Kleiderschrank voll? So verkaufen Sie erfolgreich auf Online-Portalen

Es ist ein Problem, das fast jeder kennt: Platzmangel. Besonders häufig macht er sich im Schrank bemerkbar. Irrational, wie der Mensch im Grunde ist, kann er begrenzte Raumkapazitäten eine Zeitlang gekonnt ignorieren. Und so kommt es, dass der Kasten nach jedem Shopping-Trip mit neuen Kleidungsstücken gefüttert wird und allmählich aus allen Nähten platzt. Irgendwann hat es sich jedoch ausgeshoppt - das Fass ohne Boden wurde schließlich noch nicht erfunden, und Mary Poppins‘ bodenlose Tasche existiert bisher leider nur in der Fantasie. Das heißt: gründlich ausmisten!

Des einen Müll, des anderen Schatz!

Alte Kleidungsstücke einfach wie Müll wegzuwerfen ist die denkbar schlechteste Option. Was für Sie wertlos erscheinen mag, ist für jemand anders vielleicht von großer Bedeutung. Neben dem Spenden ist das Verkaufen über Online-Plattformen eine gute Möglichkeit, Jacken, Taschen und ähnlichem eine zweite Chance zu geben. Tipps, wie Sie Gebrauchtes im Internet am besten verkaufen.

Haufen gebrauchter Kleidungsstücke | Credit: iStock.com/ronstik

Schritt 1: Titel

Er ist das Aushängeschild Ihrer Anzeige: der Titel. Verwenden Sie hier im Optimalfall Schlagwörter, die kurz und prägnant zusammenfassen, worum es sich handelt. Interessenten sollten den Artikel erkennen können, ohne die Anzeige zu öffnen - geben Sie also vor allem die Art des Kleidungsstücks an. Farben, eingetragene Markennamen oder Besonderheiten des Artikels können ebenso eingefügt werden, wie zum Beispiel „100% Seide“, „Oversized“ oder „Vintage“.

Schritt 2: Fotos

Gute Fotos, die den Artikel aus mehreren Perspektiven zeigen, sind das A und O. Machen Sie am besten auch ein paar Nahaufnahmen, sodass die Textur oder das Muster beziehungsweise der Druck besser eingeschätzt werden können. Etwaige Markenzeichen sollten auf den Fotos gut ersichtlich sein. Das Bild, das dem Interessenten als erstes angezeigt wird, entscheidet dabei über Top oder Flop – wählen Sie daher eines aus, das den gesamten Artikel im besten Licht darstellt.

Apropos: Achten Sie bei den Fotos vor allem auf die richtige Beleuchtung. Aufnahmen, die bei Tageslicht geschossen wurden, sind meist schöner als jene in Kunstlicht. Auch der Hintergrund ist entscheidend - Unordnung oder herumliegende Gegenstände könnten vom zu verkaufenden Artikel ablenken. Sorgen Sie für eine einfarbige, ruhige Kulisse, zum Beispiel, indem Sie die Fotos vor einem Vorhang, einer leeren Wand oder (falls vorhanden) einem Hintergrundkarton aufnehmen.

Tragefotos kommen immer gut an: Sie können das Outfit beispielsweise auf einer Kleiderpuppe drapieren oder selbst tragen. Wenn Sie die Kleidung an Ihrem eigenen Körper in Szene setzen möchten, empfiehlt es sich, diese Fotos von einer zweiten Person machen zu lassen. Spiegel-Selfies sind hier oft kontraproduktiv. Das Handy ist dann ebenfalls im Bild zu sehen, was als störend empfunden werden kann. Zudem hat man wenig Einfluss auf mögliche Reflexionen und nimmt auch eine eher unnatürliche Körperhaltung ein, die sich auf den Sitz der Kleidung auswirkt.

Noch ein Tipp: Präsentieren Sie das Kleidungsstück, das Sie verkaufen möchten, direkt als Outfit und kombinieren es mit dazu passenden Accessoires. Auf diese Weise zeigen Sie, wie die Kleidung getragen werden kann und inspirieren möglicherweise potenzielle Kunden.

Schritt 3: Beschreibung

Eine detaillierte Beschreibung, in der Sie näher auf die Eigenschaften und Besonderheiten des Artikels eingehen, schadet nie. So können allfällige Fragen der Interessenten gleich vorab geklärt werden. Dadurch erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Personen mit tatsächlicher Kaufabsicht bei Ihnen melden. Heben Sie in der Beschreibung unbedingt hervor, wenn es sich um einen Marken- oder Designerartikel handelt.

Die Beschreibung des Kleidungsstücks oder Accessoires sollte Informationen über den Zustand der Ware beinhalten: Ist der Artikel neu oder neuwertig? Wurde der Artikel (oft) benutzt und hat er Gebrauchsspuren? Wurde er bereits repariert, ausgebessert oder umgearbeitet? Verweisen Sie am besten auch auf etwaige Makel oder Fehler, wie zum Beispiel Flecken, lose Knöpfe oder Löcher, um den Käufer vor unangenehmen Überraschungen zu bewahren. Fügen Sie gegebenenfalls Fotos ein, die jene Stellen ablichten.

Ebenso kann beschrieben werden, aus welcher Ära das Stück stammt: Ist der Blazer zum Beispiel aus den 1980ern? Der Zusatz „Vintage“ sorgt für Klarheit. In der Regel werden genaue Materialangaben sehr geschätzt. Werfen Sie dazu einen Blick auf das Etikett des Kleidungsstücks und führen Sie an, ob es beispielsweise aus Viskose, Baumwolle, Polyester oder Mischgewebe besteht. Kleidung aus hochwertigen Materialien, wie zum Beispiel Wolle, Leder oder Seide, ist generell sehr begehrt und wird somit bestmöglich beworben.

Die reine Größenangabe reicht heutzutage nicht mehr aus, viele Kleidungsstücke fallen je nach Label unterschiedlich groß aus. Bei Vintage-Mode, die a) aus einer anderen Zeit stammt und b) in Ländern rund um den Globus produziert wurde, ist dieses Problem besonders groß. Mit Maßangaben erleichtern Sie Interessenten den Kauf und verschaffen sich womöglich einen Marktvorteil. Typischerweise werden die Ärmel- oder Beinlänge, der Brustumfang, die Rückenlänge sowie die Bundweite in Zentimeter angegeben.

In der Beschreibung kann auch der Neupreis beziehungsweise Kaufpreis eingefügt werden, vor allem dann, wenn es sich um einen teuren Wertgegenstand handelt oder Sie neuwertige Ware verkaufen. Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn Informationen zur Abholung oder zum Versand angegeben sind. Ist eine persönliche Abholung und Anprobe möglich? Bieten Sie dies nur an, wenn Sie sich dabei wohl fühlen, fremde Personen in Ihre Wohnung zu lassen. Ansonsten ist auch die Abholung im öffentlichen Raum eine Möglichkeit. Kommt eine persönliche Übergabe nicht in Frage, erkundigen Sie sich über die fälligen Versandkosten im Inland und nahen Ausland für versicherte und unversicherte Pakete in den diversen Gewichtsklassen.

Achten Sie unabhängig von der Produktbeschreibung auf die Saisonalität des Artikels: Während Sie mit Daunenjacken vor allem in der kalten Jahreszeit punkten, können Sie im Frühling und Sommer zum Beispiel eher mit luftigen Kleidern oder T-Shirts Erfolge erzielen.

Gut gelaunte junge Frau in rotem Pullover fährt sich durchs Haar | Credit: iStock.com/Yuricazac

Schritt 4: Kontakt

Es empfiehlt sich, auf Kaufanfragen schnell zu antworten. Seien Sie unter den angegebenen Kontaktmöglichkeiten erreichbar oder melden sich zeitnah zurück. Wenn Sie den potenziellen Käufer zu lange warten lassen, wird er womöglich woanders fündig. Da auf Online-Plattformen oft gehandelt wird, sollten Sie auch hinsichtlich Ihrer Preisvorstellungen nicht zu unnachgiebig sein. Gehen Sie dabei aber nicht unter die persönliche Schmerzgrenze. Fragt der Interessent nach einer Vergünstigung, können Sie ihm beispielsweise durch einen Wegfall der Versandkosten entgegenkommen oder ihm beim Kauf mehrerer Artikel einen Rabatt geben.

Zur Autorin

Schreiben - die große Leidenschaft von Passion Author Patricia Kornfeld. Insbesonders für Mode begeistert sich die gebürtige Niederösterreicherin. Für www.weekend.at spürt sie aktuellen Trends nach.

Autor: Patricia Kornfeld, 06.10.2021