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Saharastaub über Kreta färbt Himmel orange, starke Wellen an Küste, schlechte Sicht durch Feinstaubbelastung im Mittelmeerraum.
Saharastaub taucht Kreta in apokalyptisches Orange: Hohe Wellen und schlechte Sicht zeigen die extremen Auswirkungen der Feinstaubbelastung.
Saharastaub taucht Kreta in apokalyptisches Orange: Hohe Wellen und schlechte Sicht zeigen die extremen Auswirkungen der Feinstaubbelastung.
APA-Images / AFP / ELEFTHERIOS ELIS

Reisewarnung: Feinstaub-Alarm auf Urlaubsinseln

03.04.2026 um 12:07, Stefanie Hermann
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Saharastaub sorgt auf Kreta und Zypern für extreme Feinstaubwerte. Behörden warnen vor Gesundheitsgefahr und Einschränkungen. Flüge sind teils gestrichen.

Eine massive Saharastaub-Wolke legt aktuell Teile des östlichen Mittelmeers lahm. Besonders betroffen sind die Urlaubsinseln Kreta und Zypern, wo die Feinstaubwerte drastisch angestiegen sind.

Saharastaub über Kreta und Zypern

In Zypern messen Behörden teils über 1.100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – ein Wert, der den internationalen Grenzwert von 50 Mikrogramm um ein Vielfaches überschreitet.

Auch über Griechenland und die Ägäis hat sich der Staub bereits ausgebreitet und sorgt für eine außergewöhnliche Wetterlage.

Kreta: Blutroter Himmel durch Saharastaub

Neben der schweren gesundheitlichen Belastung bietet das Phänomen ein spektakuläres Naturschauspiel. Über Kreta hat sich der Himmel in ein intensives Rot gefärbt, das an eine apokalyptische Szenerie erinnert.

Ursache ist das Unwetter-Tief „Erminio“, das derzeit große Mengen Wüstensand aus Nordafrika nach Europa transportiert. Die feinen Partikel streuen das Sonnenlicht und tauchen die Landschaft in einen rötlichen Schleier. In dieser Intensität tritt das nur alle paar Jahre auf.

Feinstaub: Warum Saharastaub gefährlich ist

Die Behörden warnen eindringlich vor den gesundheitlichen Folgen. Der feine Feinstaub dringt tief in die Atemwege ein und kann Husten, Halsschmerzen und Atemprobleme verursachen. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.

Empfohlen wird, körperliche Aktivitäten im Freien zu vermeiden und möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben. Arbeiten im Freien sollen vorübergehend eingestellt werden.

Saharastaub Zypern: Alltag wegen Feinstaub eingeschränkt

Auf Zypern zeigt sich die Lage aufgrund des Saharastaubs aktuell besonders drastisch. In der Hauptstadt Nikosia wurden am Freitag um 7.00 Uhr 1167,7 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter gemessen, wie der zypriotische Zivilschutz und der Rundfunk RIK berichten.

Der Schulbetrieb läuft deshalb nur eingeschränkt: Tausende Schülerinnen und Schüler verbringen den Unterricht in geschlossenen Klassenräumen. Arbeiten im Freien wurden vielerorts gestoppt, öffentliche Aktivitäten reduziert. Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, sich möglichst in Innenräumen aufzuhalten.

Das Wetteramt rechnet damit, dass die Belastung zumindest bis Samstag anhält.

Saharastaub Kreta: Insel im Ausnahmezustand

Auf Kreta trifft der Saharastaub zusätzlich auf extreme Wetterbedingungen. Neben der schlechten Luft sorgen Starkregen und Orkanböen für Chaos. Die Folgen sind deutlich spürbar: Die Sicht ist massiv eingeschränkt, vielerorts fahren Autos selbst am Tag mit eingeschaltetem Licht. Der Flugverkehr ist teilweise unterbrochen, mehrere Verbindungen wurden gestrichen oder umgeleitet, auch der Fährverkehr kommt zum Stillstand.

Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz, vor allem wegen Überschwemmungen und beschädigter Infrastruktur. In Griechenland kam es im Zuge der Unwetter zudem zu Überschwemmungen – in der Region Athen wurde dabei ein Mann von Wassermassen mitgerissen und tödlich verletzt.

Ausbreitung des Saharastaubs im Mittelmeer

Das Phänomen ist noch nicht vorbei. Meteorologen warnen zudem, dass bereits eine weitere Staubwolke im Anmarsch ist, die die Lage in den kommenden Tagen zusätzlich verschärfen könnte. Der Saharastaub breitet sich weiter aus. Betroffen oder in den kommenden Tagen zunehmend gefährdet sind neben Kreta und Zypern auch weitere Regionen im östlichen und südlichen Mittelmeerraum. Dazu zählen die Türkei, der Libanon und Israel.

Darüber hinaus erreicht das Phänomen auch den Atlantik: Auf den Kanaren und Madeira wird ebenfalls mit einer deutlichen Staubbelastung und eingeschränkter Sicht gerechnet.

Erst rund um Ostern dürfte sich die Lage im östlichen Mittelmeerraum wieder entspannen.

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