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Münzstapel vor österreichischer Flagge mit steigender Kurve – Symbolbild zur Inflation in Österreich und aktuellen Preisentwicklung 2026.
Steigende Preise und sinkende Inflation: Österreich erreicht im Jänner 2026 erstmals wieder den EZB-Zielwert von zwei Prozent.
Steigende Preise und sinkende Inflation: Österreich erreicht im Jänner 2026 erstmals wieder den EZB-Zielwert von zwei Prozent.
dall.e / weekend.at

Inflation: Unerwartete Entwicklung

04.02.2026 um 11:40, Stefanie Hermann
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Die Inflation in Österreich sinkt im Jänner 2026 überraschend auf zwei Prozent. Die Energiepreise fallen, der Basiseffekt sorgt für schnellere Entlastung.

Die Inflation in Österreich ist im Jänner deutlich und unerwartet gefallen. Mit einer Teuerungsrate von exakt zwei Prozent erreichte sie laut Statistik Austria erstmals seit Jahren wieder den Zielwert der Europäischen Zentralbank. Nach 3,8 Prozent im Dezember kam die Entspannung rascher, als viele Prognosen vermuten ließen.

Inflation Österreich: Unerwarteter Rückgang durch mehrere Effekte

Fachleute hatten zwar mit einem weiteren Rückgang gerechnet, aber nicht mit einem Sprung auf das EZB-Niveau. Ausschlaggebend war die Kombination aus statistischen und realwirtschaftlichen Faktoren. Der wichtigste war der sogenannte Basiseffekt: Da die Strompreisbremse Ende 2024 ausgelaufen war, trieb sie die Inflation in Österreich im Jänner 2025 künstlich nach oben. Dieser Vergleichseffekt fällt heuer weg und drückt die Jahresrate damit automatisch.

Gleichzeitig sind die Preise für Energie im Monatsvergleich deutlich gesunken. Strom, Gas, Heizöl und Treibstoffe sind im Schnitt um 4,9 Prozent günstiger geworden als im Dezember. Laut Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk dämpfte allein dieser Rückgang die Inflationsrate um rund 1,2 Prozentpunkte. Zusätzlich wirken sich die gesenkte Energieabgabe und der reduzierte Erneuerbaren-Förderbeitrag dämpfend aus.

Energiepreise als Motor der Entlastung

Auch strukturell hat sich der Energiemarkt beruhigt. Nach massiven Preissprüngen in den Jahren 2022 und 2023 sorgen inzwischen niedrigere Großhandelspreise und eine stabilere Versorgungslage für Entspannung. In den Verbraucherpreisen kommt das nun mit Verzögerung an. Die Teuerung bei Industriegütern lag nur noch bei 0,8 Prozent, während Dienstleistungen mit 3,8 Prozent weiterhin der größte Preistreiber blieben.

Entlastung für Haushalte, aber kein Grund zur Sorglosigkeit

Für Haushalte bedeutet der Rückgang eine spürbare Entlastung bei Energie und Grundbedarf, die Unterschiede bleiben aber weiter groß. Wer viel pendelt oder mit Öl heizt, profitiert stärker als Mieter in Ballungsräumen, wo Dienstleistungskosten und Mieten weiter steigen. Fachleute mahnen, dass die Inflation zwar sinke, das allgemeine Preisniveau aber hoch bleibe.

Experten warnen vor neuer Unsicherheit

Das Institut für Höhere Studien (IHS) hat seine Prognose für die Jahresinflation 2026 auf 2,2 Prozent gesenkt, warnt jedoch weiter vor geopolitischen Risiken und möglichen Preisaufschlägen im Energiesektor. Auch die bevorstehende Neugewichtung des Warenkorbs durch die Statistik Austria könnte statistische Verschiebungen bringen.

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