Wie Herzinfarkt: Caritas-Chef über Depressionen
- Kalte Wintertage als Ausgangslage
- Die Idee des Kältetelefons
- Hilfe aus der Bevölkerung
- Arbeit zwischen Straße und Leitung
- Die persönliche Krise
- Familie, Krieg und Zuversicht
Eine Woche mit Schnee, Frost sowie Extremtemperaturen prägt Österreich. Während viele über Schutz vor der Kälte nachdenken, geht es für andere ums Überleben. In dieser Lage ist Klaus Schwertner zu Gast in Ö3-„Frühstück bei mir“. Der Direktor der Caritas der Erzdiözese Wien spricht über Hilfe, Verantwortung sowie persönliche Brüche.
Kalte Wintertage als Ausgangslage
Am Sonntag, dem 11. Jänner, ist Klaus Schwertner bei Claudia Stöckl auf Ö3 zu hören. Die Sendung fällt ans Ende einer eisigen Winterwoche. Tiefe Temperaturen treffen besonders obdachlose Menschen. Genau hier setzt Schwertners Arbeit seit vielen Jahren an.
Die Idee des Kältetelefons
Der Ursprung liegt 14 Jahre zurück. „Alles hat vor 14 Jahren mit einem Handy und einer Excel-Liste begonnen“, sagt Klaus Schwertner im Gespräch mit Claudia Stöckl. Auslöser ist ein Anruf von Ö3-Redakteur Meinhard Mühlmann. Er macht auf eine obdachlose schwangere Frau aufmerksam. „Er hatte nicht gewusst, an wen man sich am besten wendet“, schildert Schwertner.
Hilfe aus der Bevölkerung
Schwertner denkt weiter. Streetwork-Teams erreichen viele Schlafplätze nicht mehr. Diese liegen oft verborgen. „Warum nicht die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung nutzen und eine Hotline für Menschen einrichten, damit sie Teil der Hilfe werden?“, sagt Klaus Schwertner. Das Caritas-Kältetelefon entsteht. In Wien gehen im vergangenen Jahr über 11.000 Anrufe ein. Die Nummer 01 480 45 53 ist rund um die Uhr erreichbar.
Arbeit zwischen Straße und Leitung
In der Sendung beschreibt Schwertner seinen Alltag. Dieser führt ihn zu Suppenbussen, Wärmestuben sowie in Gefängnisse und Pflegeeinrichtungen. Parallel trägt er Verantwortung für die Caritas der Erzdiözese Wien. Rund 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen unter seiner Leitung.
Die persönliche Krise
Vor rund 1 Jahr gerät Schwertner selbst in eine Krise. Schlaflosigkeit tritt auf. Leichte Depressionen kommen hinzu. Am Silvestertag 2024 erreicht alles einen Höhepunkt. Eine Panikattacke zwingt ihn zum Innehalten. „Ein Herzinfarkt muss sich wohl genauso anfühlen“, sagt Klaus Schwertner. „Da wusste ich: Ich muss mir Hilfe holen. Das war gar nicht leicht.“ Er beschreibt in der Sendung seinen Weg zurück in einen stabilen Alltag.
Familie, Krieg und Zuversicht
Klaus Schwertner ist 49 Jahre alt. Er lebt mit seiner Frau Julia sowie 4 Kindern in Wien. Kennengelernt hat er seine Frau im Alter von 14 Jahren bei einem Schulskikurs. In Ö3 spricht er auch über Einsätze in Kriegsgebieten sowie über die Sorgen seiner Familie. Kritik begleitet seine Arbeit ständig.