So viel sparen Sie wirklich: Was die Mehrwertsteuer-Senkung bringt
- Durchschnittliche Ersparnis pro Haushalt
- Beispielrechnung: So verändert sich der Warenkorb
- Einzelpreise im Vergleich
- Kontrolle und Umsetzung im Handel
- Grenzen der Entlastung
Seit der Entscheidung der Bundesregierung, die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel mit 1. Juli 2026 zu halbieren, steht fest: Der tägliche Einkauf wird tatsächlich etwas günstiger. Die Entlastung fällt zwar im Cent-Bereich pro Produkt aus, summiert sich aber über das Jahr hinweg zu einer spürbaren Erleichterung für viele Haushalte. So viel sei vorweggenommen: Die tatsächliche Ersparnis hängt vom persönlichen Einkaufszettel ab.
Durchschnittliche Ersparnis pro Haushalt
Nach Regierungsangaben beträgt das Gesamtvolumen der Maßnahme rund 400 Millionen Euro. Auf rund vier Millionen Haushalte in Österreich gerechnet ergibt das eine durchschnittliche Entlastung von etwa 100 Euro pro Jahr. Wie stark sich die Senkung individuell auswirkt, hängt davon ab, wie hoch der Anteil an begünstigten Grundnahrungsmitteln im Einkauf ist.
Haushalte mit höherem Anteil an Basisprodukten profitieren am stärksten. Wer viel frische Lebensmittel wie Milch, Brot, Eier, Obst und Gemüse kauft, spürt den Effekt deutlicher als jemand, der überwiegend verarbeitete oder importierte Waren konsumiert.
Beispielrechnung: So verändert sich der Warenkorb
Ein durchschnittlicher Wocheneinkauf mit einem Anteil von 60 Prozent Grundnahrungsmitteln hat bislang etwa 120 Euro gekostet. Durch die Senkung der Mehrwertsteuer sinken die Preise für den begünstigten Anteil um fünf Prozent. Das bedeutet eine Ersparnis von etwa 3,60 Euro pro Woche oder rund 187 Euro pro Jahr bei konstantem Einkaufsverhalten.
Bei einem geringeren Anteil von 40 Prozent Grundnahrungsmitteln reduziert sich die Entlastung auf etwa 2,40 Euro pro Woche, also rund 125 Euro im Jahr. Für große Haushalte mit höherem Lebensmittelbedarf kann die Ersparnis auch deutlich über 200 Euro jährlich liegen.
Einzelpreise im Vergleich
Die Preisbeispiele zeigen, wie sich die Steuerhalbierung im Alltag auswirkt:
- Butter (250 g): 1,29 € → 1,23 €
- Milch (1 l): 1,39 € → 1,32 €
- Eier (10 Stück): 3,79 € → 3,62 €
- Schwarzbrot (½ kg): 2,15 € → 2,05 €
- Nudeln (500 g): 1,49 € → 1,42 €
Auch wenn die Entlastung pro Produkt gering wirkt, summieren sich diese Differenzen über Wochen und Monate. Vor allem Familienhaushalte mit regelmäßigem Großeinkauf profitieren von der Senkung.
Kontrolle und Umsetzung im Handel
Damit die Preissenkungen tatsächlich bei den Konsumentinnen und Konsumenten ankommen, kontrolliert die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) die Weitergabe der Steuerreduktion. Der Handel hat zugesichert, die Senkung eins zu eins an die Kundschaft weiterzugeben.
Verstärkte Preiskontrollen und Margenanalysen entlang der Lieferkette sollen verhindern, dass Supermarktketten oder Produzenten die Entlastung teilweise einbehalten. Strafen bei Verstößen gegen Preisauszeichnungspflichten werden verschärft.
Grenzen der Entlastung
Trotz der steuerlichen Senkung bleibt klar: Eine dauerhafte Preisberuhigung hängt auch von anderen Faktoren wie den Energiepreisen, Transportkosten und globalen Rohstoffmärkten ab. Steigen diese stark an, könnte der Effekt der Steuerreduktion schnell verpuffen.