Lufthansa-Streik eskaliert: Hunderte Flüge gestrichen – Chaos an Flughäfen
- Lufthansa-Streik legt Flugverkehr lahm
- Frankfurt und München im Zentrum des Streiks
- 90.000 Passagiere müssen ihre Reisepläne ändern
- Airlines versuchen Ausfälle abzufedern
- AUA-Flüge bleiben stabil
- Tarifkonflikt als Auslöser des Streiks
- Dritter Streik in diesem Jahr
Lufthansa-Streik sorgt heute für massive Einschränkungen im Flugverkehr. Seit Mitternacht legen rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter die Arbeit nieder.
Lufthansa-Streik legt Flugverkehr lahm
Der Ausstand ist bis Freitagabend um 22.00 Uhr angesetzt und betrifft ausschließlich Abflüge in Deutschland. Rückflüge sind jedoch indirekt betroffen, da Flugzeuge und Crews an internationalen Standorten fehlen. Nach aktuellen Schätzungen fallen mehrere hundert Flüge aus.
Frankfurt und München im Zentrum des Streiks
Der Streik trifft vor allem die großen Drehkreuze der Lufthansa. Besonders stark betroffen ist der Flughafen Frankfurt, wo rund 570 An- und Abflüge gestrichen wurden.
Auch andere deutsche Flughäfen sind betroffen, darunter München, Berlin, Stuttgart und Leipzig/Halle. Da viele Maschinen nicht starten, fehlen sie später für Rückflüge. Dadurch geraten auch internationale Verbindungen unter Druck. Der Grund liegt im eng getakteten Umlaufsystem der Airlines: Flugzeuge und Besatzungen sind über den Tag hinweg fest eingeplant. Fällt ein Flug aus, kann das mehrere weitere Verbindungen nach sich ziehen.
Insgesamt geht der Flughafenverband davon aus, dass ein erheblicher Teil des Lufthansa-Flugplans betroffen ist. Die Zahl der Ausfälle variiert je nach Flughafen und Tagesverlauf.
90.000 Passagiere müssen ihre Reisepläne ändern
Laut Flughafenverband könnten rund 90.000 Reisende vom Lufthansa-Streik betroffen sein. Betroffene Reisende erfahren die Änderungen meist kurzfristig per SMS oder E-Mail. Etliche Flüge wurden bereits im Vorfeld gestrichen, um den Betrieb zumindest teilweise stabil zu halten.
Bei den Serviceschaltern der Lufthansa kommt es aktuell zu längeren Wartezeiten, den großen Drehkreuzen bilden sich teilweise lange Schlangen. Viele Reisende müssen kurzfristig auf alternative Verbindungen ausweichen oder ihre Reise ganz verschieben.
Die Lufthansa betont, man arbeite intensiv an Lösungen: „Lufthansa arbeitet mit Hochdruck daran, die Auswirkungen für unsere Fluggäste so gering wie möglich zu halten.“
Airlines versuchen Ausfälle abzufedern
Um die Auswirkungen zu reduzieren, setzt der Konzern auf mehrere Maßnahmen. Andere Airlines der Lufthansa Group übernehmen zusätzliche Flüge, zudem werden auf stark nachgefragten Strecken größere Flugzeuge eingesetzt. Konkret betrifft das vor allem stark frequentierte Strecken innerhalb Europas. Dort werden kleinere Maschinen durch größere Flugzeugtypen ersetzt, um möglichst viele Passagiere zu befördern.
Dennoch bleibt die Lage angespannt, da sowohl die Kernmarke Lufthansa als auch die Regionaltochter Cityline vom Streik betroffen sind.
AUA-Flüge bleiben stabil
Für Österreich gibt es vorerst Entwarnung. Der Flugplan der Austrian Airlines bleibt unverändert. Auf Verbindungen nach Frankfurt und München werden jedoch größere Maschinen eingesetzt, um zusätzliche Passagiere aufnehmen zu können.
Für Passagiere aus Österreich bedeutet das: Flüge von Wien nach Deutschland finden planmäßig statt, Verzögerungen bei Anschlussflügen über deutsche Drehkreuze sind jedoch möglich.
Tarifkonflikt als Auslöser des Streiks
Hintergrund des Lufthansa-Streiks ist ein festgefahrener Tarifkonflikt. Die Gewerkschaft UFO fordert bessere Arbeitsbedingungen für die rund 19.000 Beschäftigten. Konkret fordert die Gewerkschaft unter anderem Entlastungen bei den Arbeitszeiten sowie Verbesserungen bei Dienstplänen und Vergütung.
Zudem geht es um einen Sozialplan für etwa 800 Mitarbeiter der Tochter Cityline, die vor dem Aus steht. Dem Streik waren ein Warnstreik und eine Urabstimmung vorausgegangen, bei der sich eine deutliche Mehrheit der Beschäftigten für Arbeitskampfmaßnahmen ausgesprochen hatte. UFO-Chef Joachim Vázquez Bürger macht die Lufthansa verantwortlich: „Diese Situation wäre vermeidbar gewesen – die Verantwortung liegt bei der Lufthansa.“
Die Lufthansa weist die Kritik zurück und wirft der Gewerkschaft vor, die Verhandlungen zu früh eskaliert zu haben.
Dritter Streik in diesem Jahr
Der aktuelle Arbeitskampf ist bereits der dritte große Streik bei Lufthansa im Jahr 2026. Zuvor hatten Piloten mit Ausständen für erhebliche Störungen im Flugverkehr gesorgt. Der Zeitpunkt des Streiks gilt als besonders sensibel, da er auf das Ende der Osterreisewelle fällt und damit eine Phase mit hohem Reiseaufkommen trifft.
Ob und wann eine Einigung erzielt wird, ist derzeit offen. Für Reisende bleibt die Lage vorerst angespannt.
Wichtige Links für betroffene Passagiere
- Lufthansa Flugstatus & aktuelle Infos: lufthansa.com/flugstatus
- Lufthansa Umbuchung & Erstattung: lufthansa.com/umbuchung
- Flughafen Frankfurt – aktuelle Abflüge & Ankünfte: frankfurt-airport.com
- Flughafen München – Flugstatus & Infos: munich-airport.de