Vintage-Shopping im Internet: Das sollten Sie beachten

Da ist es! Das Vintage-Teil, nach dem Sie schon so lange gesucht haben. Die Verlockung ist groß, das Glück zum Greifen nahe. Einziger Haken an der Sache ist, dass Sie dem guten Stück nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, sondern durch einen Bildschirm von ihm getrennt sind. Doch das digitale Schaufenster trügt oft: Sieht das Kleidungsstück wirklich so aus wie auf dem Foto und hält die Artikelbeschreibung das, was sie verspricht?

Worauf müssen Sie sich beim Vintage-Shopping im Internet prinzipiell einstellen und wie kann vermieden werden, dass der Fund nach der Bestellung wider Erwarten nicht passt oder gefällt? Befolgen Sie diese Dos und Don’ts, und dem erfolgreichen Einkauf steht nichts mehr im Wege:

Do: Auf Größenangaben achten

Größe M ist Größe M - das stimmt nicht immer! Je nach Label und Herstellungsland können die Maße, Passform und der Schnitt eines Kleidungsstücks abweichen, bei Second-Hand-Ware und insbesondere bei Vintage-Mode fällt dieser Umstand besonders stark ins Gewicht. Aus diesem Grund geben viele Händler die Maßangaben der Kleidung an und zeigen anhand von Model-Bildern, wie das Kleidungsstück an unterschiedlichen Konfektionsgrößen wirken kann.

Sollten keine Größenangaben vorhanden sein, erkundigen Sie sich am besten beim Shop-Betreiber beziehungsweise beim Kundenservice. Tragen Sie Ihre Kleidung am liebsten oversized? Dann sehen Sie sich nach größeren Modellen oder nach speziellen Oversized-Teilen um.

Do: Preis überdenken

Macht der geforderte Preis Sinn? Manchmal lohnt es sich natürlich, für ein einzigartiges oder seltenes Kleidungsstück etwas tiefer in die Tasche zu greifen, aber nicht immer sind die Preisvorstellungen des Händlers gerechtfertigt. Investieren Sie besser nicht zu viel in „gewöhnliche“ Stücke, die in fast jedem Vintage-Laden zu finden sind, wie zum Beispiel gemusterte Hemden, bedruckte T-Shirts und Sweatshirts. Ausgefallenere Stücke, die nicht so leicht zu finden sind, Designerteile vergangener Kollektionen, gut erhaltene Evergreens wie Oversized-Mäntel, Blazer oder Lederjacken, klassische Schnitte oder dieses eine Teil, auf das Sie schon ewig schielen, sind es schon eher wert.

Vintage-Mode im Stil der pastelligen 1980er-Jahre | Credit: iStock.com/Harbucks

Do: Materialangaben lesen

Was beim Vintage-Shopping nicht unter den Tisch fallen sollte: das Material des Kleidungsstücks. In welche Stoffe hüllen Sie sich am liebsten? In der Regel sind Materialangaben in den diversen Online-Shops angegeben, falls nicht, sollten Sie beim Händler Informationen dazu einholen. In hochwertige Materialien, die noch gut erhalten sind, lohnt es sich zu investieren. Hierzu zählen z.B. Wolle, Leder, Seide, Cashmere oder Alpaka. Aber auch Kleidungsstücke, die zu 100 Prozent aus Baumwolle oder Viskose gefertigt sind, haben meist ein gutes Tragegefühl und rechtfertigen einen höheren Preis.

Do: Versandkosten checken

Häufig sind es kleine, unabhängige Shops, die Vintage-Ware versenden. Diese können es sich oftmals nicht leisten, die Versandkosten für die Bestellungen zu tragen, wie wir es von den größeren Ketten gewohnt sind. Auf Versandkosten müssen Sie sich beim Online-Shopping im Internet also einstellen.

Do: Zahloptionen beachten

Vintage-Online-Shops bieten selten Zahlung auf Rechnung an, meistens werden lediglich Sofortüberweisung und die Bezahlung per Kreditkarte akzeptiert. Ab und zu können Sie auch mit PayPal bezahlen. Letzteres ist insofern von Vorteil, da Sie im Falle des Falles (zum Beispiel bei falscher Zustellung, fehlerhafter Ware etc.) Ihr Geld zurückfordern können.

Zwei Frauen sehen gemeinsam Kleidungsstücke durch | Credit: iStock.com/g-stockstudio

Don’t: Rücksenderichtlinien ignorieren

Ein paar Mausklicke genügen, um ein Kleidungsstück zu bestellen. Was aber passiert, wenn es doch nicht passt oder ganz anders aussieht als abgebildet? Bei einigen Online-Shops oder Vintage-Händlern ist es nicht möglich, gelieferte Ware wieder retour zu senden und eine Rückerstattung zu erhalten. Manchmal verursacht die Rücksendung auch hohe Versandkosten, für die Sie selbst aufkommen müssen. Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten Sie im Vorhinein checken, ob Sie Kleidung wieder zurücksenden können.

Don‘t: Nicht auf Mängel überprüfen

Auf den ersten Blick scheint das Kleidungsstück tipptopp in Ordnung zu sein, aber ist das auch wirklich der Fall? Verfärbungen oder Löcher sind auf Fotos oft nicht zu erkennen, sorgen aber spätestens beim Öffnen des Pakets für eine herbe Enttäuschung. Wenn Sie dann auch noch einen zu hohen Preis bezahlt haben, ist das Unglück komplett.

Eins gleich vorweg: Vintage-Mode ist natürlich bereits getragen und nicht neu. Ein paar Makel bzw. Gebrauchsspuren sind normal und machen den Reiz dieser Stücke aus. Große Flecken, Risse und dergleichen müssen aber nicht sein. Viele Online-Shops dokumentieren etwaige Mängel ihrer Ware, sodass Sie bereits vor dem Kauf darüber Bescheid wissen.

Don’t: Teure Marken- oder Designerware online shoppen

Es ist verführerisch: Die Gucci-Tasche oder das Chanel-Kostüm sind nur einen Klick entfernt. Und das auch noch zu einem sagenhaft günstigen Preis. Traum und Realität sind in diesen Momenten nur schwer voneinander zu unterscheiden – ist das Angebot aber zu gut, um wahr zu sein, sollten Sie besser die Finger davon lassen, denn dann ist die Gefahr groß, dass es sich um einen Fake handelt.

Gänzlich auf den Kauf von Vintage-Designerartikeln verzichten müssen Sie jedoch nicht. Wie kann man aber sicher sein, auf keine Fälschung hereinzufallen? Auf Nummer Sicher gehen Sie, indem Sie es vermeiden, bei Privathändlern (zum Beispiel auf Anzeigenportalen) Designerware auf Versand zu erstehen. Am besten ist es, persönlich in Vintage-Shops mit professioneller Beratung einzukaufen. In der Regel können Sie auch seriösen, zertifizierten Online-Shops vertrauen.

Frau in grünen Sneaker und mit passender Handtasche | Credit: iStock.com/Svetlana Eroshchenko

Top-Adressen für Vintage-Shopping

Folgende Online-Shops sind bei der Jagd nach Vintage- und Second-Hand-Kleidung besonders zu empfehlen:

  • Dogdays of Summer
  • Nowherevintage
  • Burggasse 24
  • BeThrifty
  • Zalando Pre-owned
  • Asos Marketplace
  • Etsy
  • Depop

Speziell für Designer-Artikel kommen diese Online-Shops in Frage:

  • Vestiaire Collective
  • Rebelle
  • NeuZwei

Anzeigenportale, auf denen Sie gezielt nach Vintage-Kleidung filtern können, sind zum Beispiel:

  • Vinted
  • Mädchenflohmarkt

Auf Instagram tummeln sich auch einige modeaffine Personen, die Second-Hand- und Vintage-Kleidung vertreiben. Hier sind vor allem @altrosa.vintage und @honestsecondhand zu nennen.

Ist doch ein Fehlkauf passiert? Oder möchten Sie selbst etwas aus Ihrem Kleiderschrank verkaufen? Die besten Tipps und Tricks für den Verkauf auf Online-Portalen finden Sie hier.

Zur Autorin

Schreiben - die große Leidenschaft von Passion Author Patricia Kornfeld. Insbesonders für Mode begeistert sich die gebürtige Niederösterreicherin. Für www.weekend.at spürt sie aktuellen Trends nach.

Autor: Patricia Kornfeld, 12.11.2021