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Milka Alpenmilch Schokoladentafel mit dem Hinweis „Mogelpackung des Jahres 2025“ vor einem unscharfen Supermarktregal.
Die Milka Alpenmilch Schokolade hat den zweifelhaften Titel "Mogelpackung des Jahres 2025" erhalten.
Die Milka Alpenmilch Schokolade hat den zweifelhaften Titel "Mogelpackung des Jahres 2025" erhalten.
Verbraucherzentrale Hamburg

Mogelpackung: Milka erhält klaren Denkzettel

22.01.2026 um 11:20, Stefanie Hermann
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Weniger Inhalt, höherer Preis: Die Milka Alpenmilch Schokolade ist zur „Mogelpackung des Jahres 2025“ gewählt worden. Jetzt folgt eine Klage gegen Mondelez.

Milka hat den Schmähpreis „Mogelpackung des Jahres 2025“ erhalten. In einer Onlineabstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg wurde die Alpenmilch Schokolade mit 66,7 Prozent klar zum zweifelhaften Sieger gekürt. Insgesamt haben 34.731 Personen abgestimmt, so viele wie seit sechs Jahren nicht mehr.

Shrinkflation: Weniger Schoko, mehr Preis

Auslöser für den Ärger ist eine Änderung, die Anfang 2025 vorgenommen wurde. Die klassische Größe der Tafel Schokolade ist von 100 auf 90 Gramm geschrumpft, gleichzeitig ist der Preis von 1,49 auf 1,99 Euro gestiegen. Unterm Strich entspricht das einer versteckten Teuerung von rund 48 Prozent, rechnen Verbraucherschützer vor.

Rekordvotum als Denkzettel

So deutlich ist ein Produkt bei der Wahl noch nie abgestraft worden. „Das Abstimmungsergebnis ist ein Denkzettel, wie man ihn deutlicher kaum geben kann“, wertet Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg das Ergebnis als klare Botschaft.

Klage ist schon anhängig

Der Fall sorgt nicht nur für Unmut und Schlagzeilen, sondern hat Mondelez mittlerweile auch eine Klage eingehandelt. Aus Sicht der Verbraucherzentrale Hamburg fehlt ein deutlicher Hinweis auf die geringere Füllmenge. Die NGO hat deshalb beim Landgericht Bremen wegen Irreführung geklagt. Die Verhandlung ist für April angesetzt.

Mondelez hat sich verteidigt

Mondelez begründet die Änderung mit gestiegenen Rohstoffkosten, insbesondere bei Kakao. Von Irreführung könne keine Rede sein, betont das Unternehmen. Das Gewicht sei auf der Verpackung klar angegeben worden. Zusätzlich seien Konsumentinnen und Konsumenten über Social Media über die Veränderung informiert worden.

Auch andere Produkte haben Kritik geerntet

Milka ist nicht das einzige Produkt, das sich im vergangenen Jahr Kritik eingehandelt hat. Auf Platz zwei folgt die Käse Streusel Backmischung von Dr. Oetker mit 22,1 Prozent der Stimmen. Auf den weiteren Rängen liegen das XXL Schoko Hafer Müsli von Kölln mit 5,9 Prozent, die 3in1 Classic Kaffeesticks von Jacobs mit 4,9 Prozent sowie das Fertiggericht Penne Pomodoro Mozzarella von Knorr mit 0,4 Prozent.

In allen Fällen kritisiert die Verbraucherzentrale eine aus ihrer Sicht unzureichend kommunizierte Preissteigerung, die meist mit einer veränderten Füllmenge einherging.

Quellen und weiterführende Informationen

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