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Mehrere Milka-Schokoladentafeln in lila Verpackung, darunter Alpenmilch, Oreo und Haselnuss – Symbolbild zur Milka-Schokolade und ihrer Preiserhöhung.
Die Milka-Schokolade steht aktuell wegen Preiserhöhung, Shrinkflation und um strittenen Rabattaktionen in der Kritik.
Die Milka-Schokolade steht aktuell wegen Preiserhöhung, Shrinkflation und um strittenen Rabattaktionen in der Kritik.
Markus Mainka / ChromOrange / picturedesk.com

Milka-Schokolade: Rabattaktion verärgert weiter

25.02.2026 um 07:48, Stefanie Hermann
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Milka-Schokolade sorgt mit Preiserhöhung, Rabattaktionen und Cashback-Löffelei weiter für Ärger bei Konsumenten. Verbraucherschützer klagen gegen Mondelez.

Weniger Inhalt, höherer Preis. Milka-Schokolade kommt nicht aus der Kritik. Erneut steht die Mondelez-Marke im Zentrum einer heftigen Verbraucherdebatte. Bereits 2025 hat der Hersteller die Tafelgröße der beliebten violetten Alpenmilch-Tafel von 100 auf 90 Gramm verkleinert. Zeitgleich ist der Preis auf bis zu 1,99 Euro gestiegen – eine klare Preiserhöhung. Ein klassischer Fall von Shrinkflation, der jetzt auch die österreichische Politik auf den Plan ruft. Was Konsumenten zusätzlich verärgert: Immer wieder taucht dieselbe Tafel in Rabattaktionen für 79 Cent auf. Beobachter sprechen jetzt von „Preis-Roulette“. Das Vertrauen in die Lila-Kuh-Marke schwindet. Bei Mondelez versucht man gegenzusteuern: Via Cashback-Aktion für Löffeleier sollen Kunden zurückgewonnen werden.

Milka-Schokolade erhöht die Preise – offen und versteckt

Bereits im Jänner 2025 hat Milka-Schokolade den ersten massiven Preisanstieg durchgezogen. Still und leise hat Mondelez die klassische Alpenmilch-Tafel geschrumpft. Statt wie bisher 100 Gramm wog die Tafel plötzlich nur noch 90 Gramm – bei gleichbleibendem oder sogar höherem Preis. In etlichen Supermärkten ist der Regalpreis zeitgleich von rund 1,49 auf 1,99 Euro gestiegen – eine deutliche Preiserhöhung, die viele Konsumenten irritiert.

Negativpreise und öffentliche Reaktionen

Milka-Schokolade wurde 2025 gleich doppelt abgestraft: Die Marke erhielt sowohl den Goldenen Windbeutel von Foodwatch als auch den Titel Mogelpackung des Jahres der Verbraucherzentrale Hamburg. Mittlerweile kursieren online Aufrufe zum Boykott. Auf Reddit und in Kommentarspalten heißt es, man solle Milka-Produkte konsequent meiden.

Verbraucherschützer ziehen Konsequenzen

Damit aber nicht genug: Die versteckte Preiserhöhung der Milka-Schokolade dürfte für Mondelez jetzt auch ein gerichtliches Nachspiel haben. In Deutschland muss sich der US-Konzern demnächst vor Gericht verantworten. Die Verbraucherzentrale Hamburg sieht in der Tafel-Schrumpfung Irreführung und klagt gegen Mondelez wegen unlauteren Wettbewerbs. Die geschrumpfte Alpenmilch-Tafel sei den Verbraucherschützern zufolge eine klare Mogelpackung. Der Prozess soll im April 2026 beginnen.

Mondelez reagiert auf Vorwürfe gegen Milka-Preiserhöhung

Mondelez weist die Vorwürfe zurück und verweist auf gestiegene Kakao-, Energie- und Verpackungskosten. Man habe transparent gehandelt, das neue Gewicht sei klar auf der Verpackung angegeben und zusätzlich online kommuniziert worden.

„Wir sind uns des wirtschaftlichen Drucks bewusst, dem Konsumenten weiterhin ausgesetzt sind, und Erhöhungen der Abgabepreise an den Handel sind für unser Unternehmen das letzte Mittel“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme des Konzerns. „Das neue Gewicht ist deutlich auf der Produktverpackung angegeben, zusätzlich wurden Konsumentinnen und Konsumenten online über die Veränderung informiert,“ so der Milka-Hersteller.

Milka-Schokolade: Konsumenten verlieren Vertrauen

Auch wenn Preiserhöhung und Schrumpfung legal sind, auf Dauer wird sich Milka-Schokolade damit wohl trotzdem keinen Gefallen tun. Die aktuelle Preispolitik irritiere nicht nur kurzfristig, sondern könne die Beziehung zwischen Marken und Konsumenten verändern, warnen Fachleute. Solche Praktiken könnten „langfristig das Vertrauen in die Preissetzung im Lebensmitteleinzelhandel erschüttern“, warnt Carsten Demming, Leiter des Studiengangs Food Management an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn, gegenüber der Frankfurter Rundschau. „Von einem Vertrauensbruch kann man sprechen, wenn die Preise nach Wegfall der Gründe, wie gesunkenen Rohstoffkosten, hoch bleiben“, sagt Demming. Das ständige Wechselspiel zwischen Normalpreis und Rabattaktionen führe dazu, dass Konsumenten kaum noch wissen, was ein Produkt tatsächlich wert ist.

Zusätzlich Öl ins Feuer der ohnehin schon angeheizten Debatte rund um die Preiserhöhungen sind nicht nachvollziehbare Rabattaktionen. Denn: Anscheinend geht es ja sehr wohl billiger, wie auch Unternehmer Andreas Lambeck auf LinkedIn offen kritisiert. Die Mondelez-Preispolitik sei ein „wahlloses Preis-Roulette“ – und nennt sie drastisch „Tod jeder Marke“. Unternehmen würden nicht Kosten weitergeben, sondern „Zahlungsbereitschaften testen“.

Politik reagiert: Anti-Mogelpackungs-Gesetz

In Österreich hat das Thema längst die politische Bühne erreicht. Nach der massiven Inflation der letzten Jahre hat die Regierung Supermärkte und Lebensmittelhersteller ins Visier genommen. Das „Anti-Mogelpackungs-Gesetz“ nimmt dieser Tage die letzten Hürden. Künftig müssen Händler und Hersteller verkleinerte Packungen klar kennzeichnen, damit Konsumenten Preisänderungen sofort erkennen. Bei Verstößen drohen bis zu 15.000 Euro Strafe. Zusätzlich sieht das Gesetz vor, dass der Grundpreis am Regal klarer und größer dargestellt werden muss, damit Konsumentinnen und Konsumenten Preise und Mengen besser vergleichen können.

Konsequenzen für Konsumenten

Verbraucherschützer empfehlen, beim Einkauf konsequent auf den Grundpreis pro 100 Gramm zu achten und Sonderaktionen kritisch zu hinterfragen. Konsumenten reagieren bereits: Sie greifen vermehrt zu Eigenmarken oder günstigeren Alternativen, vergleichen Preise digital und meiden Markenprodukte, deren Mengen sich häufig ändern.

Milka-Schokolade: Cashback-Löffelei sorgt für Diskussion

Milka-Schokolade versucht derweil, mit Marketingaktionen wie der Cashback-Löffelei Vertrauen zurückzugewinnen. Die „100 % Cashback“-Aktion für die beliebten Löffel-Eier soll Käufer locken, wird von Verbraucherschützern aber kritisch gesehen. Käufer erhalten den Kaufpreis zurück, wenn sie Beleg, Namen und Bankverbindung hochladen. Doch die Teilnahme ist auf die ersten 10.000 Einsendungen begrenzt und erfordert umfangreiche Dateneingaben. In Foren und sozialen Netzwerken überwiegt Skepsis: Geortet wird eher ein weiteres PR-Manöver als ein echtes Gratisangebot. Das grundlegende Vertrauensproblem der Marke lässt sich so vermutlich nicht lösen.

Häufige Fragen zur Milka-Schokolade

Warum wurde die Milka-Alpenmilch-Tafel verkleinert?

Laut Hersteller Mondelez wurde Anfang 2025 die klassische Alpenmilch-Tafel von 100 auf 90 Gramm reduziert. Das Unternehmen spricht von einer Marktanpassung.

Ist das eine Preiserhöhung?

Ja. In vielen Supermärkten ist der Preis gleichzeitig auf bis zu 1,99 Euro gestiegen. Für Verbraucher gilt das als klare Preiserhöhung.

Was bedeutet „Cashback-Löffelei“?

Die „Cashback-Löffelei“ ist eine Aktion von Milka-Schokolade: Käufer der Löffel-Eier erhalten 100 % Cashback bei Upload des Kassenbons. Teilnahme ist auf 10.000 Personen begrenzt.

Wie erkennen Verbraucher versteckte Preisänderungen?

Verbraucherschützer empfehlen, den Grundpreis pro 100 Gramm zu prüfen und Rabattaktionen genau zu vergleichen.

Gibt es rechtliche Schritte gegen Mondelez?

Ja. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Klage wegen unlauteren Wettbewerbs eingereicht. Der Prozess ist für April 2026 angesetzt.

Quellen und weiterführende Informationen

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