Aufgepasst: Diese Änderungen kommen jetzt für Autofahrer
Inhalt
- Pickerl künftig nur noch alle zwei Jahre
- Werkstätten sollen ebenfalls entlastet werden
- Ausbau der E-Ladeinfrastruktur geplant
- Laden bei den ÖBB wird günstiger
Auf Österreichs Autofahrer kommen wichtige Neuerungen zu. Die Bundesregierung hat am Mittwoch im Ministerrat mehrere Verkehrsreformen fixiert. Im Mittelpunkt stehen dabei ein neues Pickerl-System sowie ein massiver Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.
Vor allem die geplanten Änderungen bei den Kfz-Überprüfungen dürften viele Fahrzeughalter freuen. Künftig sollen Autos deutlich seltener zur Begutachtung müssen.
Pickerl künftig nur noch alle zwei Jahre
Mit der geplanten Novelle des Kraftfahrgesetzes werden die bisherigen Prüfintervalle deutlich gelockert. Nach den neuen Regeln soll die erste Pickerl-Überprüfung künftig erst nach vier Jahren notwendig sein. Danach ist eine Begutachtung nur noch alle zwei Jahre vorgesehen. Erst ab dem zehnten Fahrzeugalter muss wieder jährlich überprüft werden. Die Änderungen gelten nicht nur für Neuzulassungen, sondern für sämtliche Fahrzeuge in Österreich.
Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) bestätigte am Mittwoch, dass der Gesetzesentwurf noch diese Woche in Begutachtung gehen soll. Geplant ist ein Inkrafttreten mit 1. Jänner 2027.
Werkstätten sollen ebenfalls entlastet werden
Nicht nur Fahrzeughalter profitieren von den geplanten Neuerungen. Auch Werkstätten sollen durch die Reform administrativ entlastet werden. Bislang mussten Prüfnachweise fünf Jahre lang archiviert werden. Künftig sollen diese Daten digital gespeichert werden, wodurch die Aufbewahrungspflicht entfällt.
ÖVP-Staatssekretär Alexander Pröll merkte mit einem Schmunzeln an, dass die neuen Pickerl-Regeln übrigens auch für Traktoren gelten werden.
Ausbau der E-Ladeinfrastruktur geplant
Parallel dazu arbeitet die Regierung an einer weiteren Verkehrsreform. Mit einer Änderung des Bundesstraßengesetzes soll der Ausbau von E-Ladestationen entlang von Autobahnen und Schnellstraßen deutlich beschleunigt werden. Auch dieser Gesetzesentwurf soll noch diese Woche in Begutachtung gehen und im Juli im Parlament behandelt werden. Die neuen Regelungen könnten bereits ab Herbst gelten.
Mobilitätsminister Hanke kündigte ambitionierte Ziele an. Bis 2030 sollen im Bereich der Asfinag rund 1.500 neue Ladestellen entstehen. Zusätzlich sind etwa 1.300 Ladepunkte speziell für Elektro-Lkw geplant.
Laden bei den ÖBB wird günstiger
Auch bei den Österreichischen Bundesbahnen soll das Laden von Elektroautos attraktiver werden. Im Zusammenhang mit der „Rail&Drive“-Karte kündigte der Minister an, dass das Laden an ÖBB-Stationen vorübergehend um 25 Prozent günstiger angeboten wird.
Eine weitere Änderung betrifft ukrainische Fahrzeuge in Österreich. Die bisherige Ausnahme bei der NoVA- und Pickerl-Pflicht wird aufgehoben. Künftig müssen auch Autos aus der Ukraine regulär in Österreich zugelassen werden. Zudem wird eine Nachversteuerung notwendig. Die Regierung begründet diesen Schritt mit einer Vereinheitlichung der bestehenden Regelungen.