Batterie leer? 9 Alarmsignale dafür, dass man kurz vor dem Burnout steht

Nicht alle Menschen können mit Stress in Beruf und Privatleben produktiv umgehen. Viele gehen an ihre Grenzen und tendieren dazu, sich zu überfordern. Wer da nicht rechtzeitig die Notbremse zieht, riskiert einen Zusammenbruch und schließlich ein Burnout.
Autor: Elisabeth Spitzer, 07.07.2022 um 10:40 Uhr

Stress in Job und Privatleben – dazu wenig Zeit für Freizeit und erfüllende Aktivitäten: Wer bei Dauerbelastung nicht kürzer tritt, riskiert ein Burnout. Vor allem Menschen mit besonderen Charaktereigenschaften wie Perfektionismus, Ehrgeiz oder Helfer-Syndrom sind besonders für die Krankheit anfällig. Prinzipiell riskiert aber jeder, der nicht auf sich achtgibt, ein chronisches Ausbrennen. Aber woran erkennt man, ob man kurz vor dem Burnout steht? Hier neun typische Alarmzeichen.

1. Notorische Unzufriedenheit

Wer sein Limit schon längst erreicht hat, aber immer noch versucht, seine Grenzen zu überschreiten, gerät unter Druck. Die Unzufriedenheit darüber, täglich zur Arbeit gehen zu müssen und es allen recht zu machen, steigt. Auch das Verhalten gegenüber Mitmenschen ändert sich: Kollegen fallen einem zunehmend zur Last, man hat immer weniger Verständnis für die Gefühlswelt der anderen.

2. Körperliche Beeinträchtigungen

Wenn sich ein Burnout anbahnt, werden zunehmend mehr einschränkende Anzeichen auf körperlicher Ebene spürbar. Zu einer beginnenden Unruhe und Schlafmangel kommen vor dem völligen Zusammenbruch oft körperliche Signale wie Kopf- und Rückenschmerzen oder Schwindel, manchmal sogar Änderungen im Blutbild hinzu.

3. Konzentrationsprobleme

Dass man sich nach einer wilden Partynacht oder vielen Stunden im Büro nicht auf seine Arbeit konzentrieren kann, ist normal. Durch Pausen lässt sich die Konzentrationsfähigkeit aber für gewöhnlich wieder ankurbeln. Burnout-Kandidaten tendieren jedoch dazu, sich keine Pausen zu erlauben, weswegen die Konzentration dauerhaft vermindert bleibt. Schließlich lässt die Leistung nach. Anstatt kürzer zu treten, neigen Burnout-Betroffene dazu, sich noch mehr Arbeitsstunden aufzubürden, um auf ihr Pensum zu gelangen. Ein Teufelskreis, der zum Zusammenbruch führen kann.

4. Chronische Müdigkeit

Ein weiteres Anzeichen dafür, dass man seinen Akku wieder aufladen sollte, ist chronische Müdigkeit. Dadurch signalisiert der Körper Erschöpfung und den Wunsch nach Ruhe. Viele Menschen überhören den Hilfeschrei und setzen sich weiterhin einer Dauerbelastung aus – bis sie schließlich ins Burnout schlittern. Viele Betroffene leiden außerdem an Schlafstörungen, da der Stress untertags die Ein- und Durchschlafphasen stört. Der Schlafmangel verschlimmert die Müdigkeit. Ein teuflischer Kreislauf entsteht.

5. Versagensängste

Aufgrund des symptomatischen Leistungseinbruchs werden Menschen mit Burnout von einer starken Versagensangst begleitet. Gleichzeitig sorgt das Gefühl, dem Alltagsstress nicht mehr gewachsen zu sein, oft für Frustration. Anstatt bewusst kürzer zu treten, machen viele den Fehler, sich selbst noch mehr abzuverlangen. Wer vergisst, sich zu entspannen, riskiert, sich völlig auszupowern.

6. Gewichtszunahme

Bei Stress und Belastung gelangt das Stresshormon Cortisol in die Bauchspeicheldrüse uns stört dort die Insulinproduktion, wodurch der Körper Kohlenhydrate in die Fettzellen lagert. Das führt zu einem gesenkten Blutzuckerspiegel, wodurch die Lust auf Zucker – und die Gefahr zuzunehmen – steigt.

7. Lustlosigkeit

Die Arbeit macht keinen Spaß und wird nur noch als Last empfunden. Nach dem Job ist man zu erledigt für Tätigkeiten, die einem persönlich Freude bereiten. Am Ende kann man sich für nichts mehr begeistern. Auch die Lust auf Sexualität sinkt.

8. Sozialer Rückzug

Betroffene fühlen sich in Sachen Time-Management häufig überfordert. Die Arbeitszeit frisst ihre Privatzeit. Burnout-Gefährdete fühlen sich oft nicht imstande, sozialen Kontakten nachzugehen oder sich in andere Menschen hineinzufühlen. Unmerklich kommt es zum sozialen Rückzug.

9. Depressive Phasen

Die psychische Befindlichkeit von Burnout-Betroffenen reicht von leicht gereizt, ängstlich, unter Druck, gehetzt, aggressiv, ratlos und müde bis hin zu depressiv. Oft wird der Zustand begleitet von dem Gefühl, neben sich zu stehen. Das Stresshormon Cortisol hemmt die Produktion des Glückshormons Serotonin. Die Freude am Leben nimmt ab – schließlich kann der Betroffene depressiv werden.

Was kann man tun?

Wer sich in einem oder mehreren Punkten wiederfindet, sollte folgende Präventivmaßnahmen treffen, bevor es zu spät ist:

  • Versuchen Sie, sich nicht zu überfordern. Konzentrieren Sie sich auf eine Sache und machen Sie nicht mehrere Dinge gleichzeitig.
  • Sport hilft dabei, den Kopf freizubekommen und schafft Ausgleich.
  • Gesunde Ernährung stärkt Körper und Geist.
  • Um sich selbst nicht auszupowern, muss man lernen, auch mal "Nein" zu sagen.
  • Gönnen Sie sich zumindest einen Tag in der Woche Ruhe.
  • Wenn die Beschwerden sich nicht bessern, sollte man sich an einen Experten wenden.