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Versandpakete von Amazon, Temu, Shein und AliExpress neben Euro-Banknoten, Münzen und Taschenrechner als Symbolbild für die Paketgebühr 2026.
Neue Paketgebühren verteuern Onlinebestellungen: Wie stark sich die zusätzlichen Abgaben bei Amazon, Temu, Shein und AliExpress auf den Preis auswirken können, zeigen konkrete Rechenbeispiele.
Neue Paketgebühren verteuern Onlinebestellungen: Wie stark sich die zusätzlichen Abgaben bei Amazon, Temu, Shein und AliExpress auf den Preis auswirken können, zeigen konkrete Rechenbeispiele.
KI-generiert / ChatGPT / Stefanie Hermann

Paketgebühr: Aus 5 Euro können jetzt 12,40 Euro werden

02.11.2026 um 15:47, Stefanie Hermann
min read
Drei neue Abgaben verteuern Onlinebestellungen. Konkrete Rechenbeispiele zeigen, wie viel Temu, Shein und Co. jetzt zusätzlich kosten können.

Ein T-Shirt um fünf Euro, ein paar günstige Schuhe oder mehrere Accessoires: Was bisher nach einem Schnäppchen aussah, kann beim Online-Shopping deutlich teurer werden. Seit 1. November 2026 gilt eine weitere EU-Paketgebühr für direkte Importe aus Nicht-EU-Staaten. Zusammen mit zwei bereits eingeführten Abgaben kann sich der Preis günstiger Bestellungen bei Temu, Shein und Co. erheblich erhöhen. Wie stark, zeigen konkrete Modellrechnungen.

​Aus fünf Euro werden plötzlich 12,40 Euro

Ein T-Shirt kostet fünf Euro. Wird es direkt aus einem Nicht-EU-Staat nach Österreich geliefert, können drei Euro EU-Pauschalzoll und zwei Euro neue EU-Bearbeitungsgebühr hinzukommen. Verrechnet ein betroffener Großhändler außerdem die österreichische Paketsteuer von 2,40 Euro inklusive Umsatzsteuer weiter, steigt der rechnerische Preis auf 12,40 Euro.

Das entspricht einem Aufschlag von 148 Prozent. Das Beispiel setzt voraus, dass sämtliche Abgaben vollständig weitergegeben werden. Zusätzliche umsatzsteuerliche Effekte bei der Einfuhr und mögliche Gebühren des Zustellers sind nicht berücksichtigt. Der tatsächliche Endpreis kann daher abweichen.

Preis-Schock: So wird aus 5 Euro ein Betrag von 12,40 Euro

Ursprünglicher Warenwert5,00 €
EU-Pauschalzoll+3,00 €
EU-Bearbeitungsgebühr+2,00 €
Weiterverrechnete Paketsteuer+2,40 €
Rechnerischer Gesamtpreis12,40 €

Das entspricht einer Preissteigerung von 148 Prozent.

Vereinfachte Modellrechnung bei vollständiger Weitergabe der Abgaben. Zusätzliche umsatzsteuerliche Effekte und mögliche Zustellgebühren sind nicht berücksichtigt.

​Drei Abgaben treiben die Kosten nach oben

Seit 1. Juli 2026 gilt bei entsprechenden Kleinsendungen bis 150 Euro Warenwert ein EU-Pauschalzoll von drei Euro pro Zollposition. Am 1. Oktober kam in Österreich eine Paketsteuer von zwei Euro für bestimmte große Versandhändler hinzu. Wird diese an Kunden weiterverrechnet, kann sie inklusive Umsatzsteuer 2,40 Euro betragen.

Seit 1. November fällt zusätzlich eine EU-Bearbeitungsgebühr von zwei Euro pro relevanter Zollanmeldungsposition an. Damit können sich die beiden EU-Abgaben bei einer direkten Drittlandsbestellung auf fünf Euro je relevanter Position summieren. Die österreichische Paketsteuer wird nach anderen Regeln berechnet und kann zusätzlich anfallen.

Paketgebühr 2026: Diese drei Abgaben gelten

1. EU-Pauschalzoll: 3 Euro

Seit 1. Juli 2026 bei entsprechenden Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten bis 150 Euro Warenwert. Berechnung nach relevanten Zollpositionen.


2. Österreichische Paketsteuer: 2 Euro

Seit 1. Oktober 2026 für bestimmte große Versandhändler. Bei Weiterverrechnung können Kunden 2,40 Euro inklusive Umsatzsteuer zahlen.


3. EU-Bearbeitungsgebühr: 2 Euro

Seit 1. November 2026 bei direkten Drittlandsimporten. Berechnung nach relevanten Zollanmeldungspositionen.

Wichtig: Die drei Abgaben haben unterschiedliche Voraussetzungen. Sie fallen nicht automatisch bei jeder Onlinebestellung gemeinsam an.

​Fünf T-Shirts: Warum nicht jedes Stück extra kostet

Wer fünf gleich eingereihte T-Shirts um jeweils fünf Euro bestellt, zahlt für die Ware zunächst 25 Euro. Werden alle fünf Stück in einer gemeinsamen Zollposition angemeldet, fallen in der vereinfachten Modellrechnung drei Euro Pauschalzoll und zwei Euro Bearbeitungsgebühr an.

Mit 2,40 Euro weiterverrechneter österreichischer Paketsteuer ergibt das 32,40 Euro statt 25 Euro. Der Aufschlag beträgt damit rund 30 Prozent.

Entscheidend ist die zollrechtliche Einordnung und Anmeldung der Waren. Fünf Artikel bedeuten nicht automatisch fünf Zollpositionen. Unterschiedliche Produktkennungen können allerdings auch bei gleicher Zolltarifnummer zu getrennten Anmeldungspositionen führen.

​Schuhe, Shirt und Sonnenbrille: 17,40 Euro zusätzlich

Anders sieht es bei einem gemischten Warenkorb aus. Angenommen, ein T-Shirt kostet fünf Euro, eine Sonnenbrille ebenfalls fünf Euro und ein Paar Schuhe zehn Euro. Der ursprüngliche Warenwert beträgt 20 Euro.

Werden die drei Warenarten getrennt angemeldet, ergeben sich neun Euro EU-Pauschalzoll und sechs Euro EU-Bearbeitungsgebühr. Kommen 2,40 Euro österreichische Paketsteuer hinzu, steigt der rechnerische Gesamtpreis auf 37,40 Euro.

Das sind 17,40 Euro zusätzlich und damit ein Aufschlag von 87 Prozent. Auch hier handelt es sich um eine vereinfachte Modellrechnung bei vollständiger Weitergabe der Abgaben.

​Preisvergleich: So verändern sich fünf Warenkörbe

Die Auswirkungen unterscheiden sich erheblich. Ein einzelner günstiger Artikel wird prozentuell besonders stark belastet. Bei mehreren gleich eingereihten Produkten verteilt sich der fixe Aufschlag auf einen höheren Warenwert.

Paketgebühr: Fünf Bestellungen im Preisvergleich

WarenkorbWarenwertMit Abgaben
Ein T-Shirt5,00 €12,40 €
Fünf gleich eingereihte T-Shirts25,00 €32,40 €
T-Shirt und Sonnenbrille10,00 €22,40 €
T-Shirt, Sonnenbrille und Schuhe20,00 €37,40 €
Vier getrennte Zollpositionen50,00 €72,40 €

Alle Beträge sind Modellrechnungen für direkte Drittlandsimporte mit vollständiger Weitergabe der Abgaben und 2,40 Euro österreichischer Paketsteuer. Zusätzliche umsatzsteuerliche Effekte und Zustellgebühren sind nicht eingerechnet.

Die Beispiele gehen von direkten Drittlandsimporten, einem betroffenen Großhändler, vollständiger Weiterverrechnung und einer österreichischen Paketsteuer von 2,40 Euro aus. Einfuhrumsatzsteuer, zusätzliche umsatzsteuerliche Effekte und Zustellgebühren bleiben unberücksichtigt.

​Temu, Shein und Amazon: Das Versandlager macht den Unterschied

Nicht jede Bestellung bei Temu, Shein, AliExpress oder Amazon löst automatisch alle drei Abgaben aus. Entscheidend ist insbesondere, ob die Ware direkt aus einem Nicht-EU-Staat kommt oder bereits in einem EU-Lager liegt.

Bei einer Lieferung aus einem EU-Lager entsteht durch den anschließenden Versand nach Österreich grundsätzlich kein neuer Drittlandsimport. Die österreichische Paketsteuer kann bei betroffenen Großhändlern dennoch relevant sein.

Außerdem müssen Händler die Abgaben nicht in jedem Fall als eigene Position auf der Rechnung ausweisen. Sie können Kosten teilweise oder vollständig in ihre Verkaufspreise einkalkulieren.

​So erkennen Kunden die tatsächlichen Zusatzkosten

Vor dem Bestellabschluss sollten Konsumenten prüfen, aus welchem Land die Ware verschickt wird, welche Abgaben bereits im angezeigten Preis enthalten sind und ob weitere Kosten bei der Zustellung entstehen können.

Gerade bei günstigen Produkten lohnt sich ein Vergleich des endgültigen Gesamtpreises. Ein vermeintliches Fünf-Euro-Schnäppchen kann unter den beschriebenen Voraussetzungen mehr als doppelt so teuer werden. Umgekehrt bedeutet eine Bestellung mit mehreren Artikeln nicht automatisch, dass jede einzelne Ware mit fünf Euro EU-Abgaben belastet wird.

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