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Thmenbild eines Lkws, als Darstellung für die Insolvenz der Nothegger Logistik
Die Zukunft der Nothegger Logistik und ihrer 300 Mitarbeiter in Tirol ist nach der Insolvenzeröffnung am Landesgericht Innsbruck ungewiss.
Die Zukunft der Nothegger Logistik und ihrer 300 Mitarbeiter in Tirol ist nach der Insolvenzeröffnung am Landesgericht Innsbruck ungewiss.
dall.e/weekend.at

Tiroler Transportriese ist pleite: 300 Mitarbeiter zittern

09.03.2026 um 14:26, Marcel Toifl
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Die Nothegger Transport Logistik GmbH ist insolvent. Über 300 Mitarbeiter sind betroffen. Die Passiva belaufen sich auf bis zu 15 Millionen Euro.

Über das Vermögen der Nothegger Transport Logistik GmbH wurde am Montag am Landesgericht Innsbruck ein Konkursverfahren eröffnet. Die Insolvenz des Traditionsunternehmens mit Sitz in St. Ulrich am Pillersee wurde durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) beantragt, wie die Gläubigerschutzverbände AKV und KSV 1870 berichten. Rund 300 Mitarbeiter bangen nun um ihre Zukunft, während ein Schuldenberg in Millionenhöhe das Verfahren überschattet.

Die seit 1992 bestehende Nothegger Transport Logistik GmbH, unter der Leitung von Geschäftsführer Karl Nothegger, zählt zu den bekannten Größen im Tiroler Transportgewerbe.

Insolvenzverfahren in Innsbruck eröffnet

Das Landesgericht Innsbruck hat am Montag das Konkursverfahren über die Nothegger Transport Logistik GmbH offiziell eröffnet. Als Insolvenzverwalter wurde die HRR Rechtsanwälte GmbH aus Wörgl bestellt. Gläubiger haben nun bis zum 27. April Zeit, ihre Forderungen anzumelden. Die erste entscheidende Gläubigerversammlung findet am 11. Mai statt.

Unternehmensdaten zur Insolvenz

Firma: Nothegger Transport Logistik GmbH
Sitz: 6393 St. Ulrich am Pillersee, Straß 1
Betroffene Mitarbeiter: ca. 300
Insolvenzverwalter: HRR Rechtsanwälte GmbH (Wörgl)

ÖGK stellt Antrag wegen Millionenrückständen

Auslöser für die Insolvenz der Nothegger Logistik sind massive Rückstände bei der Österreichischen Gesundheitskasse in Höhe von etwa 3,18 Millionen Euro. Obwohl im Vorfeld Teilzahlungen geleistet wurden, konnte die Zahlungsunfähigkeit nicht abgewendet werden.

Zusätzlichen Druck verursachten ausgelaufene Stundungen aus der Corona-Pandemie sowie Nachforderungen nach einer Prüfung durch die Gesundheitskasse. Versuche, durch den Einstieg von Investoren oder den Verkauf von Liegenschaften frisches Kapital zu generieren, scheiterten laut Berichten der Gläubigerschützer kurz vor der Eröffnung.

Schuldenberg von bis zu 15 Millionen Euro

Während das Unternehmen selbst von Verbindlichkeiten in Höhe von 7,4 Millionen Euro spricht, geht der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) von einem weitaus höheren Schuldenberg aus. Die Passiva könnten demnach bis zu 15 Millionen Euro erreichen.

Den Schulden steht ein Fuhrpark mit einem Buchwert von rund 9,67 Millionen Euro sowie eine Betriebsliegenschaft gegenüber. Ein erheblicher Teil der Fahrzeuge (ca. 7,4 Millionen Euro) ist jedoch fremdfinanziert, was die Verwertung des Vermögens erschwert.

Zukunft des Transportunternehmens offen

Die Insolvenzverwaltung prüft derzeit intensiv, ob eine Fortführung der Nothegger Logistik wirtschaftlich darstellbar ist. Die Entscheidung hängt maßgeblich von der kurzfristigen Zahlungsfährigkeit abab. Für die 300 Beschäftigten am Standort in St. Ulrich am Pillersee bleibt die Situation kritisch: In den kommenden Wochen muss sich zeigen, ob ein Sanierungsplan die Rettung bringt oder die Liquidation droht.

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