Direkt zum Inhalt
Bananen Pestizide Test – Warnsymbol im Supermarkt weist auf Rückstände verbotener Pestizide in importierten Bananen hin.
Warnung vor Pestiziden: Tests zeigen, dass viele importierte Bananen mit in der EU verbotenen Chemikalien belastet sind.
Warnung vor Pestiziden: Tests zeigen, dass viele importierte Bananen mit in der EU verbotenen Chemikalien belastet sind.
Daria Nipot / iStock; Frank Wagner / iStock

Gesundheitsgefahr Bananen: Giftige Pestizide im Test gefunden - fast alle belastet

04.02.2026 um 10:12, Stefanie Hermann
min read
Foodwatch-Test zeigt: In 84 Prozent der Bananen stecken verbotene Pestizide. Warum und wie gefährliche Rückstände trotz EU-Verbot in Supermärkten landen.

Importierte Bananen sind in erschreckend hohem Ausmaß mit in der EU verbotenen Pestiziden belastet. Das belegt ein aktueller Bananen Pestizide Test der NGO Foodwatch Österreich.

Verbotene Pestizide in Europa

In der Europäischen Union ist der Einsatz von mehr als 250 Pestiziden untersagt, weil sie als zu gefährlich für Mensch und Umwelt gelten. Dazu zählen Substanzen, die krebserregend, neurotoxisch oder bienenschädigend sind. Trotzdem werden diese Wirkstoffe weiterhin in EU-Staaten produziert und in Drittstaaten exportiert. Dort kommen sie im Anbau von Bananen, Reis oder Birnen zum Einsatz. Über den Import von Lebensmitteln in die EU kehren sie dann wie ein Bumerang zurück – und über die Supermarktregale auf die Teller von Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Test zeigt Pestizide in Lebensmitteln

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat im Jahr 2023 907 konventionelle Lebensmittelproben aus Österreich untersucht. Das Ergebnis ist deutlich:

  • 75 Prozent aller untersuchten Obst- und Gemüseproben enthalten Pestizidrückstände.
  • 19 Prozent aller pflanzlichen Produkte weisen Rückstände von in der EU verbotenen Wirkstoffen auf.
  • Besonders stark betroffen sind Bananen, Birnen und Langkornreis.

Test zeigt: Jede Banane belastet

Bei den Bananen zeigt sich das gravierendste Bild: Jede getestete Probe enthält messbare Rückstände, 84 Prozent davon betreffen sogar Pestizide, die in der EU nicht mehr zugelassen sind.

In den Früchten lassen sich häufig Bifenthrin, Imidacloprid, Carbendazim oder Chlorpyrifos nachweisen. Diese Stoffe können das Nervensystem schädigen, gelten als möglicherweise krebserregend und sind für Bestäuberinsekten wie Bienen hochgiftig. In allen Fällen handelt es sich um Wirkstoffe, deren Verwendung im EU-Agrarsektor nicht mehr erlaubt ist – entweder aufgrund von Verboten, nicht verlängerter Zulassungen oder strenger Einschränkungen.

Bananen: Herkunft und Rückstände

Die untersuchten Bananen stammen überwiegend aus Costa Rica, Kolumbien und Ecuador, Ländern, in denen der Einsatz dieser Pestizide weiterhin erlaubt ist. Dort kommen die Wirkstoffe in großem Umfang zum Einsatz, um Schädlinge auf Bananenplantagen zu bekämpfen. In der EU dagegen sind sie aus Gründen des Verbraucherschutzes seit Jahren verboten.

Die EFSA-Daten zeigen, dass mehr als die Hälfte der untersuchten Bananen mindestens eines der verbotenen Pestizide enthält, viele davon sogar mehrere gleichzeitig. Der sogenannte „Cocktail-Effekt“ erhöht laut Foodwatch das gesundheitliche Risiko zusätzlich, weil die Kombination verschiedener Substanzen im Körper eine verstärkte Wirkung entfalten kann.

Gefahr für Konsumenten

„Bananen mit verbotenen Insektenvernichtungsmitteln, Reis mit hochproblematischen Fungiziden – und all das landet am Ende auf unseren Tellern. Was in der EU aus guten Gründen verboten ist, darf auch nicht über Umwege wieder in unseren Supermarktregalen landen“, sagt Foodwatch-Chefin Indra Kley-Schöneich. „Dieser Pestizid-Bumerang ist kein Versehen, sondern das Ergebnis politischer Doppelmoral auf Kosten der Konsument:innen.“

Forderungen an die EU: Produktionsverbot

Die Forderung von Foodwatch ist klar: Die Organisation verlangt ein vollständiges Verbot der Produktion sowie des Exports von in der EU verbotenen Pestiziden. Zudem soll die EU eine Null-Toleranz-Regel für Rückstände dieser Stoffe in importierten Lebensmitteln einführen. Das bedeutet: Nur Lebensmittel, die frei von solchen Substanzen sind, dürfen künftig importiert werden.

Darüber hinaus wendet sich Foodwatch gegen Pläne der EU-Kommission, im Rahmen des sogenannten EU-Omnibus-Gesetzes Rückstandshöchstwerte für verbotene Pestizide aufzuweichen. Nach Ansicht der Organisation würde dies den Verbraucherschutz weiter schwächen.

Beispiel Frankreich: Verbot bereits umgesetzt

Rückenwind für die Forderungen kommt aus Frankreich. Die französische Regierung hat Anfang 2026 ein Importverbot für Waren erlassen, die mit in Europa verbotenen Pestiziden behandelt wurden. Das Verbot gilt, bis die Europäische Kommission europaweit einheitliche Regelungen schafft.

Quellen und weiterführende Informationen

more