Ebola-Ausbruch eskaliert: WHO meldet fast 600 Verdachtsfälle
- Ebola-Ausbruch spitzt sich zu
- Fast 600 Verdachtsfälle und Tote
- Ebola erreicht Städte und Grenzen
- Warum die Lage besonders gefährlich ist
- Keine Impfung gegen aktuellen Stamm
- WHO mobilisiert Millionenhilfe
- Großveranstaltung abgesagt
Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo spitzt sich weiter zu. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer dramatischen Entwicklung. Die Fallzahlen steigen schneller als erwartet, das tatsächliche Ausmaß dürfte deutlich größer sein als bisher bekannt.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus spricht von einer Situation, die „ernste Sorge“ bereitet. Bereits am Sonntag wurde die internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen.
Fast 600 Ebola-Verdachtsfälle und immer mehr Tote
Neben 51 bestätigten Ebola-Fällen im Kongo wurden inzwischen fast 600 Verdachtsfälle registriert. Auch die Zahl der Todesfälle steigt weiter. Aktuell werden 139 mögliche Todesopfer gemeldet.
Die WHO geht davon aus, dass die Zahlen weiter deutlich steigen werden. Das Virus konnte sich offenbar bereits über einen längeren Zeitraum unbemerkt ausbreiten.
Ebola erreicht Städte und überschreitet Grenzen
Der Ausbruch bleibt längst nicht mehr auf ländliche Regionen beschränkt. Fälle wurden mittlerweile auch in größeren Städten wie Goma und Bunia bestätigt. Damit erhöht sich das Risiko einer schnellen Verbreitung erheblich.
Der Virus breitet sich zudem über die Grenzen der DR Kongo aus. In Uganda wurden zwei Fälle in der Hauptstadt Kampala gemeldet, darunter ein Todesfall. Zudem wurde ein infizierter US-Bürger nach Deutschland gebracht.
Warum die Lage besonders gefährlich ist
Neben der hohen Zahl an Verdachtsfällen bereitet vor allem die Ausbreitung in urbanen Gebieten große Sorge.
Hinzu kommt, dass bereits Gesundheitspersonal betroffen ist, was auf Übertragungen innerhalb medizinischer Einrichtungen hinweist.
Gleichzeitig erschweren Konflikte und Fluchtbewegungen die Eindämmung massiv. Allein in der Provinz Ituri wurden zuletzt mehr als 100.000 Menschen vertrieben. Die Region gilt zudem als wichtiges Bergbaugebiet mit hoher Mobilität – ideale Bedingungen für die Ausbreitung des Virus.
Keine Impfung gegen aktuellen Ebola-Stamm
Der aktuelle Ausbruch wird durch den durch den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus verursacht. Für diese Variante des Ebola-Virus gibt es bislang weder eine zugelassene Impfung noch gezielte Medikamente.
Die Bekämpfung konzentriert sich daher auf klassische Maßnahmen wie Isolation, Kontaktverfolgung und Schutz der Bevölkerung.
WHO mobilisiert Millionenhilfe
Um die Lage unter Kontrolle zu bringen, verstärkt die WHO ihren Einsatz vor Ort. Neben Personal und Ausrüstung wurden zusätzliche finanzielle Mittel freigegeben. Insgesamt stehen nun rund 3,9 Millionen US-Dollar aus dem Notfallfonds zur Verfügung. Ziel ist es, die Ausbreitung möglichst rasch einzudämmen und weitere Todesfälle zu verhindern.
Großveranstaltung abgesagt: Angst vor Ausbreitung
Die Gefahr zeigt auch politische Folgen: In Uganda wurde eine Großveranstaltung mit bis zu zwei Millionen Teilnehmern kurzfristig abgesagt.
FAQ: Ebola-Ausbruch und aktuelle Entwicklung
Wie viele Ebola-Fälle gibt es aktuell?
Laut WHO wurden zuletzt fast 600 Verdachtsfälle und mehr als 130 mögliche Todesfälle im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch gemeldet.
Warum ist der aktuelle Ebola-Ausbruch besonders gefährlich?
Der Ausbruch betrifft dicht besiedelte Regionen und breitet sich auch in Städte aus. Zudem gibt es für den Bundibugyo-Stamm derzeit keine zugelassene Impfung.
Wie wird Ebola übertragen?
Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen übertragen. Eine Ansteckung über die Luft erfolgt nicht.
Gibt es eine Impfung gegen Ebola?
Für den aktuellen Ebola-Ausbruch durch den Bundibugyo-Stamm gibt es derzeit keine zugelassene Impfung oder spezifische Behandlung.
Quellen und weiterführende Informationen