Kuriose Fälle: Wenn Tiere zu "Straftätern" werden
- Waschbär auf Sauftour
- Kindesentführung im Dschungel
- Katze wird Opfer von Stalking
- Diebische Möwe mit Krips
- Die Schuhdiebe von Wien
- Ein Gockel vor Gericht
- Dieb mit Unterwäsche-Fetisch
- "Terror-Storch" außer Rand und Band
- 18 Bier gekippt und randaliert
- Drogenhandel: Gefiederter Komplize
- Organisiertes Verbrechen im großen Stil
Ein Waschbär auf Sauftour, eine diebische Möwe und ein Hahn vor Gericht: Im Tierreich geht es manchmal ganz schön kriminell zu. Diese kuriosen Fälle aus aller Welt sind tatsächlich passiert und sorgen für reichlich Schmunzeln.
Waschbär auf Sauftour
Täter: „Trashed Panda“, Waschbär
Tatort: Ashland, Virginia (USA)
Delikt: Einbruch, Sachbeschädigung und Trunkenheit
Aktenvermerk: Schlafend vorgefunden
In der sonst eher beschaulichen Kleinstadt Ashland sorgte ausgerechnet ein Waschbär für Aufsehen. Der pelzige Einbrecher stieg in einen Spirituosenladen ein, zerlegte mehrere Flaschen und bediente sich anschließend großzügig am Alkohol. Am nächsten Morgen war vom großen Coup nicht mehr viel übrig. Mitarbeiter fanden den Verbeiner völlig erledigt auf dem Boden der Toilette, wo er seinen Rausch ausschlief. Nach einigen Stunden in der „Ausnüchterungszelle“ des Tierheims war er wieder fit und durfte zurück in die Freiheit.
Kindesentführung im Dschungel
Täter: „Joker“, Kapuzineraffe
Tatort: Jicarón Island, Panama
Delikt: Kindesentführung
Aktenvermerk: Motiv ungeklärt
Hier wird die tierische Kriminalakte deutlich weniger lustig. Forscher beobachteten auf der Insel Jicarón ein Kapuziner-Männchen dabei, wie es Brüllaffenbabys entführte und tagelang mit sich herumtrug. Kurze Zeit später gab es Nachahmer, die das ungewöhnliche Verhalten kopierten. Insgesamt dokumentierten die Wissenschaftler elf entführte Babys, vier wurden nachweislich tot aufgefunden. Die Kapuziner verletzten ihre Opfer offenbar nicht gezielt, konnten sie aber auch nicht mit lebensnotwendiger Muttermilch versorgen. Was hinter Jokers Verhalten steckt, ist bis heute unklar.
Katze wird Opfer von Stalking
Täter: „Oscar“, Robbe
Tatort: Mount Maunganui, Neuseeland
Delikt: Stalking, Hausfriedensbruch
Aktenvermerk: Zwei Katzenklappen überwunden
Auf Neuseeland hat es eine Katze mit einem besonders hartnäckigen Verfolger zu tun bekommen: Babyrobbe Oscar hat sie bis in ihr Zuhause verfolgt – und ist dabei sogar durch zwei Katzenklappen „gerobbt“. Als der Mieze der ungebetene Gast zu viel wurde, flüchtete sie ins Nachbarhaus. Oscar ließ sich davon nicht beeindrucken und machte es sich seelenruhig auf der Couch bequem. Erst ein Ranger setzte dem unerlaubten Hausbesuch ein Ende und eskortierte den Eindringling zurück ans Meer.
Diebische Möwe mit Krips
Täter: „Steven Seagull“, Möwe
Tatort: Paignton, England
Delikt: Ladendiebstahl
Aktenvermerk: Vorliebe für Chips
Die listige Möwe durchschaute, wie die automatischen Schiebetüren eines Supermarktes funktionieren und startete eine Diebstahlserie, die ihresgleichen sucht. Teilweise soll er bis zu dreimal täglich zugeschlagen haben – und zwar immer im selben Laden. Besonders angetan war Steven von Käse-Chips, die er bei seinen Beutezügen bevorzugt stibitzte. Innerhalb eines Jahres schätzten Mitarbeiter den Verlust auf rund 300 Pfund (knapp 350 Euro).
Die Schuhdiebe von Wien
Täter: „Grätzelfuchs“
Tatort: Wien, Österreich
Delikt: Seriendiebstahl
Aktenvermerk: Verdacht auf mehrere Täter
Im 17. Wiener Gemeindebezirk verschwanden über Jahre immer wieder Schuhe aus Gärten. Lange war unklar, wer dahintersteckte, bis Füchse als Täter entlarvt wurden. Von Sommerschlapfen bis zu Wander- und Sportschuhen war kaum etwas sicher. Kurioserweise wurden die Treter meist nicht zerbissen, sondern einfach in anderen Gärten abgelegt. 2023 organisierte eine Grätzlinitiative deshalb sogar eine Rückgabeaktion für das tierische Diebesgut.
Ein Gockel vor Gericht
Täter: „Kiki“, Hahn
Tatort: Perchtoldsdorf (NÖ), Österreich
Delikt: Ruhestörung
Aktenvermerk: Fall landete vor dem Bezirksgericht
Krähen gehört zwar zum Berufsbild eines Gockels, Kiki nahm seinen Job aber offenbar besonders ernst. Mehrmals täglich soll er lautstark losgelegt haben. Einer benachbarten Anwaltskanzlei wurde das zu viel, konzentriertes Arbeiten sei kaum noch möglich gewesen. 2024 einigten sich die Nachbarn zunächst darauf, dass Kiki seinen Lebensabend im Garten verbringen darf, aber kein Nachfolger angeschafft wird. Dann schlüpfte ausgerechnet ein weiteres Küken, das sich als Hahn entpuppte. Der Streit ging in die nächste Runde und landete 2025 vor Gericht. Das Urteil für Kiki: lebenslanges Wohnrecht. Nach ihm wird allerdings kein weiterer Hahn mehr einziehen.
Dieb mit Unterwäsche-Fetisch
Täter: „Leonardo da Pinchy“, Kater
Tatort: Auckland, Neuseeland
Delikt: Seriendiebstahl
Aktenvermerk: Verdacht auf Kleptomanie
Andere Katzen bringen Mäuse, Leo bevorzugt Unterwäsche, Socken und offenbar alles, was sich tragen lässt. Zu seiner Beute zählten auch ein Sporttrikot, eine Stoffschlange und ein teurer Kaschmirpullover. Als sich das Diebesgut zu Hause schließlich türmte, begann sein Frauerl via Facebook und WhatsApp die rechtmäßigen Besitzer ausfindig zu machen. Aus dem Katzenhaushalt wurde kurzerhand ein Fundbüro.
"Terror-Storch" außer Rand und Band
Täter: „Ronny“, Storch
Tatort: Glambeck, Deutschland
Delikt: Sachbeschädigung und Ruhestörung
Aktenvermerk: auch als „Problem-“ oder „Terror-Storch“ bekannt
Mit Ronny ist nicht gut Kirschen essen – das bekamen die Einwohner von Glambeck deutlich zu spüren. Der Weißstorch tyrannisierte 2016 das ganze Dorf, indem er immer wieder auf Fensterscheiben und dunklen Autolack einhackte, was da Zeug hält. Der vermeintliche Rivale, den er bekämpfte, war allerdings nur sein eigenes Spiegelbild. Zurück blieben Kratzer, Dellen und zunehmend genervte Bewohner. Immer wieder kehrte Ronny nach Glambeck zurück. Erst nach etlichen Jahren wurde aus dem notorischen Störenfried allmählich ein friedlicherer Familienvater.
18 Bier gekippt und randaliert
Täter: „Swino“, Wildschwein
Tatort: Pilbara-Region, Westaustralien
Delikt: Diebstahl, Alkoholmissbrauch und Raufhandel
Aktenvermerk: 18 Dosen Bier verschwunden
Diese Sauftour geriet ordentlich außer Kontrolle: In der Region Pilbara plünderte ein Wildschwein den Biervorrat von Campern und soll dabei ganze 18 Dosen geleert haben. Danach wurden noch Müllsäcke durchwühlt, ehe sich Swino im Vollrausch auch noch mit einer Kuh anlegte. Die wiederum soll das betrunkene Schwein rund um ein Auto gejagt haben, ehe es das Weite suchte. Seinen Rausch schlief Swino schließlich unter einem Baum aus.
Drogenhandel: Gefiederter Komplize
Täter: „Papagaio do Tráfico“, Blaustirnamazone
Tatort: Teresina, Brasilien
Delikt: Beihilfe zum Drogenhandel
Aktenvermerk: Alarmruf „Mutti! Polizei“
Bei einer Drogenrazzia stieß die brasilianische Polizei auf einen ziemlich ungewöhnlichen Komplizen: einen Papagei, der lautstark Alarm schlug, sobald sich Beamte näherten. Offenbar war der gefiederte Späher darauf trainiert worden, die Dealer rechtzeitig zu warnen. Bei seiner „Verhaftung“ änderte er allerdings schlagartig die Strategie. Gegenüber der Polizei herrschte plötzlich eisernes Schweigen.
Organisiertes Verbrechen im großen Stil
Täter: Affen-Mafia, Langschwanzmakaken
Tatort: Uluwatu-Tempel, Bali
Delikt: Diebstahl mit Lösegelderpressung
Aktenvermerk: ausgeprägtes wirtschaftliches Denken
Diese Affen klauen nicht nur, sie verhandeln. Rund um den berühmten Uluwatu-Tempel nehmen Makaken unaufmerksamen Touristen Gegenstände ab und rücken sie oft erst gegen Futter wieder heraus. Dabei haben sie offenbar gelernt, welche Beute mehr bringt: Smartphones, Geldbörsen oder Sonnenbrillen sind besonders begehrt. Das Lösegeld, also Futter, muss dann entsprechend großzügig ausfallen. Im schlimmsten Fall sieht man sein Handy sonst gar nicht mehr.