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Eine Dose und ein Pfandautomat am Donnerstag, 05. September 2024, im Rahmen des Medientermins "Pfand" bei Spar in Wien
Ab 2027 müssen mindestens 90 Prozent der bepfandeten Kunststoff- und Metallgebinde gesammelt werden.
Ab 2027 müssen mindestens 90 Prozent der bepfandeten Kunststoff- und Metallgebinde gesammelt werden.
EVA MANHART / APA / picturedesk.com

Pfand-Regel wird 2027 verschärft: Das ändert sich

06.11.2026 um 08:40, Yunus Emre Kurt
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Österreich verschärft 2027 die Vorgaben beim Einwegpfand. Künftig müssen 90 Prozent der Flaschen und Dosen gesammelt werden. Die 25 Cent bleiben.

Beim österreichischen Einwegpfand wird ab 2027 eine wichtige Vorgabe verschärft. Wie aus der Pfandverordnung hervorgeht, gelten ab 2027 strengere Sammelvorgaben. Statt bisher mindestens 80 Prozent müssen künftig zumindest 90 Prozent der bepfandeten Kunststoff- und Metallgetränkeverpackungen getrennt gesammelt werden. Für Konsumenten ändert sich im Alltag allerdings deutlich weniger, als die neue Regel zunächst vermuten lässt: Das Pfand bleibt bei 25 Cent und auch die gewohnte Rückgabe bleibt bestehen.

​Warum ab 2027 die 90-Prozent-Regel gilt

Die höhere Sammelquote ist keine kurzfristig beschlossene Neuerung. Sie wurde bereits mit der österreichischen Pfandverordnung festgelegt. Seit Einführung des Systems 2025 gilt zunächst ein Sammelziel von mindestens 80 Gewichtsprozent. Ab 2027 steigt diese Vorgabe auf 90 Prozent.

Das Ziel gilt jeweils getrennt für bepfandete Einweggetränkeverpackungen aus Kunststoff und Metall. Verantwortlich dafür, dass diese Quote erreicht wird, ist die zentrale Stelle des Pfandsystems.

Wichtig: Die 90-Prozent-Regel richtet sich nicht an einzelne Verbraucher. Niemand muss künftig nachweisen, dass er persönlich neun von zehn gekauften Flaschen oder Dosen zurückgebracht hat. Es handelt sich um ein österreichweites Sammelziel.

​Was sich für Konsumenten tatsächlich ändert

Beim Einkauf bleibt vieles unverändert. Für pfandpflichtige Kunststoffflaschen und Getränkedosen werden weiterhin 25 Cent zusätzlich zum Verkaufspreis verrechnet. Bei ordnungsgemäßer Rückgabe wird dieser Betrag wieder ausbezahlt.

Erfasst sind grundsätzlich geschlossene Getränkeverpackungen aus Kunststoff oder Metall mit einer Füllmenge zwischen 0,1 und drei Litern. Sie sind am österreichischen Pfandlogo erkennbar.

Auch für die Rückgabe gelten die bekannten Regeln weiter: Die Verpackung muss leer sein und sich in einem Zustand befinden, in dem Pfandlogo und Barcode erkannt werden können. Zerdrückte Gebinde können bei automatischer Rückgabe daher problematisch sein.

Um das höhere Sammelziel zu erreichen, soll das Rücknahmesystem weiter optimiert werden. Berichtet wird etwa über zuverlässigere Automaten, bessere Leerungsintervalle und Verbesserungen bei Abholung und Transport. Eine gesetzliche Verpflichtung, wonach sämtliche Supermärkte mit Jahresbeginn neue Automaten anschaffen müssten, gibt es jedoch nicht.

​So erfolgreich war das Pfandsystem bisher

Die erste Jahresbilanz fiel positiv aus. 2025 wurden rund zwei Milliarden bepfandete Flaschen und Dosen in Verkehr gebracht. Rund 1,4 Milliarden Gebinde wurden bis zum Jahresende zurückgegeben.

Unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Gewichts der Verpackungen und der Zeit zwischen Verkauf und Rückgabe ergab sich eine offizielle Sammelquote von 81,5 Prozent. Das gesetzliche Ziel von mindestens 80 Prozent wurde damit bereits im ersten Jahr erreicht.

Für 2027 liegt die Messlatte deutlich höher: Gegenüber der ersten Jahresbilanz muss die Quote um weitere 8,5 Prozentpunkte steigen.

​Diese Verpackungen bleiben vom Pfand ausgenommen

Auch künftig unterliegt nicht jede Getränkeverpackung dem 25-Cent-Pfand. Ausgenommen sind unter anderem Getränkekartons wie Tetrapaks sowie Milch und bestimmte Milchmixgetränke. Auch Sirup fällt nicht unter das Einwegpfand.

Glasflaschen gehören ebenfalls nicht zum 25-Cent-Einwegpfandsystem. Für Mehrwegflaschen können allerdings eigene Pfandregelungen gelten.

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