Fuji: Vater lässt Bub (7) allein auf Berg zurück
- Vater ließ Siebenjährigen auf dem Fuji zurück
- Mitarbeiter einer Berghütte fanden den Buben
- Polizei stellte Vater nach Rückkehr zur Rede
- Immer wieder Zwischenfälle auf dem Fuji
Ein Familienausflug auf den Fuji endete in Japan mit einem Polizeieinsatz. Ein 48-jähriger Vater ließ seinen erst sieben Jahre alten Sohn während des Aufstiegs alleine auf dem höchsten Berg des Landes zurück. Der Bub war müde und wollte nicht mehr weitergehen. Der Vater setzte die Wanderung trotzdem mit seinem älteren Sohn fort.
Der Fuji auf einen Blick
- Höhe: 3.776 Meter
- Land: Japan
- Lage: südwestlich von Tokio
- Besonderheit: höchster Berg Japans und aktiver Vulkan
- Welterbe: seit 2013
- Besucher: rund 200.000 Bergsteiger pro Jahr
Vater ließ Siebenjährigen auf dem Fuji zurück
Die Familie war auf der Fujinomiya-Route auf den Fuji unterwegs. Während des Aufstiegs wurde der siebenjährige Bub müde und wollte nicht mehr weitergehen. Sein Vater sagte ihm laut BBC, er solle „wait here“, also hier warten. Anschließend ließ er das Kind bei der sechsten Station zurück und stieg mit seinem älteren Sohn weiter den Berg hinauf.
Der Bub blieb bei nebligem und regnerischem Wetter alleine zurück. Laut BBC hatte er lediglich ein Erfrischungsgetränk und einen Snack bei sich.
Mitarbeiter einer Berghütte fanden den Buben
Mitarbeiter einer Berghütte entdeckten das Kind schließlich gegen 7.30 Uhr Ortszeit alleine auf einer Bank und alarmierten die Polizei. Zur Höhe gibt es unterschiedliche Angaben: CNN nennt unter Berufung auf TV Asahi rund 2.500 Meter, die BBC spricht von mehr als 2.000 Metern.
Während sich die Einsatzkräfte um den Buben kümmerten, suchten sie nach seinem Vater. Dieser wurde schließlich zwischen der siebenten und achten Station ausfindig gemacht. Von dort soll der Weg zurück zum Sohn rund drei Stunden gedauert haben.
Polizei stellte Vater nach Rückkehr zur Rede
Wie lange der Siebenjährige tatsächlich alleine auf dem Fuji wartete, ist unklar. CNN berichtet, dass Vater und Bruder nach fünf Stunden zurückkehrten. Laut BBC hat der Bub insgesamt rund acht Stunden gewartet.
Nach seiner Rückkehr wurde der 48-Jährige von der Polizei scharf zurechtgewiesen. Selbst wenn deshalb eine gemeinsame Bergtour abgebrochen werden müsse, sei es nicht akzeptabel, ein Kind zurückzulassen, erklärte ein Beamter laut BBC unter Berufung auf Japan Today. Die Polizei hat den Vater auf mögliche strafrechtliche Konsequenzen hingewiesen. Der Mann zeigte Reue und entschuldigte sich für seine Entscheidung.
Immer wieder Zwischenfälle auf dem Fuji
Der Fuji ist mit 3.776 Metern der höchste Berg Japans. Rund 200.000 Menschen besteigen ihn järhlich. Höhenlage und wechselnde Wetterbedingungen stellen Wanderer dabei immer wieder vor Probleme.
Erst im Juli musste eine 99-jährige Frau gerettet werden, nachdem sie gestürzt war und sich an Hüfte und Rücken verletzt hatte. Im Vorjahr musste ein 27-jähriger Student innerhalb von vier Tagen gleich zweimal gerettet werden. Beim zweiten Mal war er auf den Berg zurückgekehrt, um sein verlorenes Handy zu suchen.