Edelmetall-Boom: Gold knackt neue Schallmauer
Inhalt
- Krisen als Preistreiber
- Ein außergewöhnliches Jahr für Anleger
- Silber zwischen Schutz und Technologie
- Wie geht es weiter?
Gold und Silber sind zurück im Rampenlicht der Finanzmärkte. Getrieben von geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten haben beide Edelmetalle am Dienstag neue Rekordstände erreicht. Der Goldpreis überschritt erstmals in der Geschichte die Marke von 4.700 US-Dollar pro Feinunze.
Im frühen Handel stieg der Preis für eine Feinunze Gold zeitweise auf 4.717 Dollar. Zwar gab das Edelmetall im weiteren Verlauf leicht nach, notierte aber weiterhin deutlich im Plus. Auch Silber erreichte mit knapp 95 Dollar pro Unze ein Allzeithoch, bevor es im Tagesverlauf zu kleineren Gewinnmitnahmen kam.
Krisen als Preistreiber
Hinter dem Höhenflug steckt vor allem die weltpolitische Lage. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten, die instabile Situation im Iran sowie neue handelspolitische Drohungen aus den USA sorgen für Verunsicherung an den Märkten. Besonders die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump über mögliche Strafzölle gegen europäische Staaten haben die Nachfrage nach sicheren Anlageformen weiter angeheizt.
„Gold profitiert aktuell massiv von der globalen Unsicherheit. In Zeiten politischer Eskalationen ist das Vertrauen in klassische Finanzmärkte oft begrenzt“, erklären Marktbeobachter. Entsprechend flüchten Investoren verstärkt in Edelmetalle, die seit jeher als Wertaufbewahrungsmittel gelten.
Ein außergewöhnliches Jahr für Anleger
Bereits im vergangenen Jahr zählte Gold zu den stärksten Anlageklassen. Der Preis legte um rund 65 Prozent zu, der höchste Jahresanstieg seit mehr als vier Jahrzehnten. Auch 2026 setzt sich dieser Trend fort: Seit Jahresbeginn hat Gold bereits um über neun Prozent zugelegt.
Noch spektakulärer ist die Entwicklung bei Silber. Das Edelmetall verzeichnete im Jahr zuvor einen Preisanstieg von fast 150 Prozent. Allein in den ersten Wochen des neuen Jahres kamen weitere rund 30 Prozent hinzu. Experten führen dies nicht nur auf die Rolle als Krisenwährung zurück, sondern auch auf die wachsende industrielle Nachfrage.
Silber zwischen Schutz und Technologie
Im Gegensatz zu Gold ist Silber nicht nur Wertanlage, sondern auch ein zentraler Rohstoff für zahlreiche Zukunftstechnologien. Es wird unter anderem in der Solarindustrie, in der Elektromobilität sowie bei Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz und Robotik benötigt. Diese doppelte Rolle macht Silber besonders attraktiv und zugleich anfälliger für stärkere Preisschwankungen.
„Während Gold vor allem von Angst lebt, profitiert Silber zusätzlich vom technologischen Fortschritt“, heißt es aus Analystenkreisen. Das erkläre auch, warum der Silberpreis zuletzt deutlich schneller gestiegen sei als jener von Gold.
Wie geht es weiter?
Ob die Rekordjagd anhält, hängt maßgeblich von der weiteren geopolitischen Entwicklung ab. Sollte sich die weltpolitische Lage weiter zuspitzen, rechnen Experten mit anhaltend hoher Nachfrage nach Edelmetallen. Gleichzeitig warnen sie jedoch vor kurzfristigen Rücksetzern, da Gewinnmitnahmen nach derart starken Anstiegen jederzeit möglich seien.