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Silhouette eines NATO-Raketenabwehrsystems bei Sonnenuntergang – Symbolbild für abgefangene iranische Rakete Richtung Türkei und Europa.
NATO-Luftabwehrsysteme stoppen eine iranische Rakete auf dem Weg Richtung Türkei.
NATO-Luftabwehrsysteme stoppen eine iranische Rakete auf dem Weg Richtung Türkei.
e-crow / iStock

Iranische Rakete Richtung Europa: NATO stoppt Angriff über Türkei

13.03.2026 um 13:05, Stefanie Hermann
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Die NATO hat erneut eine iranische Rakete über der Türkei abgefangen. Es ist bereits der dritte Vorfall – der Konflikt rückt näher an Europa.

Die NATO hat erneut eine Rakete aus dem Iran abgefangen, die in Richtung Türkei unterwegs war. Nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums wurde das Geschoss noch vor einem möglichen Einschlag zerstört. Es handelt sich bereits um den dritten Vorfall dieser Art innerhalb weniger Tage.

Der Abschuss erfolgte durch ein NATO-Luftabwehrsystem, das im östlichen Mittelmeer stationiert ist. Menschen wurden nach bisherigen Informationen nicht verletzt.

Explosion nahe NATO-Stützpunkt Incirlik

Augenzeugen berichten von einer lauten Explosion in der türkischen Provinz Adana im Süden des Landes. In der Region liegt der wichtige NATO-Luftwaffenstützpunkt Incirlik, der auch von den US-Streitkräften genutzt wird.

Am Morgen sollen auf der Basis Alarm-Sirenen ausgelöst worden sein. Auf dem Stützpunkt sind nach US-Angaben rund 1500 Militärangehörige stationiert. Incirlik gilt als strategisch bedeutendes militärisches Drehkreuz der NATO in der Region.

Bereits dritte abgefangene Rakete aus dem Iran

Der aktuelle Vorfall ist Teil einer Serie von Raketenabschüssen aus dem Iran in Richtung Türkei. Laut türkischen Angaben wurden bereits zuvor zwei Geschosse abgefangen:

Am 4. März wurde eine erste iranische Rakete nahe der Grenze gestoppt.
Anfang dieser Woche zerstörte die Luftabwehr ein weiteres Geschoss im türkischen Luftraum.

Trümmerteile der Rakete sind damals auf freies Gelände in der südosttürkischen Provinz Gaziantep gefallen. Verletzte wurden nicht gemeldet.

Türkei verlangt Stellungnahme aus Teheran

Die Regierung in Ankara hat den Iran um eine Erklärung für den jüngsten Raketenabschuss ersucht. Gleichzeitig betont das türkische Verteidigungsministerium, dass man den eigenen Luftraum konsequent schützen werde.

Die Türkei werde alle notwendigen Maßnahmen „entschlossen und ohne Zögern“ ergreifen, heißt es aus dem Ministerium.

NATO verstärkt Luftabwehr an Europas Südostflanke

Angesichts der wiederholten Raketenangriffe verstärkt die NATO ihre Luftverteidigung in der Region. Die Türkei bereitet derzeit zusätzlich den Einsatz eines Patriot-Raketenabwehrsystems in der osttürkischen Provinz Malatya vor.

Ziel ist es, den türkischen Luftraum und damit auch die südöstliche Grenze Europas besser gegen mögliche Raketenangriffe zu schützen. Der Konflikt im Nahen Osten rückt damit zunehmend näher an Europa und das NATO-Bündnisgebiet heran.

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