Deepfakes: So schützt ihr euch gegen digitale Manipulation
Inhalt
- Wiederauferstehung
- Multiple Gefahrenlage
- Vergiftete Meinungsbildung
- Fatale Investments
- Erkennungszeichen von Deepfake-Videos
- Schutz vor Deepfake-Inhalten
Prominente Sportler, die gegen ihren Willen für betrügerische Kryptowährungen werben. Zumeist weibliche Hollywoodstars, die ohne ihr Wissen in Pornos auftreten, oder einflussreiche Politiker, denen von Unbekannten Kriegserklärungen in den Mund gelegt werden. Sogenannte Deepfake-Videos überschwemmen mittlerweile die sozialen Netzwerke und Videoplattformen wie YouTube. Darunter werden Videos verstanden, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) manipuliert wurden. In der Regel werden dabei die Gesichter der in ihnen agierenden Personen ausgetauscht und/oder die von ihnen gesprochenen Worte verfälscht.
Wiederauferstehung
Ursprünglich wurden vergleichbare Technologien, unter dem Einsatz erheblicher finanzieller Mittel, vor allem in Hollywood dafür verwendet, Schauspieler, die vor Abschluss der Dreharbeiten zu einem Film verstorben waren, für die Fertigstellung des jeweiligen Werkes wiederauferstehen zu lassen. Mittlerweile lassen sich allerdings auch mit kostenlosen KI-Werkzeugen erstaunlich realistische Deepfake-Videos anfertigen, die auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen sind.
Multiple Gefahrenlage
Daraus ergibt sich eine Reihe von Gefahren, die von erniedrigenden Verleumdungen bis hin zu demokratie- und gesellschaftsgefährdenden Kampagnen reichen. So zirkulierten zum Beispiel bereits im Jahr 2017 in Reddit-Foren pornografische Aufnahmen, in denen die Gesichter der Darstellerinnen durch jene von Hollywood-Schauspielerinnen wie Scarlett Johansson, Emma Watson und Gald Gadot ersetzt worden waren, was eine massive Verletzung ihrer sexuellen Würde darstellte.
Vergiftete Meinungsbildung
Eine noch schädlichere Wirkung entfaltet die Technologie, wenn sie Desinformation verbreiten und die gesellschaftliche Meinung mittels politischer Propaganda manipulativ lenken soll. 2022 wurde etwa ein ukrainischer TV-Sender von Hackern infiltriert und über ihn ein Deepfake-Beitrag, in dem Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Landsleute zur Kapitulation vor Russland aufrief, ausgestrahlt. Die Operation zielte darauf ab, die Moral der Bevölkerung sowie der Streitkräfte zu untergraben. Im Vorfeld der slowakischen Parlamentswahl machte 2023 wiederum ein KI-generiertes Audio-Deepfake die Runde, in dem sich der Spitzenkandidat der Partei Fortschrittliche Slowakei, Michal Šimečka, angeblich mit einer Journalistin über einen angedachten Wahlbetrug unterheilt.
Fatale Investments
Immer häufiger fertigen zudem Kriminelle mitunter abenteuerliche Deepfake-Produktionen an, um Internetnutzer in betrügerische Online-Shops oder auf dubiose Internetseiten zu locken. Diese wirken auf den ersten Blick hochgradig professionell und verweisen auf vermeintlich authentische Presseberichte und Kundenbewertungen als Beleg ihrer Seriosität. Bei eingehender Betrachtung entlarven sie sich allerdings als raffiniert konstruierte Betrugssysteme, um sich auf Kosten ihrer Opfer, beispielsweise über nichtexistierende Waren oder Überweisungen von Investitionen auf fingierte Konten, zu bereichern. Besondere Vorsicht ist daher bei Krypto-Investments mit angeblicher „staatlicher Förderung“, Trading-Plattformen mit automatisierten „Erfolgssystemen“ oder „Insider-Geheimtipps“ für die Börse geboten. So wie auch bei Diätpillen mit „sofortiger Wirkung“ oder Nahrungsergänzungsmitteln, die vorgeblich von Prominenten persönlich getestet wurden.
Erkennungszeichen von Deepfake-Videos
- Sichtbare Übergänge: Insbesondere auf großen Bildschirmen zeichnen sich auf manipulierten Gesichtern während Bewegungsabläufen die Augenbrauen oder die Haar- bzw. Gesichtsfarbe des Originals ab.
- Verwaschene Konturen: Der Blick gefälschter Personen wirkt oftmals starr und ihre Zähne und Augen weisen unscharfe Konturen auf.
- Lippen-Synchronität: Wenn die KI nicht auf ausreichend Trainingsmaterial zurückgreifen konnte, bewegen sich die Lippen nicht synchron zum gesprochenen Wort.
- Unstimmige Reaktionen: Harmoniert die Mimik einer Person nicht mit der jeweiligen Situation oder weist ihr Verhalten einen hölzernen Charakter auf, sollte man ebenfalls hellhörig werden.
Schutz vor Deepfake-Inhalten
- Anfragen überprüfen: Hinterfragen Sie die Identität eines Anrufers, etwa durch einen Rückruf bei besagtem Unternehmen, wenn diese Sie um die Übermittlung vertraulicher Daten bittet.
- Datenschutzeinstellungen aktivieren: Schränken Sie den Zugriff auf die privaten Bilder und Videos auf Ihren Online-Konten weitestgehend ein, um einen Identitätsdiebstahl zu erschweren.
- Passwortschutz: Wechseln Sie Ihre Passwörter regelmäßig und stellen Sie sicher, dass diese stark, komplex und mindesten 16 Zeichen lang sind.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung: Legen Sie Hackern das Handwerk, indem Sie einen Zugang zu Ihren Online-Konten nur durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ermöglichen.
- Aktualisierung: Bringen Sie Ihre Software stets auf den neuesten Stand, um ihre jeweiligen Geräte vor Malware zu schützen.