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Supermarkt Eis Auswahl mit wenigen Bio und veganen Optionen laut Greenpeace Marktcheck
Der Greenpeace-Marktcheck zeigt geringe Auswahl an Bio- und pflanzlichem Supermarkt-Eis im Vergleich zum Gesamtangebot.
Der Greenpeace-Marktcheck zeigt geringe Auswahl an Bio- und pflanzlichem Supermarkt-Eis im Vergleich zum Gesamtangebot.
Mitja Kobal / Greenpeace

Supermarkt-Eis im Greenpeace-Check: Ergebnis ist ernüchternd

20.05.2026 um 15:55, Stefanie Hermann
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Greenpeace schlägt Alarm: Nur 3% Bio beim Supermarkt-Eis. Angebot sinkt trotz steigender Nachfrage – große Marken stehen in der Kritik.

Greenpeace hat das Eis-Angebot im Supermarkt unter die Lupe genommen. Nur rund drei Prozent des Supermarkt-Eises sind in Bio-Qualität, wie der aktuelle Marktcheck zeigt. Damit ist der Anteil weiter gesunken: 2022 lag er noch bei 3,8 Prozent, aktuell nur noch bei 2,8 Prozent.

Laut Daten der AMA steigt aber gleichzeitig die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln. Im Kühlregal zeigt sich davon jedoch nichts. Stattdessen wächst vor allem das Angebot an konventionellem Supermarkt-Eis.

Große Auswahl, aber kaum nachhaltige Optionen

Die Auswahl im Gefrierschrank ist tatsächlich enorm: Rund 160 verschiedene Eisprodukte finden sich im Schnitt in österreichischen Supermärkten. Doch hinter dieser Vielfalt steckt ein strukturelles Problem, wie Greenpeace bemängelt: Nachhaltige Alternativen bleiben klar in der Minderheit.

Rein pflanzliches Eis kommt immerhin auf etwas mehr als zehn Prozent des Sortiments. Noch deutlicher ist die kritisierte Schieflage bei gentechnikfreien Produkten: Nur etwa ein Fünftel des Angebots erfüllt diese Kriterien.

Gentechnik bleibt schwer nachvollziehbar

Gerade bei klassischem Milcheis ist für Konsumenten oft nicht ersichtlich, wie die Zutaten produziert wurden. Ein zentraler Punkt ist dabei das Tierfutter. International wird häufig gentechnisch verändertes Soja eingesetzt.

Laut Greenpeace kann Gentechnikfreiheit nur bei bestimmten Produkten angenommen werden – etwa bei Bio-Eis, rein pflanzlichen Sorten oder Eis mit Milch aus Österreich. Zwar wird hierzulande seit 2010 kein Gentech-Soja aus Regenwaldzerstörung mehr verwendet, dennoch bleibt die Herkunft für viele Käufer schwer durchschaubar.

Greenpeace kritisiert Entwicklung

„Wer beim Eisgenuss auf die Umwelt achten möchte, muss im Supermarkt lange suchen: Biologisches und rein pflanzliches Eis ist besser für Mensch und Natur, bleibt aber die Ausnahme im Kühlregal”, sagt Gundi Schachl, Leiterin des Marktchecks.

Dass der Bio-Anteil trotz steigender Nachfrage sinkt, sei ein deutliches Signal, dass sich das Angebot nicht an den Bedürfnissen der Konsumenten orientiere.

Marktführer Unilever in der Kritik

Einen wesentlichen Faktor ortet Greenpeace in der Marktmacht großer Konzerne. Mehr als die Hälfte des Supermarkt-Eises stammt vom Unilever-Konzern mit Marken wie Eskimo, Magnum, Cremissimo oder Twinni. Greenpeace bemängelt hier vor allem zwei Punkte: Es gibt kein einziges Bio-Produkt, gleichzeitig fehlen transparente Angaben zur Herkunft und Herstellung der Zutaten.

„Wir fordern die Supermärkte und Konzerne wie Unilever auf, auch bei Eiscreme Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen und mehr biologisch hergestellte sowie rein pflanzliche Produkte ins Kühlregal zu bringen“, so Schachl.

Deutliche Unterschiede zwischen Supermärkten

Der Marktcheck zeigt auch, dass das Angebot stark vom jeweiligen Händler abhängt. Interspar schneidet am besten ab und bietet das breiteste Sortiment an umweltfreundlichem Eis. Dahinter folgen Spar und Hofer.

Am anderen Ende der Skala steht der Diskonter Penny. Dort gibt es weder Bio-Eis noch rein pflanzliche Alternative.

Nachhaltige Eis-Alternativen vorhanden

Wer gezielt sucht, findet im Supermarkt durchaus nachhaltigere Optionen. Vor allem Handelsmarken wie Ja! Natürlich (Billa und Billa Plus), Spar Natur pur oder Zurück zum Ursprung setzen auf Bio-Qualität oder pflanzliche Zutaten. Auch kleinere Marken ergänzen das Angebot punktuell.

Nachhaltiges Supermarkt-Eis ist verfügbar, aber nicht selbstverständlich. Konsumenten müssen aktiv danach suchen.

Angebot bleibt hinter Nachfrage zurück

Der Greenpeace-Marktcheck zeigt eine klare Schieflage. Das Supermarkt-Eis-Angebot wächst, der Anteil nachhaltiger Produkte ist nicht nur gering, sondern geht sogar zurück.

Für Käufer bedeutet das: Wer Wert auf Umwelt und Herkunft legt, muss im Kühlregal weiter genau hinschauen.

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