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Goldpreis Analyse
Goldpreis schreibt Geschichte: Erstmals kostet eine Feinunze über 5.000 Dollar.
Goldpreis schreibt Geschichte: Erstmals kostet eine Feinunze über 5.000 Dollar.
Olivier Le Moal/iStock.com

Goldpreis auf Rekordhoch: Warum jetzt alle zugreifen

26.01.2026 um 08:55, Yunus Emre Kurt
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Der Goldpreis kennt kein Halten mehr: Erstmals kostet eine Feinunze über 5.000 Dollar. Was hinter dem Rekord steckt und wie Anleger jetzt reagieren sollten.

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Gold hat ein neues Kapitel seiner Geschichte geschrieben. Erstmals wurde an der Londoner Metallbörse die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze überschritten. Im frühen Handel kletterte der Preis um bis zu zwei Prozent auf 5.093 Dollar (rund 4.337 Euro).

Allein seit Jahresbeginn hat sich Gold um knapp 18 Prozent verteuert. Schon 2025 war das Edelmetall mit einem Plus von rund 65 Prozent einer der stärksten Performer an den Finanzmärkten, der höchste Jahresanstieg seit 1979. Bemerkenswert: Für den Sprung von 1.000 auf 2.000 Dollar benötigte Gold einst fast ein Jahrzehnt. Der Anstieg um weitere 2.000 Dollar gelang nun innerhalb eines einzigen Jahres.

Geopolitik als stärkster Preistreiber

Ein wesentlicher Grund für den Höhenflug liegt in der angespannten Weltlage. Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten, insbesondere die Situation im Iran, sowie geopolitische Spannungen rund um die USA und Europa sorgen für Unsicherheit. Hinzu kommen zeitweise massive Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber mehreren europäischen Staaten im Zusammenhang mit Grönland.

„In Phasen politischer Unsicherheit suchen Investoren verlässliche Sachwerte und Gold erfüllt diese Rolle wie kaum ein anderes Asset“, erklären Marktbeobachter. Das Edelmetall gilt traditionell als sicherer Hafen, wenn Vertrauen in Währungen, Staaten oder Institutionen schwindet.

Notenbanken kaufen weiter Gold

Ein weiterer entscheidender Faktor sind die massiven Goldkäufe der Zentralbanken. Vor allem Notenbanken aus Schwellenländern wie China oder Indien haben ihre Bestände in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Ziel ist es, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren und nationale Währungsreserven breiter abzusichern.

Diese Nachfrage gilt als besonders preisstabil, da Zentralbanken langfristig agieren und unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen kaufen. Experten sehen darin einen der wichtigsten strukturellen Treiber des Goldpreises.

Zinsfantasie befeuert den Markt

Zusätzlich sorgen Erwartungen auf weiter sinkende Zinsen in den USA für Rückenwind. Da Gold selbst keine Zinsen oder Dividenden abwirft, wird es attraktiver, wenn sichere Anleihen weniger Rendite bieten. Die wiederholten politischen Angriffe auf US-Notenbankchef Jerome Powell haben zudem Zweifel an der Unabhängigkeit der Federal Reserve geschürt.

Auch Silber profitiert von dieser Entwicklung. Das Edelmetall überschritt zuletzt erstmals die Marke von 100 Dollar je Feinunze. Neben seiner Rolle als Krisenmetall ist Silber ein gefragter Rohstoff für Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz, Robotik und erneuerbare Energien.

Wie sinnvoll ist Gold für Privatanleger?

Trotz des Rekordlaufs bleibt Gold für viele Experten ein stabiler Baustein im Vermögensaufbau. Die Stiftung Warentest empfiehlt, rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. Wichtig sei jedoch ein langfristiger Anlagehorizont.

„Gold ist kein Instrument für schnelle Gewinne, sondern ein Absicherungsinstrument“, heißt es aus Anlegersicht. Einige Banken sehen weiteres Potenzial: Goldman Sachs etwa erhöhte ihre Prognose für Ende 2026 auf 5.400 Dollar je Feinunze. Gleichzeitig mahnen andere Analysten zur Vorsicht, der Markt könne überhitzt sein.

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