und nicht austrocknen lassen. Bereits nach vier Tagen lässt sich die schnell wachsende Kresse einfach mit einer Schere oder einem scharfen Messer ernten und ist bereit für einen köstlichen sowie gesundheitsfördernden Einsatz.

Kresse zwischendurch kauen

Als einfach zu züchtende Vitaminquelle gehört Kresse definitiv auf den Speiseplan. Dank der langen Liste an nützlichen Inhaltsstoffen hat das grüne Gewürzkraut genauso viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit wie Einsatzmöglichkeiten in der Küche. Sollten Sie einmal keine Zeit haben, frische Kresse zu ziehen, können Sie zur Linderung von Beschwerden auch einfach nur die Samen zwischendurch kauen.

Eine Scheibe Brot mit Frischkäse und Kresse | Credit: iStock.com/SKatzenberger

Zur Autorin

Alltagstaugliche Tipps, um das persönliche Wohlbefinden nachhaltig zu steigern - ein Herzensanliegen von Passion Author Patricia Hainz. Die Enährungswissenschaftlerin, diplomierte Gesundheitstrainerin & Fastenbegleiterin teilt ihr Wissen rund um Bewegung und Ernährung mit den Leserinnen und Lesern von www.weekend.at.