Hörsturz – Alarm im Innenohr

Ein Hörsturz – auch Gehörsturz oder Ohrinfarkt genannt – zählt zu den Innenohrerkrankungen und geht mit einem plötzlichen ein- oder beidseitigen Hörverlust einher. Der Hörverlust kann dabei mehr oder weniger stark ausgeprägt sein. Normalerweise bildet sich der Hörsturz wieder vollständig zurück, ohne dass Sie eingreifen müssen. Manchmal ist er aber auch von Dauer. Erfahren Sie hier mehr zum Thema, zu den Ursachen und Symptomen sowie zu verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.

Welche Ursachen hat ein Hörsturz?

Ein akuter Hörverlust ist keine Frage des Alters. Auch junge Menschen sind davon betroffen. Meist tritt der Hörsturz ab dem 30. Lebensjahr auf. Ab 50 Jahren erhöht sich das Risiko, einen Hörsturz zu erleiden. Ein Hörsturz trifft Männer wie Frauen. Nur Kinder bleiben meist verschont.

Der genaue Auslöser für einen Hörsturz ist bislang unbekannt. Mediziner vermuten, dass es sich dabei um eine Durchblutungsstörung in den Blutgefäßen im Innenohr handelt, weshalb die Krankheit auch als "Ohrinfarkt" bezeichnet wird. Auch virale Entzündungen wie beispielsweise eine Mittelohrentzündung zählen zu möglichen Ursachen für einen Hörsturz. Sehr oft geben Patienten aber an, dass sie vor dem Auftreten der ersten Symptome extremem Stress ausgesetzt waren.

Frau macht Yoga | Credit: iStock.com/LightFieldStudios

Hörsturz: Welche Symptome können auftreten?

Obwohl die genauen Ursachen für einen Hörsturz bislang nicht genau bekannt sind, gibt es doch typische Symptome, woran man einen Hörsturz erkennen kann. Betroffene klagen zwar nicht über Schmerzen, aber über Schwindel oder eine schlagartig auftretende Schwerhörigkeit. Darüber hinaus zeigt sich eine falsche Geräuschwahrnehmung, die Musik oder Stimmen fremdartig klingen lässt. Zudem hört sich die Umwelt leiser oder dumpf an, als wäre alles in Watte gepackt. Richtig schlimm wird es, wenn Ohrgeräusche den Alltag erschweren – wie etwa ein akuter Tinnitus.

Typische Fehler bei einem Hörsturz

Fälschlicherweise denken die meisten Menschen bei einem Hörsturz zuerst daran, dass sich zu viel Ohrenschmalz in ihrem Ohr angesammelt hätte. Viele greifen dann zu Wattestäbchen oder anderen dünnen Gegenständen und stochern in ihrem Ohr herum. Dies verschlimmert jedoch häufig die Symptome, anstatt sie zu lindern. Hat sich doch ein Ohrenschmalzpfropf gebildet, ist es empfehlenswert, die Ohrenreinigung sanft anzugehen. Am besten reinigen Sie Ihre Ohren nach dem Duschen, dann ist das Ohrenschmalz aufgeweicht und kann mühelos mit einem Wattepad entfernt werden.

Tasse mit Baldriantee | Credit: iStock.com/Martina Unbehauen

Wie behandle ich mit Hausmittel einen Hörsturz?

Ist ein Hörsturz bereits eingetreten, dann gönnen Sie sich Ruhe und Entspannung. Ein leichter Hörsturz bildet sich binnen Tagen oder Stunden von selbst zurück. Lärm sollte so gut es geht, aus dem Weg gegangen werden. Auch der Verzicht auf Nikotin kann bei der Heilung förderlich sein. Vermutlich spielt Stress die größte Rolle in Sachen Hörsturz. Yoga-Übungen in Kombination mit Melissen- oder Baldrianpräparaten können zur Entspannungsförderung beitragen.

Durchführung eines Hörtests | Credit: iStock.com/peakSTOCK

Hörsturz: Wie schnell sollte man einen Arzt aufsuchen?

Nicht jeder Hörsturz bedarf die sofortige Behandlung durch einen Arzt. Dennoch ist es ratsam, möglichst früh einen HNO-Arzt aufzusuchen, um einem schweren Hörsturz vorzubeugen. Bei anhaltendem Schwindelgefühl wird jedoch eine frühzeitige Therapie empfohlen. Um eine erfolgreiche Anamnese zu erstellen, untersucht der Arzt zuallererst den Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Vielleicht führt er zusätzlich noch eine Hörprüfung mittels Stimmgabel oder Tonaudiogramm durch. Je nach Krankheitsbild kann der Arzt anschließend verschiedene Therapieverfahren anordnen. Die meisten Behandlungsmethoden streben an, die Durchblutung des Innenohrs zu verbessern. Besonders erfolgversprechend sind dabei Cortison-, Infusions- oder Sauerstofftherapien.

Alternativ können Sie einen Hörsturz mit Stressminderung behandeln. Entspannung und Entschleunigung des Alltags lindern rasch die ersten Symptome. Planen Sie kleine Auszeiten und vor allem: Gönnen Sie sich Ruhe!

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Autor: Jacqueline Klein, 10.12.2021