Neapel: Starkes Beben bei Supervulkan erschüttert Region
- Erdbeben erschüttert Neapel
- Weitere Erdstöße sorgen für Unruhe
- Keine Verletzten, erste Schäden
- Schulen geschlossen und Krisenstäbe aktiviert
- Supervulkan unter Beobachtung
Ein Erdbeben hat am Donnerstagfrüh die Region rund um die Millionenstadt Neapel erschüttert. Das Beben erreichte eine Stärke von 4,4 und war in weiten Teilen der Stadt deutlich spürbar. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von rund drei Kilometern in den Phlegräischen Feldern, einem der aktivsten Vulkangebiete Europas.
Um 5 Uhr 50 wurden die Menschen unsanft aus dem Schlaf gerissen, zahlreiche Bewohner verließen ihre Häuser und flüchteten auf die Straßen. Es handelt sich um eines der stärksten Beben seit Jahren in der Region rund um Neapel.
Weitere Erdstöße in Neapel sorgen für Unruhe
Nach dem ersten Erdstoß folgte eine Serie weiterer Beben. Experten sprechen von einem Erdbebenschwarm, bei dem mehrere Erschütterungen in kurzer Zeit auftreten. Kurz nach dem Hauptbeben wurden weitere Stöße mit geringerer Stärke registriert.
Die anhaltenden Erschütterungen verstärken die Unsicherheit in der Bevölkerung. Augenzeugen berichten von schwankenden Lampen, knarrenden Wänden und einem Gefühl, das minutenlang anhält.
Keine Verletzten, erste Schäden gemeldet
Trotz der Stärke des Erdbebens blieb eine größere Katastrophe aus. Nach ersten Informationen gibt es keine Verletzten und keine größeren Schäden. Dennoch kam es zu kleineren Vorfällen.
Einsatzkräfte prüfen derzeit Gebäude auf mögliche Schäden und stehen in engem Austausch mit den lokalen Behörden. In der Küstenstadt Baia stürzte eine Säule eines Aussichtspunkts ein.
Erdbeben in Neapel: Schulen geschlossen und Krisenstäbe aktiviert
In Bacoli, Pozzuoli, Giugliano und Quarto bleiben die Schulen heute geschlossen. „Es war sehr stark“, erklärt Bacolis Bürgermeister Josi Della Ragione zum Erdbeben. Auch in anderen Orten wurden Einsatzzentren aktiviert, um rasch reagieren zu können.
Supervulkan Vesuv unter Beobachtung
Die Phlegräischen Felder sind einer der gefährlichsten Supervulkane Europas. Das Gebiet erstreckt sich über rund 15 mal 12 Kilometer westlich von Neapel. Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruch gibt es aber nicht.
Die aktuelle Aktivität steht im Zusammenhang mit dem sogenannten Bradyseismus. Dabei heben und senken sich Teile des Bodens durch Druck aus dem Erdinneren. Grund dafür sind aufsteigende Gase aus dem Magma.