L17 oder Moped: Der große Führerschein-Check
Inhalt
- Moped: Schnell mobil und unabhängig
- Moped: Vorteile und Nachteile
- L17: Mehr Aufwand, aber viele Vorteile
- L17: Vorteile und Nachteile
- Moped oder L17: Was sagen Studien?
Der Schulbus fährt nur wenige Male am Tag, das Fußballtraining endet erst am Abend und die Freunde sind längst mobil. Spätestens mit 15 stellt sich für viele Jugendliche dieselbe Frage: Reicht ein Mopedführerschein oder lohnt es sich, gleich mit dem L17 zu starten? Beide Führerscheinmodelle haben ihre Stärken und beide bringen auch Nachteile mit sich.
Während der Mopedführerschein (Klasse AM) schnelle Unabhängigkeit verspricht, gilt der L17 als idealer Einstieg in die Autofahrerkarriere. Welche Variante die bessere ist, hängt daher weniger vom Alter als von den eigenen Bedürfnissen, dem Budget und den Zukunftsplänen ab.
Moped: Schnell mobil und unabhängig
Wer nicht mehr auf Eltern oder Busfahrpläne angewiesen sein möchte, kann bereits mit 15 Jahren selbstständig unterwegs sein. Gerade im ländlichen Raum ist das Moped für viele Jugendliche ein echter Gewinn an Freiheit. Ein weiterer Vorteil sind die vergleichsweise niedrigen Ausbildungskosten.
Je nach Fahrschule liegen diese meist zwischen 300 und 500 Euro. Auch Versicherung, Wartung und Sprit fallen deutlich günstiger aus als beim Auto. Allerdings bringt das Fahren auf zwei Rädern auch Risiken mit sich.
Mopedfahrer sind im Straßenverkehr weniger geschützt und bei Regen, Schnee oder Eis deutlich stärker gefährdet. Zudem sind längere Strecken oder Fahrten mit mehreren Personen kaum praktikabel.
Moped: Vorteile und Nachteile
Vorteile:
- Mobilität bereits ab 15 Jahren
- Günstigere Ausbildung
- Niedrige laufende Kosten
Nachteile:
- Wenig Schutz bei Unfällen
- Wetterabhängig
- Begrenzter Komfort
L17: Mehr Aufwand, aber viele Vorteile
Wer den L17 wählt, entscheidet sich für einen längeren Weg. Mit der Ausbildung kann ab 15½ Jahren begonnen werden, alleine gefahren werden darf allerdings erst mit 17 Jahren. Dafür sammeln Jugendliche bereits vor der Führerscheinprüfung rund 3.000 Kilometer Fahrpraxis mit einer Begleitperson. Genau dieser große Erfahrungsvorsprung macht den Unterschied.
Der Nachteil: Die Ausbildung kostet meist zwischen 2.000 und 3.000 Euro und setzt voraus, dass Eltern oder andere Begleitpersonen regelmäßig Zeit zum Üben haben und ein Auto zur Verfügung steht.
L17: Vorteile und Nachteile
Vorteile:
- Viel Fahrpraxis bereits vor dem Führerschein
- Höhere Sicherheit
- Schutz durch das Auto
Nachteile:
- Höhere Kosten
- Alleinfahren erst ab 17
- Begleitperson erforderlich
Moped oder L17: Was sagen Studien?
Mehrere Untersuchungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) und des österreichischen Verkehrsministeriums zeigen deutliche Unterschiede zwischen beiden Ausbildungswegen.
L17-Absolventinnen und -Absolventen sind im ersten Jahr nach dem Führerscheinerhalt seltener in schwere Verkehrsunfälle verwickelt als klassische Fahranfänger. Als Hauptgrund nennen Experten die umfangreiche Fahrpraxis mit Begleitpersonen.
Anders sieht es beim Moped aus: Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren zählen laut KFV zu den besonders unfallgefährdeten Verkehrsteilnehmern. Jährlich verunglücken in Österreich mehr als 2.300 Jugendliche mit dem Moped. Fachleute führen das unter anderem auf fehlende Fahrpraxis, eine geringere Gefahreneinschätzung und die fehlende Knautschzone zurück.
Die Wahl zwischen Mopedführerschein und L17 hängt vor allem vom Alltag, Budget und den persönlichen Zukunftsplänen ab. Während das Moped bereits mit 15 Jahren günstig und schnell Unabhängigkeit ermöglicht, bietet der L17 mehr Fahrpraxis und Vorteile für alle, die ohnehin früh den B-Führerschein machen möchten.