Anja Windl: Anschlag auf Kanzler-Flugzeug vereitelt – Das ist ihr Bekennerschreiben
- „Klima-Shakira“ und Aktivisten festgenommen
- Bekennerschreiben und politische Botschaft
- Anja Windl bestätigt Beteiligung
- Keine Haftgründe – Ermittlungen laufen
In der Nacht auf Donnerstag ist es auf dem Flugplatz Arnsberg-Menden im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen zu einem Polizeieinsatz gekommen. Drei Klimaaktivisten, darunter die im österreichischen Boulevard als „Klima-Shakira“ bekannte Anja Windl, haben sich unbefugt Zutritt zum Gelände verschafft. Ziel der Gruppe war laut Polizei das Privatflugzeug von Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Aktivisten wollten die Maschine „stilllegen“.
„Klima-Shakira“ und Aktivisten festgenommen
Ausgelöst wurde der Einsatz durch eine Verkehrskontrolle in der Nähe des Flugplatzes. Ein Mann hat angegeben, das Gelände zu suchen. Da er laut Ermittlern dem politisch motivierten Spektrum zugeordnet worden ist, haben Beamte umgehend den Flugplatz überprüft. Dort sind sie auf drei Personen gestoßen, die bereits über den Zaun auf das Gelände gelangt waren. Zwei Frauen und ein Mann im Alter von 23, 28 und 56 Jahren wurden festgenommen.
Bekennerschreiben und politische Botschaft
Das sogenannte „Widerstands-Kollektiv“ hat sich am Donnerstagmorgen zu der Aktion bekannt. In einer Mitteilung hat die Gruppe erklärt, man habe „im Rahmen einer Protestaktion versucht, das Privatflugzeug von Friedrich Merz stillzulegen“, indem man es mit pinker Farbe besprühen wollte. Außerdem sollte ein Banner mit der Aufschrift „Mobilität für alle statt für Überreiche!“ angebracht werden. Ein Fahrrad ist als „klimafreundliche Alternative“ für den Kanzler vorgesehen gewesen.
Anja Windl bestätigt Beteiligung
Die Studentin Anja Windl, in Österreich als „Klima-Shakira“ bekannt, hat ihre Beteiligung bestätigt. „Wir handeln hier aus Notwehr“, hat die Deutsche via Aussendung erklärt. „Die Klimakatastrophe eskaliert, Hunger, Hitze und Naturkatastrophen kosten Menschen ihr Leben, und gleichzeitig fliegt Friedrich Merz mit seinem eigenen Flugzeug durch die Gegend. Dabei sollte gerade der Kanzler uns allen ein Vorbild sein.“
In der Vergangenheit hat Windl auch in Wien mehrfach durch Straßenblockaden und Klebeaktionen der Gruppe „Letzte Generation“ für Aufsehen gesorgt. Gegen sie besteht in Österreich ein noch nicht rechtskräftiges Aufenthaltsverbot.
Keine Haftgründe – Ermittlungen laufen
Nach Angaben der Polizei wurden die drei Verdächtigen nach Abschluss der Ermittlungsmaßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen sie wird wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung ermittelt. „Etwaig beabsichtigte Protestaktionen haben nicht mehr stattgefunden“, hat die Polizei mitgeteilt.
Der Kanzler selbst ist zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht vor Ort gewesen. Seine zweimotorige Propellermaschine steht derzeit auf dem Gelände des Flugplatzes in Arnsberg, unweit seines Wohnorts im Sauerland.