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Menschen laufen bei Starkregen mit einem Regenschirm durch eine italienische Stadt.
Schwere Unwetter treffen Italien: Starkregen und Sturmböen sorgen in mehreren Regionen für Überschwemmungen und Schäden.
Schwere Unwetter treffen Italien: Starkregen und Sturmböen sorgen in mehreren Regionen für Überschwemmungen und Schäden.
APA-Images / LaPresse / Marco Ottico

Unwetter-Schock in Lignano: Autos versinken in den Fluten

10.09.2026 um 12:04, Stefanie Hermann
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Starkregen, Sturmböen und Tornados treffen Norditalien. In Lignano stehen Autos tief im Wasser, im nahen Latisana endet das Unwetter tödlich.

Nach extremer Sommerhitze erlebt Norditalien einen heftigen Wettersturz. Starkregen, Sturmböen und Tornados haben Straßen überflutet, Bäume entwurzelt und Gebäude beschädigt. Besonders dramatisch ist die Lage rund um die bei Österreichern beliebten Urlaubsorte Lignano, Bibione und Jesolo. In Lignano stehen Autos tief im Wasser. Im nahe gelegenen Latisana ist eine Frau in ihrem Fahrzeug ertrunken.

Autos versinken in den Fluten von Lignano

Das gesamte Gebiet zwischen Latisana und Lignano ist nach heftigen Regenfällen und Gewittern von Überschwemmungen betroffen. Die Wassermassen haben erhebliche Verkehrsprobleme verursacht. Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr sind ausgerückt. Am Donnerstag hat sich die Wetterlage etwas beruhigt, die Folgen der Unwetter sind aber weiterhin deutlich sichtbar.

In Lignano haben heftige Regenfälle Straßen und Garagen unter Wasser gesetzt. Bilder zeigen Fahrzeuge, die teilweise tief in den Wassermassen stehen. Die Feuerwehr ist zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Wer sein Auto in einer überfluteten Garage oder Straße abgestellt hat, muss Schäden am Fahrzeug befürchten.

Frau stirbt in überfluteter Unterführung

Nur wenige Kilometer entfernt endet das Unwetter tödlich. In Latisana ist eine Frau mit ihrem Auto in einer überfluteten Unterführung eingeschlossen worden. Ein Carabiniere ist nach einem Notruf ins Wasser gesprungen und hat die Frau aus dem Fahrzeug geborgen. Sie konnte jedoch nicht mehr gerettet werden. Der Polizist wurde anschließend vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Unwetterfront erwischt auch Bibione und Jesolo

Auch Bibione hat die Wetterfront mit voller Wucht getroffen. Innerhalb kürzester Zeit hat sich der Himmel über dem beliebten Badeort verdunkelt. Starke Windböen, Blitze, Donner und heftiger Starkregen sind über den Strand gezogen. Am Donnerstag ziehen weiterhin Wolken durch, nur zeitweise zeigt sich die Sonne.

In Jesolo hat das Unwetter für heftigen Wellengang an der normalerweise vergleichsweise ruhigen oberen Adria gesorgt. Damit hat der Wettersturz gleich mehrere der beliebtesten italienischen Urlaubsorte vieler Österreicher getroffen.

Bahnverkehr kämpft mit massiven Problemen

Die schweren Unwetter in Italien haben auch den Bahnverkehr in Friaul-Julisch Venetien stark beeinträchtigt. Nach Angaben des italienischen Bahninfrastrukturbetreibers RFI hat es in Triest Probleme mit der Stromversorgung gegeben. In Portogruaro und Monfalcone sind Störungen an Weichen und Signalanlagen gemeldet worden. Züge haben Verspätungen von bis zu einer Stunde gehabt, zwischen Triest und Portogruaro sind teilweise Ersatzbusse eingesetzt worden.

Fast 100 Millimeter Regen treffen Mailand

Auch Mailand kämpft mit den Wassermassen. Innerhalb von 24 Stunden sind in den nördlichen Stadtgebieten und im Umland örtlich fast 100 Millimeter Regen gefallen. Der Fluss Lambro ist stark angestiegen. In Teilen der Stadt sind mobile Hochwasserschutzwände eingesetzt worden. Die Stadt hat zudem vorsorglich ihre Parks geschlossen, um Menschen vor umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen zu schützen.

Tornado reißt Dächer im Raum Brescia ab

Noch dramatischer sind die Bilder aus dem Raum Brescia. Dort hat ein Tornado Dächer abgedeckt und Blechteile fortgerissen. Auch in Ligurien ist die Situation angespannt. Der Fluss Lavagna ist an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Bewohner sind aufgefordert worden, sich in höher gelegene Stockwerke zu begeben.

Tornado verwüstet Teile der Toskana

Schwere Schäden werden auch aus der Toskana gemeldet. In Viareggio hat ein Tornado Badeanstalten, Werften und Wohnhäuser beschädigt. Sturmböen haben Sonnenschirme, Markisen und Liegen mitgerissen. In anderen Teilen der Versilia-Region sind Bäume umgestürzt. Besonders extrem ist der Regen in Carrara ausgefallen: Dort sind innerhalb weniger Minuten rund 100 Millimeter Niederschlag registriert worden.

Starkregen bringt Verkehr in Rom ins Chaos

Die Wetterstörung zieht zunehmend weiter Richtung Süden. In Rom haben heftige Niederschläge bereits für chaotische Verkehrsverhältnisse gesorgt. Wetterdienste erwarten, dass sich die Störung bis Freitag und Samstag weiter nach Mittel- und Süditalien verlagert.

Rekordhitze endet mit heftigem Wettersturz

Die schweren Unwetter in Italien folgen auf einen historischen Hitzesommer. Laut dem Nationalen Forschungsrat CNR ist der Sommer 2026 mit durchschnittlich 24,3 Grad Celsius der heißeste in Italien seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen 1950 gewesen. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2003 mit 23,6 Grad ist damit übertroffen worden.

Atlantische Störung bringt deutlich kühlere Luft

Hinter dem Wetterumschwung steckt eine atlantische Störung, die kühlere Luft nach Italien bringt. Die großen Temperaturunterschiede können gleichzeitig die Entstehung kräftiger Gewitter begünstigen. Während die Temperaturen im Norden bereits deutlich gesunken sind, hält sich im Süden zunächst noch die Hitze mit Höchstwerten von 35 bis 36 Grad. Bis zum Wochenende soll die ungewöhnliche Hitze auch in Mittel- und Süditalien vorerst zu Ende gehen.

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