Schnee kommt zurück: Hier wird es jetzt überall weiß
Schnee kehrt nach Österreich zurück und das mitten im Frühling. Nach ungewöhnlich warmen Tagen bringt eine markante Kaltfront einen abrupten Wetterumschwung. Sturm, Frost und Schnee bis ins Flachland sorgen für eine ungewöhnliche Lage Ende März.
Wintereinbruch nach frühsommerlichen Tagen
In den vergangenen Wochen lockt die Sonne die Steirerinnen und Steirer ins Freie, die Gärten erwachen langsam aus dem Winterschlaf. Bunte Schmetterlinge sind bereits unterwegs, Kröten ziehen zurück ins Wasser und erste Igel wandern über die Wiesen. Die Märzensonne wärmt die Böden spürbar, vielerorts blühen auf Wiesen und Balkonen die ersten Frühlingsboten, Marillenbäume in der Wachau stehen kurz vor der Blüte.
Damit ist es nun vorerst vorbei. Ab Mittwoch legt der Frühling eine abrupte Pause ein: Eine markante Kaltfront zieht über Österreich, bringt polare Luft von Westen her und lässt den Winter zurückkehren. Hinter der Front strömt deutlich kältere Luft in den Alpenraum, dazu sind stürmische Winde zu erwarten. Meteorologinnen und Meteorologen sprechen von einer äußerst unangenehmen spätwinterlichen Wetterphase, die für Ende März untypisch ist.
Zeitlicher Ablauf und regionale Unterschiede
Am Mittwoch zeigt sich zunächst noch einmal der Kontrast: Im Osten des Landes bleibt es vorübergehend frühlingshaft, im Wiener Raum werden am Nachmittag noch an die 20 Grad erwartet. Gleichzeitig setzen im Westen Österreichs kräftige Regenschauer ein, dort erreicht die Kaltfront als Erstes den Alpenraum. Bis Mittwochabend breitet sich die Front über weite Teile Österreichs aus.
Mit dem Durchzug kühlt es rasch ab, die Schneefallgrenze sinkt im Tagesverlauf von rund 1.200 auf etwa 800 Meter. In der Nacht auf Donnerstag fällt sie bis in die Täler, auch im Flachland ist verbreitet Schneefall möglich. In großen Teilen Österreichs schneit es, in manchen Berglagen sind bis zu ein Meter Neuschnee denkbar.
Besonders markant fällt der Wintereinbruch in der Obersteiermark aus. Dort sinkt die Schneefallgrenze auf etwa 500 Meter, bis in die Täler ist mit Schnee zu rechnen. Die Temperaturen stürzen in der Nacht auf Donnerstag rapide ab, erwartet werden Werte zwischen minus 3 und 0 Grad. Im östlichen Flachland, auch in Wien, liegen die Höchstwerte tagsüber nur zwischen 0 und 5 Grad. In Graz sind zum Wochenende hin rund 7 Grad in Sicht, in der Obersteiermark steigen die Werte dann knapp in den Plusbereich.
Durch den kräftigen Wind fühlt sich die Luft deutlich kälter an, als es die Thermometer anzeigen. Auf den Straßen ist mit winterlichen Verhältnissen zu rechnen, die gesetzliche Winterreifenpflicht gilt in Österreich noch bis 15. April. Die nördliche Kaltluft strömt weiter nach, die Wetterlage bleibt damit vorerst spätwinterlich.
Folgen für Landwirtschaft, Gärten und Natur
Der plötzliche Temperatursturz und der Schnee kühlen die bereits erwärmten Böden rasch aus. Frost zu diesem Zeitpunkt im Jahr schadet der Landwirtschaft, besonders heikel ist die Lage für die Marillenknospen. Fachleute betonen, dass eine derartige Abkühlung um diese Jahreszeit für die Kulturen immer ungünstig ist. Die Marillenbäume in der Wachau stehen kurz vor der Blüte und reagieren entsprechend empfindlich auf Frost.
Auch Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner sollten reagieren. Empfindliche Balkon- und Terrassenpflanzen gehören in den kommenden Tagen, sofern möglich, in geschützte Innenräume. Ohne Ausweichmöglichkeit empfiehlt sich zumindest ein guter Kälteschutz mit Vlies oder Decken, um Frostschäden zu vermeiden.
Die Kältewelle trifft auch die Tierwelt. Ein Wintereinbruch kann für Igel, Kröten, Schmetterlinge und Wildschweine gefährlich werden. Für den Wildschweinnachwuchs besteht nach Einschätzung von Expertinnen und Experten sogar Lebensgefahr, weil die Bachen ihre schon geborenen Frischlinge bei anhaltender Kälte nicht ausreichend wärmen können.
Schmetterlinge können bei den niedrigen Temperaturen erneut in eine Winterstarre verfallen. Kröten werden durch die Kälte träge und brauchen länger beim Überqueren von Straßen, dadurch steigt das Risiko im Straßenverkehr. Autofahrerinnen und Autofahrer sollen in den nächsten Tagen daher besonders Rücksicht nehmen.
Auch bei Igeln sind Probleme zu erwarten. Sie können sich bei Kälte zwar wieder verkriechen, magere Tiere bleiben jedoch den ganzen Winter über gefährdet. Tierschützer raten, dünne Igel in ein Tierheim zu bringen, wo die geschwächten Tiere aufgepäppelt werden können.
Die bevorstehende Kälte hat allerdings auch eine Folge, die vielen Menschen gelegen kommt. Fachleute gehen davon aus, dass die Kälte für einen schlechten Start bei den Stechmücken sorgt und viele Gelsen erfrieren. Für Menschen ist das eine eher erfreuliche Begleiterscheinung.
Ausblick: Dauer der Kältewelle unklar
Der Februar verlief deutlich zu mild, auch der März ist bislang wesentlich wärmer als im langjährigen Mittel. Nun steht Österreich eine für Ende März untypisch lange spätwinterliche Phase bevor. Das Ende dieser Wetterlage ist derzeit offen, nach Angaben der Meteorologinnen und Meteorologen ist noch nicht absehbar, wann wieder wärmere Luftmassen zu erwarten sind.
Klar scheint hingegen, dass sich die großräumige Strömung vorerst nicht umstellt. Es ist eher damit zu rechnen, dass die nördliche Kaltluftströmung vorerst bestehen bleibt. Der späte Winter hält damit über das kommende Wochenende hinaus an, wie lange genau, bleibt vorerst unklar.